Schwarzach bei Kulmbach
Widerstand

Schwarzach: Mobilfunkmast soll mitten ins Dorf

Die Telekom plant, in Schwarzach eine Sendeanlage zu errichten, um eine bessere Netzabdeckung zu erreichen. Dagegen regt sich Widerstand.
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Symbolbild: Archiv/fotolia
Symbolbild: Archiv/fotolia

Unter dem Punkt 12 "Bauanträge" verbirgt sich Zündstoff: Am Montagabend geht es im Mainleuser Gemeinderat um ein brisantes Thema - die Errichtung eines 36 Meter hohen Mobilfunkmastes mitten in Schwarzach. Gegen das Vorhaben regt sich Widerstand.

Zu den Kritikern gehört Alex Kaiser. Der wohnt zwar im benachbarten Wernstein, macht sich aber dennoch Sorgen. "Denn solche Masten strahlen über eine ganz schöne Entfernung."

Strahlung ist für ihn auch das Stichwort. Denn der Biologe befürchtet gesundheitliche Folgen: "Die Funkstrahlung liegt im gleichen Frequenzbereich wie die einer Mikrowelle und hat Auswirkungen auf jedes Lebewesen", erklärt er.

Kaiser betont, dass es ihm nicht um Panikmache geht, sondern um "knallharte wissenschaftliche Fakten. Wir können die Strahlung nicht spüren und fühlen, aber sie betrifft jeden". Nachdem es sich beim Mobilfunk um eine relativ junge Technologie handelt, könne niemand deren Folgen genau abschätzen. "Wir befinden uns in einem Langzeittest."

Aus Sicht des Biologen verweist er vor allem auf zwei Punkte, die ihm Sorgen machen: Zum einen auf die Bildung von Sauerstoffradikalen, die die Moleküle in den Zellen angreifen und Krankheiten (Stoffwechselstörungen, Hautschädigungen) auslösen würden. Zum anderen verweist er auf die Schädigung der DNA.

Natürlich weiß er, dass heute kaum jemand mehr auf sein Mobiltelefon verzichten will. Deshalb geht es ihm nicht darum, den Mast zu verhindern, sondern den idealen Standort zu finden, an dem eine optimale Abdeckung mit möglichst niedriger Sendeleistung erfolgen kann. "Das Ziel sollte es sein, die Strahlenbelastung der Bevölkerung zu minimieren", sagt er und hofft in diesem Zusammenhang auf Unterstützung durch die Gemeinde.

Die wird er zumindest von Erich Schiffelholz (ABL) auch bekommen. "Wir werden öffentliche Informationen fordern, bevor wir über das Vorhaben beschließen", erklärte er auf Nachfrage der Bayerischen Rundschau. Er bestätigte, dass ein Bauantrag der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG) - eine Tochtergesellschaft der Telekom - dem Markt vorliegt. In dem Antrag gehe es um die Errichtung eines Betonmasts auf einem Privat-Grundstück in Schwarzach.

Das Thema sei zwar schon länger in der Kommune "herumgegeistert", aber der Bauantrag sei erst vor kurzem eingereicht worden. "Vielleicht, weil mit Widerstand gerechnet wird", spekuliert er.

Schiffelholz weiß, dass es sich rein rechtlich um ein "privilegiertes Vorhaben" handelt, das nur schwer zu verhindern sei. "Aber vielleicht kann man irgendwo noch einhaken", sagt er und fordert deshalb eine öffentliche Info-Veranstaltung. Darin sollte auch die Frage gestellt werden, warum der Mast unbedingt in einer Wohnsiedlung stehen soll.

Diese Informationsveranstaltung ist auch ein Wunsch von Bürgermeister Robert Bosch (CSU). Zu der Versammlung werde er nicht nur einen Vertreter der DFMG beziehungsweise der Telekom, sondern auch einen Experten des Landesamts für Umwelt einladen, um eine unabhängige Stelle zu hören.

Bosch weiß um das Spannungsfeld zwischen besserer Netzabdeckung und der Sorge um eine Strahlenbelastung, wie sie von den Gegnern angeführt werde. Deshalb werde er dem Gemeinderat am Montagabend empfehlen, noch nicht über den Bauantrag zu entscheiden, sondern die öffentliche Veranstaltung abzuwarten.

In diesem Zusammenhang teilte der Bürgermeister mit, dass Vodafone in Mainleus eine neue Anlage in Betrieb genommen hat (siehe auch Bericht "Weiße Flecken sollen weniger werden") und ein Funkmast bei Witzmannsberg errichtet worden ist. Der sei allerdings noch nicht eingeschaltet worden.

Die Sitzung des Gemeinderats beginnt am Montag um 19 Uhr im Rathaus.

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