Mainleus
Wirtschaft

Softdrinks rollen in die ehemalige Spinnerei

Größere Bereiche des früheren Industriekomplexes in Mainleus dienen seit kurzem als Lagerflächen. Das soll aber nur eine Übergangslösung sein.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auf dem Gelände der ehemaligen Spinnerei in Mainleus stehen die Lkw Schlange. Foto: Jürgen Gärtner
Auf dem Gelände der ehemaligen Spinnerei in Mainleus stehen die Lkw Schlange. Foto: Jürgen Gärtner
+3 Bilder

Auf dem Gelände der ehemaligen Spinnerei in Mainleus stehen die Lkw Schlange: Denn die Hallen, der einstige Weberei-Anbau, werden jetzt als Lagerflächen genutzt - für einen bekannten Softdrink.

Verantwortlich ist Norbert Raps, der Geschäftsführer der Firma Perspektiva Solutions mit Sitz in Bad Berneck. Er hat rund 13 000 Quadratmeter des Spinnerei-Geländes von der Gemeinde Mainleus angemietet. Das Areal wird für Saisonware genutzt, die dort nur für eine kurze Zeit gelagert ist und umgeschlagen wird. "Das ist ideal, um das Objekt zu testen", erklärt der Unternehmer, der bereits mit der Wiederbelebung der ehemaligen Porzellanfabrik Winterling in Arzberg Erfahrung mit solchen Projekten hat.

Ein großer Logistiker aus Zwickau hat ein Blocklager wie in Mainleus gesucht, erklärt Norbert Raps weiter. Die Lage sei für die Lkw, die von der A 70 kommen, ideal. Die Anfahrt auf das Spinnereigelände erfolgt über die Spinnereistraße, die Ausfahrt an der Industriestraße. Um den Komplex herum fahren die Lastwagen zu den beiden Laderampen, reihen sich dort wie auf einer Perlenkette. "Der Vorteil ist, es kann sich keiner vordrängeln", sagt der Unternehmer, der für den Standort Mainleus noch Logistik-Mitarbeiter sucht.

Derzeit ist er dabei, weitere Flächen freizuräumen, denn von den 13 000 Quadratmetern sind derzeit erst rund 8000 belegt. Doch der Rest soll bis Ende der Woche auch hergerichtet sein und zur Verfügung stehen. "Dann soll alles wie geleckt aussehen." Zwischen 20 und 30 Lastwagen pro Tag fahren die Spinnerei an.

Mit dem Verlauf seines Mainleuser Projekts ist er zufrieden: "Wir haben erst im Oktober den Vertrag geschlossen und jetzt in kurzer Zeit Fakten geschaffen. Wir haben hier im Gegensatz zu Ballungsräumen weder Staus noch Parkplatzprobleme", kennt er die Vorzüge der Region.

Auch die Gemeinde Mainleus ist froh über ihren Mieter und seinen Erfolg. "Wir freuen uns, einen Beitrag zum Wirtschaftskreislauf zu leisten und Arbeitsplätze zu schaffen, indem wir eines der größten Lager für ein Produkt in der Region anbieten können", sagt Bürgermeister Robert Bosch (CSU) auch mit Blick auf die Diskussion um den Flächenverbrauch in Bayern.

Und erhält sofort Zustimmung von Norbert Raps: "Jeder redet über Flächenversiegelung, hier können wir eine Brache wiederbeleben. Es wäre schade, wenn sie im Dornröschenschlaf liegen würde."

Der Bürgermeister betont allerdings, dass die Vermietung als Lager nur eine Zwischenlösung ist. "Hier ist ein Wohngebiet geplant." Für das werde ein Investor gesucht. Um den zu finden, wird die Gemeinde unter anderem Ende März an einer Immobilienmesse in München teilnehmen, um das Gelände zu bewerben. In zwei Jahren, so seine Hoffnung, könnten sich bereits Projekte im Bereich Wohnungsbau abzeichnen.

Überhaupt gehe es mit der Entwicklung des Spinnerei-Areals Schritt für Schritt voran. Seit Freitag sind dem Bürgermeister zufolge die Ingenieursleistungen für die Baufeldfreimachung - sprich für Abrissarbeiten - europaweit ausgeschrieben.

Es kam zu Vandalismus

Dass in der Spinnerei jetzt wieder mehr Leben herrscht, freut Bürgermeister Bosch noch aus einem anderen Grund: Denn in den vergangenen Monaten ist es immer wieder zu Vandalismus gekommen. "Jetzt sind mehr Leute auf dem Gelände, die aufpassen", erklärt er ganz pragmatisch.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren