Fesselsdorf
Konzert

Seubersdorfer Scheuna-Festival: Klein Wacken hat seine Hymne

Beim 22. Seubersdorfer Scheuna-Festival vermacht "Euroschäck"-Gitarrist Frank Zeutschel dem kleinen Weismainer Ortsteil ein Lied. Wie in den Vorjahren geht auch diesmal so richtig der Punk ab.
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"Halleluja, Halleluja Rockcity Seubersdorf" singen voller Inbrunst (von links) Brandy Schäck und Frank Zeutschel von der Gruppe "Euroschäck", verstärkt durch Stefan Hatzold, der vor 21 Jahren das Festival mit aus der Taufe gehoben hatte.  Foto: Stephan Stöckel
"Halleluja, Halleluja Rockcity Seubersdorf" singen voller Inbrunst (von links) Brandy Schäck und Frank Zeutschel von der Gruppe "Euroschäck", verstärkt durch Stefan Hatzold, der vor 21 Jahren das Festival mit aus der Taufe gehoben hatte. Foto: Stephan Stöckel
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Klein Wacken hat seine Hymne. "Halleluja, Halleluja, Rockcity Seubersdorf", hallt es am Samstagabend wie eine Lobpreisung lautstark durch die Dorfgemeinschaftshalle des Weismainer Ortsteils. Die 200 Fans wiegen sich im Schunkelrhythmus und grölten inbrünstig den eingängigen Refrain mit.

Gitarrist Frank Zeutschel von der Gruppe "Euroschäck" hat dem Ort, im dem vom Teenie bis zum Oldie fast jeder für den Rock'n'Roll brennt, ein Lied auf den Leib geschrieben, in dem es heißt: "Da gibt es etwas, das hat Bestand, das ist das Scheuna- Festival im schönen Frankenland."

Gemütlich und familiär

Bereits zum 22. Mal geht auf Weismains Jurahöhen der Punk ab. "Die Schnapszahl 22 muss im Bierland Franken gefeiert werden", ruft der Berliner Musiker, der seit vielen Jahren Mitglied bei der Kulmbacher Kultband ist, den Fans zu. Mit der Ernennung zur "Rockcity" wolle er den Einwohnern seinen Respekt zollen, erzählt er vor dem Konzert. Ob als Musiker oder privat - der Großstädter kommt immer wieder gerne in die fränkische Provinz, wo es gemütlich und familiär zugehe und Musiker mit einer deftigen Brotzeit belohnt würden. "Es geht zu wie auf einem Klassentreffen", beschreibt er einen weiteren Charakter des Festivals. Die Seubersdorfer fühlen sich geehrt.

Voller Stolz zeigen Stefan Hatzold und Uwe Weiß einen ganz besonderen Krug. Auf dem Fünf-Liter-Humpen haben sich die 15 Personen verewigt, die vor 21 Jahren das Festival aus der Taufe gehoben hatten. Der Zusammenhalt im Dorf ist für Hatzold das Erfolgsgeheimnis der Veranstaltung. Hans Bienlein huscht vorbei, über den Hatzold schwärmt: "Mit seinen 80 Jahren kehrt er noch mit auf."

Im Hintergrund schmiert die 20-jährige Cecilia Dauer Brötchen, die über ihr Engagement sagt: "Bei einem eingespielten Team macht es Spaß, mit zu helfen." Für Hatzold gibt es an diesem Abend kein Halten mehr. Immer wieder unterstützt er die für ihn "geilste Band der Welt", die Gruppe "Euroschäck", textsicher und mit kräftiger Stimme als Gastsänger.

Punk-Rock-Granate

Dass es nie langweilig wird, dafür sorgen auch die drei anderen Gruppen. Die Kronacher Kapelle "The Black Tape" macht dem Namen ihres aktuellen Albums "Where The Action Is" alle Ehre. Die Jungs zünden eine zornige Punk-Rock-Granate nach der anderen, die die Besucher nach allen Regeln der Drei-Akkorde-Kunst aufwühlt und ihnen Freudetränen in die Augen treibt.

Die Bamberger Combo "Deviltrain" nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise durch das gelobte Hard-Rock-Paradies, in dem Musiker mit ihrem spielerischen Können nicht geizen. Das berühmte Tüpfelchen auf dem i ist Sängerin Simona Arnold, die Alt und Jung mit ihrer bärenstarken Stimme beeindruckt.

Die Formation "The Romp" aus dem Nürnberger Land ist der Harcore-Energy-Drink, der zu später Stunde die Fans bei der Stange hält. Die Jungs legen ein mitunter schwindelerregendes Tempo an den Tag, bei dem man sich unwillkürlich fragt: "Wie machen die das nur?" So mancher Fan lässt den Worten Taten folgen und tanzt ausgelassen Pogo zum Hochgeschwindigkeitspunk.

Noch genügend Energie

Und "Euroschäck"? Die Gruppe versprüht jede Menge Nostalgie, die bei Klassikern aus 37 Jahren Bandgeschichte wie "Dies und Das", "Bomben" oder "Leben ist Fleisch" Erinnerungen an selige Punk-Rock-Momente weckt.

Auch im fortgeschrittenen Alter haben Brandy Schäck (Gesang), Stefan Eggmaier (Bass), Markus Köstner (Schlagzeug) sowie Ed Bergmann und Frank Zeutschel (beide Gitarre) noch immer genügend Energie für eine spritzige Rock'n'Roll-Sause und das Herz am rechten Punk-Rock-Fleck.

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