Schwarzach bei Kulmbach
Mobilfunk

Sendemast in Schwarzach: "Die Leute sind besorgt"

Gegen die Pläne der Telekom, in Schwarzach eine Anlage zu errichten, hat sich Widerstand formiert.
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Die geplante Errichtung eines Mobilfunkmastes in Schwarzach schlägt in der Dorfbevölkerung hohe Wellen. Symbolbild: Stefan Sauer, dpa
Die geplante Errichtung eines Mobilfunkmastes in Schwarzach schlägt in der Dorfbevölkerung hohe Wellen. Symbolbild: Stefan Sauer, dpa
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Ja, ihnen sei schon klar, dass jeder ein Handy in der Tasche hat und den Mobilfunk nutzt. Aber den Mobilfunkmast in Schwarzach lehnen Peter Schütz und Oliver Friedrich dennoch ab. Ihr Ziel ist es, einen anderen, besseren Standort für den von der Telekom geplanten Mast zu finden. Einen Platz, an dem die Netzabdeckung gegeben, aber die Strahlenbelastung möglichst gering ist. Diesen Standort sollten Gutachter ermitteln.

Das Thema ist Dorfgespräch

Peter Schütz, dessen Haus sich direkt neben dem vorgesehenen Standort befindet, hat sich bereits mit Schreiben an Bürgermeister Robert Bosch (CSU) und die Gemeinderäte gewandt und die Bedenken der Bevölkerung wegen des 36 Meter hohen Masts verdeutlicht. "Das Thema ist das Dorfgespräch, die Leute sind besorgt", sagt er.

Ziel: andere Standorte finden

In seinem Schreiben bittet er die Kommunalpolitiker ("Die waren von dem Bauantrag genauso überrascht wie wir"), ein Dialogverfahren mit der Deutschen Funkturm zu eröffnen. Die hat den Bauantrag gestellt. Ziel: andere Standorte außerhalb des Ortes finden und die Immissionen minimieren - bei gutem Empfang. Das habe beispielsweise die Gemeinde Altenkunstadt so gemacht.

Ferner verweist Schütz auf den mangelnden Grenzabstand und auf die Auswirkungen auf das Ortsbild. "Der Mast ist höher als die Kirche."

Andere Anlagen optimieren

Oliver Friedrich ist Sprecher der von besorgten Bürgern ins Leben gerufenen Initiative "Mensch und Mobilfunk - Aufklärung und Fürsorge". Man wolle sachlich und konstruktiv diskutieren, um eine Lösung zu finden. "Wir sind keine Mobilfunkkritiker, schließlich nutzen wir alle die Technik", betont er.

Vielmehr wolle man das Thema von mehreren Blickwinkeln beleuchten und Denkanstöße geben. Vielleicht könnten Alternativstandorte gefunden und andere Anlagen so optimiert werden, "dass auch so eine gute Netzabdeckung gewährleistet ist".

Für 19. März hat die Gemeinde eine Infoveranstaltung anberaumt. Rede und Antwort stehen laut Bürgermeister Bosch dabei Vertreter der Telekom, des Gesundheitsamts, des Landesamts für Umwelt und des Landratsamts (siehe Infokasten).

"Wir wollen dem Antragsteller die Möglichkeit geben, über das Vorhaben zu informieren, und den Bürgern die Chance, ihre Fragen zu stellen und ihre Meinung zu sagen", so Bosch.

Vorerst keine weiteren Schritte

Seit der letzten Sitzung des Mainleuser Gemeinderats, in der zahlreiche Besucher ihren Unmut über das Vorhaben kundgetan hatten, habe sich die Verwaltung in allen Fragen des Bauplanungsrechts beraten lassen, um keine Fristen zu versäumen, betont Bosch. Bis zum 19. März würden seitens der Kommune keine weiteren Schritte in der Sache unternommen. Deshalb stehe in der März-Sitzung des Gemeinderats der Mobilfunkmast auch nicht auf der Tagesordnung. Sollte eine Zusammenkunft zu dem Thema notwendig werden, werde eine Sondersitzung anberaumt.

Telekom wartet 19. März ab

Die Telekom wird den Bau des Funkmasts im Moment auch nicht weiter vorantreiben und ebenfalls die Informationsveranstaltung am 19. März abwarten, heißt es seitens des Konzerns. "Bis dahin wird vor Ort nichts passieren. Der Veranstaltung wollen wir nicht vorgreifen, sondern werden dort alle Fragen beantworten", schreibt die Pressestelle auf Nachfrage der Bayerischen Rundschau nach dem weiteren Vorgehen.

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