Kulmbach

So wirkt sich die lange Trockenheit im Raum Kulmbach aus

Die lange Trockenheit der vergangenen Monate ist auch im Raum Kulmbach nicht ohne Folgen geblieben. Wir haben mit Betroffenen gesprochen.
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So wenig Wasser gab es  seit Monaten nicht. Am Pegel in Unterzettlitz ist an der Messlatte ebenso wie an der Uferböschung zu sehen, wie niedrig der Wasserstand des Roten Maines derzeit ist.
So wenig Wasser gab es seit Monaten nicht. Am Pegel in Unterzettlitz ist an der Messlatte ebenso wie an der Uferböschung zu sehen, wie niedrig der Wasserstand des Roten Maines derzeit ist.

Nach einem trockenen Winter 2017 folgte ein mindestens genauso trockenes Jahr 2018. Die Konsequenz: Fluss- und Grundwasserpegel sinken auch in unserer Region stark.

Blickt man beispielsweise auf den Grundwasserstand an der Messstelle in Melkendorf, so lässt sich eine kontinuierliche Abnahme feststellen. Aktuell liegt er bei 294,9 Meter über Normalnull. Der bisher niedrigste Wasserstand mit knapp 293 Meter über Normalnull aus dem Jahre 1957 wurde noch nicht unterschritten.

Auch die Flusspegel sind sehr niedrig. An Pegel Unterzettlitz beispielsweise führt der Rote Main derzeit nur halb so viel Wasser wie an manchen Tagen im Winter. Das geht aus der Statistik des Bayerischen Landesamtes für Umwelt hervor.

Zu wenig Wasser also. Überall. Der Niedrigwasserbericht des Bayerischen Landesamt für Umwelt erläutert allerdings: "Phasen niedrigen Wasserstands sind für den Norden Bayerns im Sommer typisch, für den Süden Bayerns im Winter."

Da sich die Trockenheit aktuell aber nicht auf die im Niedrigwasserbericht genannten Zeiträume beschränkt, haben neben der Landwirtschaft auch andere Berufsstände mehr oder weniger stark unter der Wasserknappheit zu leiden.

Stark betroffen war beispielsweise Fischzüchter Daniel Wagner, der im Marktleugaster Ortsteil Kleinrehmühle eine Reihe von Fischteichen bewirtschaftet. Die extreme Wasserknappheit ließ ihm keine andere Wahl, als kostspielige Maßnahmen zu ergreifen: "Durch die Hitze waren wir gezwungen, künstlich Wasser zuzuführen und das Wasser zu belüften. Allgemein war auch die Fütterung dieses Jahr viel kostenintensiver - so ein Jahr habe ich noch nie erlebt und brauche es auch nicht wieder."

Der Stadtsteinacher Mühlenbetreiber Hans Partheimüller warnt: "Noch so ein trockenes Jahr und die Folgen wären in allen Branchen katastrophal." Auch wenn der Transport per Schiff in unserer Region keine Rolle spielt: Einen Teil seiner Ware verschifft der Stadtsteinacher durchaus. Das ist derzeit schwierig. Niedrigwasser macht manche Strecken unbefahrbar. Würden die Pegel wieder steigen, wäre das nur gut fürs Geschäft.

Es gibt allerdings auch gute Nachrichten. So hat einer der größten industriellen Abnehmer von Wasser, die Kulmbacher Brauerei, weder quantitative noch qualitative Einbußen in puncto Brauwasser hinnehmen müssen. Das sagt Andreas Eßer, Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation Kulmbacher-Gruppe.

Dass auch die Trinkwasserversorgung gesichert ist, betont sieht Stephan Pröschold, Werkleiter der Stadtwerke Kulmbach. "Glücklicherweise haben die Stadtwerke Kulmbach reichlich Möglichkeiten, Trinkwasser zu gewinnen. Auch nach der sehr langen Trockenperiode haben wir keinerlei Mengenprobleme." Die Wasserförderung der Stadtwerke Kulmbach erfolgt im Quellgebiet in Marktschorgast und in acht Tiefbrunnen im Tal des Weißen Mains.

Pröscholds Aussage schließt sich Werkleiter der Fernwasserversorgung Oberfranken in Kronach, Markus Rauh, an: "Wir haben pro Jahr 20 Million Kubikmeter Wasser zur Verfügung. Von diesen 20 Millionen werden durchschnittlich 14 Millionen Kubikmeter benötigt. In diesem Jahr, auch wenn es noch nicht ganz zu Ende ist, haben wir rund 15 Millionen Kubikmeter gebraucht." Markus Rauh sieht im Jahr 2018 Parallelen zum Jahr 2003: "Da hatten wir einen ähnlichen Verbrauch in einem trockenen Jahr."

Was es trotzalledem braucht, da sind sich unsere Gesprächspartner alle einig, ist ein kontinuierlicher Niederschlag. "Starkregen bringt uns da wenig", sagt Andrea Künzl , stellvertretende Leiterin des Wasserwirtschaftsamt Hof.

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