Döhlau
Kriminalität

Schweizer "zufällig" nach Franken entführt

Kurz vor der Aufklärung steht offenbar die angebliche Entführung eines Schweizer "Millionärs" nach Oberfranken. Der Anwalt war Dieben in die Quere gekommen, die seinen teuren BMW klauen wollten. Die Täter zwangen ihn zu einer 700 Kilometer langen Odyssee von St. Gallen nach Kautendorf bei Hof.
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Foto: News5 / Fricke
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Der zunächst überaus mysteriöse Kriminalfall verhilft Kautendorf bei Hof zu internationaler Bekanntheit: Behörden in der Schweiz, Tschechien und Deutschland versuchen, die mutmaßliche Entführung eines Schweizers aufzuklären, die am Samstag in St. Gallen begonnen und Stunden später in Oberfranken geendet hatte.
"Millionär aus der Schweiz nach Oberfranken entführt." Die Schlagzeile war am Montag in vielen Tageszeitungen zu lesen, in Schweizer Blättern auch in französischer und italienischer Sprache: Über Nacht ist Kautendorf mit seinen 630 Einwohnern in aller Munde.

Was genau hinter der Odyssee steckt, hütet die Staatsanwaltschaft in St. Gallen besser als das Schweizer Bankgeheimnis. "Zu diesem Fall geben wir mit Blick auf die laufenden internationalen Ermittlungen keine weiteren Auskünfte", sagt Natalie Häusler, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft in der Schweiz.
Immerhin bestätigte die Staatsanwaltschaft am Montagabend, dass die beiden "Entführer" gefasst worden sind.

Fest steht auch, dass die Entführung des 53-jährigen Anwalts kein geplantes Kidnapping war. Die beiden Täter hatten versucht, den teuren BMW aus einer Tiefgarage zu stehlen; dabei hatte sie der Besitzer des Wagens ertappt, und die Diebe zwangen ihn, mit in den Wagen zu steigen. Nachdem sie ihn nach einer 700 Kilometer langen fahrt unweit der A93 in Oberfranken "ausgesetzt" hatten, flüchteten die Täter mit dem BMW nach Tschechien. Der Schweizer ist inzwischen wieder zu Hause und wird als Zeuge vernommen. Er ist wohlauf.
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