Protest

Schwarzacher sagen "Nein zum Funkturm im Ort"

Die Schwarzacher wollen den Mobilfunkmast in ihrem Dorf nicht. Das machten sie dem Gemeinderat am Montagabend deutlich.
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Stiller Protest: Zahlreiche Bürger wehren sich gegen den geplanten Funkmast in Schwarzach. Jürgen Gärtner
Stiller Protest: Zahlreiche Bürger wehren sich gegen den geplanten Funkmast in Schwarzach. Jürgen Gärtner

"Nein zum Funkturm im Ort !!!!!" stand in großen Lettern auf den Zetteln, die die rund 100 Besucher in die Höhe hielten und dem Gemeinderat damit ihre Meinung zum geplanten Mobilfunksendemast mitten in Schwarzach kundtaten. Wegen des großen Andrangs war die Sitzung am Montagabend extra in die Aula der Mainleuser Schule verlegt worden.

Der Bauantrag der deutsche Funkturm GmbH, ein Tochterunternehmen der Telekom, bringt die Bürger auf die Barrikaden. Die Gesellschaft beabsichtigt, einen 36 Meter hohen Mast auf einem Privatgrundstück mitten in dem kleinen Ortsteil zu errichten.

Auf Hinweis von Gemeinderat Erich Schiffelholz (ABL), dass wohl mit einem starken Besuch zu rechnen sei, hatte Bürgermeister Robert Bosch (CSU) die Sitzung kurzfristig in die Schulaula verlegt.

Eine weise Entscheidung, denn die Reihen waren dicht gefüllt. Aufgrund des großen öffentlichen Interesses zog er den Punkt auch an den Anfang der Sitzung - was mit Beifall bedacht wurde.

Bosch erläuterte den Besuchern die Vorgeschichte des Bauantrags.

So habe die Telekom die Gemeinde im vergangenen Jahr darüber informiert, dass sie den Netzausbau forcieren will und Bedarf für eine neue Basisstation in Schwarzach sieht. Im September habe das Unternehmen mitgeteilt, dass zwei Flurstücke für ihr Vorhaben in Frage kommen: ein privates Grundstück und eines der Gemeinde - das Schwarzacher Sportgelände. Damals sei von einem 20 bis 25 Meter hohen Mast die Rede gewesen.

Im Oktober habe er den Rat von dem Vorhaben unterrichtet und der Telekom mitgeteilt, dass man das Projekt öffentlich erläutern wolle. "Seitdem habe ich nichts mehr gehört", so der Bürgermeister. Am Dienstag vergangener Woche sei nun der Bauantrag in der Verwaltung eingegangen: Der Mast soll auf dem Gelände hinter dem Reiterhof in Schwarzach errichtet werden. Auch erst seit Dienstag sei bekannt, dass die Anlage eine Höhe von 36 Metern haben soll.

Noch am Dienstag habe er dann die Telekom, beziehungsweise den Bauherrn informiert, dass er vor einer Entscheidung des Rats die Öffentlichkeit in einer Bürgerversammlung informieren wolle, so der Bürgermeister weiter. Zu der Veranstaltung sollen neben dem Antragsteller das Landesamt für Umwelt, das Gesundheitsamt und das Landratsamt als Aufsichtsbehörde eingeladen werden.

Bürgerversammlung am 19. März

Den Termin für die Bürgerversammlung gab er gleich bekannt: 19. März um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle in Schwarzach.

Bis dahin vertagte der Gemeinderat die Entscheidung - auch aus dem Grund, dass er in dem Verfahren so weiter die Zügel in der Hand hat. Denn wie Bauamtsleiter Hans-Georg Busch erklärt hatte, werde bei einer Ablehnung der Antrag an das Landratsamt gehen und die Behörde wohl das Einvernehmen der Gemeinde ersetzen.

Das befürchtet auch Dieter Pöhlmann (CSU). "Es ist zudem wichtig, dass wir uns über rechtliche Schritte informieren", sagte er. Dass man das Verfahren nicht dem Landratsamt überlassen sollte, das sah sein Fraktionskollege Siegfried Escher ebenso: "Wir sollten erstmal durchschnaufen, nachdem der Antrag erst in der vergangenen Woche gekommen ist".

"Vertagen und die öffentliche Veranstaltung abwarten", war auch die Meinung von Erich Schiffelholz.

Detlef Weißmann (SPD) verwies auf den großen Widerstand und äußerte seine Zweifel, ob es sich um ein privilegiertes Vorhaben handelt.

Nachdem die Entscheidung einstimmig vertagt wurde, gab es zum zweiten Mal Applaus an diesem Abend.

Um ihr weiteres Vorgehen zu beraten, treffen sich die Gegner des Funkmasts am Sonntag um 15.30 Uhr im Oberen Wirt in Schwarzach. Die Bevölkerung ist eingeladen.



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