Katschenreuth
Nachwuchsarbeit

Simon will zur Feuerwehr

Die Katschenreuther Feuerwehr will eine Kinderfeuerwehr gründen. Beim Brunnenbergfest am Samstagnachmittag gibt es Schnupperstunden für die Jüngsten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Simon Herold möchte Menschen helfen. Deshalb will der Achtjährige unbedingt bei der neuen Kinderfeuerwehr mitmachen. Fotos: Sonja Adam
Simon Herold möchte Menschen helfen. Deshalb will der Achtjährige unbedingt bei der neuen Kinderfeuerwehr mitmachen. Fotos: Sonja Adam
+3 Bilder
Die Freiwillige Feuerwehr in Katschenreuth möchte eine Kinderfeuerwehr für Kinder ab sechs Jahren ins Leben rufen. Eine Schnupperveranstaltung findet beim Brunnenbergfest am Samstagnachmittag statt.

Werbung muss früh beginnen

Die Jugendfeuerwehr in Katschenreuth ist auf drei engagierte Jugendliche zusammengeschrumpft. "Letztes Jahr waren wir noch zwölf, aber die Jugendlichen sind jetzt - bis auf drei - alle 18 geworden und in die normale Wehr gewechselt", sagt Gruppenführerin Miriam Sattler (23). Für die Feuerwehren sei es nicht einfach, Jugendliche zu begeistern. "Mit zwölf Jahren sind die Kinder schon beim Fußball, sie spielen ein Instrument, haben vielleicht noch einen anderen Verein. Die sind schon komplett verplant.
Wir kommen einfach zu spät, wenn wir die Jugendwehr erst ab zwölf Jahren anbieten."

Deshalb möchten die Feuerwehrdamen jetzt eine Kinderfeuerwehr ins Leben rufen. Für Kinder ab sechs Jahren.
Nicole Schmalfuß (29) gehört ebenfalls zum festen Betreuungsteam. "Wir haben schon das ganze Jahr durchgeplant, damit jeder mal drankommt." Miriam Sattler ist optimistisch, dass die Idee von der Kinderfeuerwehr funktionieren kann. Viele Mitglieder haben schon ihre Mithilfe zugesagt - Nadja Herold zum Beispiel, die zweite Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Katschenreuth.

"Ich will Menschen helfen"

Ihr Sohn Simon Herold (8) will unbedingt bei der Kinderfeuerwehr mitmachen: "Simon spielt außerdem Fußball. Und was findet ein Achtjähriger, der schon Fußball spielt und mit der Schule alle Hände voll zu tun hat, an der Feuerwehr attraktiv? "Da kann man Menschen helfen. Das möchte ich auch machen", erklärt Simon seine großen Ziele und freut sich schon, wenn er in Zukunft jeden zweiten Samstag im Monat, wenn die Sirene ertönt (um 15.30 Uhr), wie seine Mama loslaufen kann - zur Feuerwehr.

"Ich möchte auch mit dabei sein", sagt die kleine Schwester Sophie. Die Fünfjährige muss allerdings noch ein Jahr warten. Erst, wenn sie in der Schule ist, darf sie auch mitmachen.

"Ein gutes Hobby"

Kindgerecht soll es bei der Kinderfeuerwehr zugehen: "Wir werden mit den Kindern zum Beispiel basteln. Aber es ist auch wichtig, dass sie mal alle anderen von der Feuerwehr kennenlernen und sehen, dass die Feuerwehr ein gutes Hobby ist", erklärt Miriam Sattler das Konzept. "Es geht darum, dass sie erst mal ins Feuerwehrhaus kommen und merken, dass es hier bei uns Spaß macht", ergänzt Nicole Schmalfuß.
Natürlich werden die Feuerwehrkids auch mal eine Ausfahrt im Feuerwehrauto machen dürfen und die Geräte für die Einsätze kennen lernen.

"Wir wissen, dass es nicht einfach ist, die Kinder zu begeistern. Andere Wehren haben mit Samstagsterminen schlechte Erfahrungen gemacht, weil eben am Wochenende auch Fußball ist", weiß der Vorsitzende der Katschenreuther Wehr, Erwin Lauterbach. "Aber wir probieren das jetzt einfach mal."
Und auch seine Stellvertreterin Nadja Herold ist Feuer und Flamme für die Idee. Denn sie sieht in der eigenen Familie, wie schnell Kinder verplant sind und wie früh andere Vereine und Hobbys die Kinder in ihren Bann ziehen.

"Eine Mitgliedschaft bei der Kinderfeuerwehr kostet nichts. Und beim Start sind die Eltern dabei", freut sich Miriam Sattler schon auf den Start der Initiative. Natürlich dürfen nicht nur Kinder aus Katschenreuth kommen: Auch Mädchen und Jungen aus der Umgebung sind willkommen.

Kreisbrandrat Stefan Härtlein lobt den Vorstoß der Katschenreuther . "Die Kinderfeuerwehren gibt es schon in Lanzendorf, Untersteinach, Stadtsteinach und Schwarzach. Das sind reine Vereinsangelegenheiten"; erklärt der Kreisbrandrat und betont, dass diese Aktivitäten unter dem Aspekt "Brandschutzerziehung" laufen. "Es ist wichtig, die Kinder schon früh zu begeistern. Andere Organisationen wie das THW oder die Sportvereine machen das auch."

Noch kein Nachwuchsmangel

Zwar herrscht bei den Wehren derzeit akut noch kein Nachwuchsmangel, zumindest nicht dort, wo Jugendarbeit gemacht wird. Aber es kommt selten vor, dass sich plötzlich jemand mit 30 entscheidet, bei der Feuerwehr anzufangen. Nur durch Rekrutierung des eigenen Nachwuchses könne man die Feuerwehrarbeit zukunftssicher machen.

"In der Meute macht's Spaß"

Bei seiner eigenen Heimatwehr in Mainleus wird die Jugendarbeit seit Jahren gebündelt. "Wir machen die Jugendarbeit zentral für alle 14 gemeindlichen Wehren. So haben wir viele Jugendliche - und in der Meute macht den Jugendlichen die Ausbildung eben mehr Spaß als wenn sie nur ein kleines Grüppchen sind."

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren