Kulmbach
Lehrgang

So erntet man die schönsten Früchte!

Mehr als 30 Hobbygärtner a lernen bei einer Ausbildungsreihe des Gartenbau-Kreisverbands Kulmbach, wann und wie sie Obstbäume richtig schneiden.
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An einem Ast demonstriert Jürgen Pflaum den Kursteilnehmern,  wie zu lange Triebe fachmännisch eingekürzt werden.Dagmar Besand
An einem Ast demonstriert Jürgen Pflaum den Kursteilnehmern, wie zu lange Triebe fachmännisch eingekürzt werden.Dagmar Besand
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Wer alte Obstbäume in seinem Garten hat oder neue pflanzt, möchte gesunde, große und aromatische Früchte ernten. Damit das klappt, braucht der Obstbaum Pflege und in regelmäßigen Abständen einen fachkundigen Schnitt. Wer ahnungslos an den Ästen herumschnippelt, schadet den Bäumen, statt ihre Entwicklung zu fördern.


Lehrgang im Jubiläumsjahr

Wie man's richtig macht, lernen die Teilnehmer der Gartenpflegerausbildung des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Kulmbach. Die Organisation feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Zum Auftakt des vierteiligen Lehrgangs vermittelten Gartenbauingenieur Jürgen Pflaum und Kreisfachberater Friedhelm Haun Basiswissen. Dass der Informationsbedarf und der Lernwille der Hobbygärtner im Kulmbacher Land groß ist, zeigt die Resonanz auf das Angebot: Mehr als 30 Teilnehmer trafen sich auf dem Anwesen von Bernhard Weis in Kupferberg. Die Streuobstwiese mit 25 Jahre altem Baumbestand bot reichlich Anschauungsobjekte.

1.Warum schneidet man Obstbäume überhaupt und lässt sie nicht einfach in Ruhe?
"Wir wollen, dass sie große, süße Früchte tragen. Dafür müssen wir das Fruchtholz fördern und Zugänge in den Baum schaffen, um das Obst auch pflücken zu können", so Jürgen Pflaum.

2. Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Was man im Herbst erntet, schneidet man im Frühjahr, was man im Sommer erntet, wird bei oder nach der Ernte geschnitten.

3. Wie wird geschnitten?
Erstrebenswert ist eine Pyramidenform mit breiten ausladenden Ästen unten. Die oberen Äste dürfen den unteren nicht Licht und Luft wegnehmen. "Schneiden Sie alle nach innen wachsenden Äste weg, vor allem aber die sogenannten Wasserschosse: Diese senkrecht nach oben wachsenden Triebe kosten den Baum unnötig Kraft, tragen kaum Früchte und verdichten die Krone. Bei Zweigen, die sich kreuzen oder aneinander reiben, wird einer weggeschnitten, und zwar immer der steiler nach oben oder der nach innen weisende. Äste, die ganz entfernt werden sollen, werden auf Astring geschnitten, also direkt an dem Ast, aus dem sie nach oben wachsen. Sollen Äste nur zurückgeschnitten werden, wird immer knapp oberhalb einer nach außen weisenden Triebknospe geschnitten, damit der junge Zweig ins Licht wächst.

4.Was sind die größten Fehler?
Das Schlimmste ist, den Baum zu kappen! Von einer solchen Verstümmelung erholt sich der Baum nur schwer oder gar nicht. Dabei werden die bestehenden Knospen entfernt, aus denen sich normale Äste der Krone entwickeln können. Das Ziel, das Höhenwachstum zu begrenzen, wird nur vorübergehend erreicht, denn die Kappung stimuliert sofort die Bildung von dicht stehenden, aufrecht wachsenden Ästen, die anfällig für Krankheiten und pflanzenschädigende Insekten sind. Auch planloses Herumschnippeln an den Ästen und das Stehenlassen von Aststummeln schaden dem Baum: "Große Verletzungen und Stummelschnitte sind Eintrittspforten für holzzersetzende Pilze und führen zu Fäulnis."

5. Welches Werkzeug ist geeignet?
Saubere Schnittstellen bekommt man mit einer scharf geschliffenen Qualitätsschere und einer Japansäge für stärkere Äste.

Weitere Infos zum Obstbaumschnitt finden Sie hier.
Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier (infrankenPLUS-Beitrag).


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