Kulmbach
Polizei

Kulmbach: SEK-Einsatz im Wohngebiet: Waffenlager entdeckt - Familienvater (62) in U-Haft

Der 62-jährige Kulmbacher, der am Samstag im Stadtteil Weiher seinen Sohn mit einer scharfen Waffe bedroht haben soll, wurde dem Haftrichter vorgeführt.
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Der 62-jährige Kulmbacher, der am Samstag im Stadtteil Weiher seinen Sohn mit einer scharfen Waffe bedroht haben soll, wurde dem Haftrichter vorgeführt. Symbolbild: pixabay.com / Skitterphoto
Der 62-jährige Kulmbacher, der am Samstag im Stadtteil Weiher seinen Sohn mit einer scharfen Waffe bedroht haben soll, wurde dem Haftrichter vorgeführt. Symbolbild: pixabay.com / Skitterphoto
SEK-Einsatz in Kulmbach am Wochenende: Samstagvormittag in einer Wohnstraße in Weiher. Anwohner gießen Blumen, der Briefträger bringt die Post. Doch diese Männer passen so gar nicht ins Bild von der Wochenend-Normalität: Es sind bewaffnete Sondereinsatzkräfte, die ein Haus umstellen und sich langsam nähern.

Das Aufsehen erregende Aufgebot hat, wie sich später herausstellt, einen triftigen Grund: Ein 42-Jähriger, der dort wohnt, hatte die Polizei alarmiert. Sein 62-jähriger Vater, so gibt er zu Protokoll, soll ihn im Zuge einer verbalen Auseinandersetzung plötzlich mit einer geladenen Waffe bedroht haben.

Nach Angaben von Jürgen Stadter, Presseprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken in Bayreuth, stellten die Spezialeinsatzkräfte im Wohnhaus eine scharfe Schusswaffe sicher. Die soll sich "im unmittelbaren Einwirkungskreis des Mannes" befunden haben, wie es in einer Pressemitteilung heißt.


Weitere Waffe und Munition

Bei der Durchsuchung entdeckten die Ermittler der Kulmbacher Polizei demnach weitere Waffen sowie Munition und stellten diese sicher. "Die Ermittlungen zu Herkunft und Einordnung dieser Gegenstände dauern an."

Nicht bestätigen konnte Stadter, dass der 62-Jährige auch andere Familienangehörige, die mit ihm unter einem Dach leben, ebenfalls bedroht haben soll. "Es waren weitere Mitglieder der Familie mit im Haus, aber die hielten sich zum Zeitpunkt der vermeintlichen Tat wohl in anderen Zimmern auf."


Widerstandslos festgenommen

Der Vater ließ sich nach Angaben der Polizei widerstandslos festnehmen. Er befindet sich auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Bayreuth mittlerweile in Untersuchungshaft. Die Polizei Kulmbach führt gegen ihn Ermittlungen wegen Bedrohung und Verstößen nach dem Waffengesetz.
Wie Leitender Staatsanwalt Herbert Potzel auf Nachfrage mitteilte, ermitteln die Behörden wegen des Waffenbesitzes sowie der angeblichen Bedrohung. Beide Taten seien unterschiedlich zu werten- "Sollte der Mann die Waffe womöglich illegal besessen haben, dann wiegt das schwerer als die Bedrohung. Das Waffengesetz sieht hier als Strafrahmen sechs Monate Haft aufwärts vor. Bei einer Bedrohung liegt der Rahmen bei Freiheitsstrafe mit einem Jahr oder aber Geldstrafe."


Zweiter Einsatz nach 2015

Zur Erinnerung: Das Sondereinsatzkommando der Polizei aus Nürnberg war schon einmal wegen eines Vorfalls in Weiher alarmiert worden: Im Oktober 2015 nahm die Spezialtruppe einen 19-Jährigen in Gewahrsam. Der junge Mann hatte gedroht, seine Eltern umzubringen und auch gegen andere Personen Drohungen ausgesprochen.

Ein Familienmitglied hatte damals die Kulmbacher Polizei über die Äußerungen informiert und darauf hingewiesen, dass sich der 19-Jährige äußerst aggressiv verhalte. Nachdem die Polizeibeamten davon ausgehen mussten, dass der Mann mindestens im Besitz eines Messers war, das er auch gegen die Polizei einsetzen würde, wurde das SEK zur Unterstützung gerufen. Nachdem die Spezialkräfte die Wohnungstür aufgebrochen hatten, ließ sich der Mann widerstandslos festnehmen.

Im März 2015 hatten die Spezialkräfte ein Anwesen durchsucht und verschiedene Schusswaffen und Munition gefunden. Der 48-jährige Besitzer wurde widerstandslos festgenommen. In seiner Sammelleidenschaft hatte sich der Mann offenbar eine Schrotflinte, die er zur "Pumpgun" umgebaut hatte, sowie zahlreiche Munition und zwei weitere Langwaffen besorgt. Große Aufregung hatte damals auch im nahe gelegenen Paul-Gerhard-Kindergarten geherrscht.
(Mit Material des Polizeipräsidiums Oberfranken)

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