Stadtsteinach
Gemeinde

Schulden von Stadtsteinach sollen schwinden

Bürgermeister Roland Wolfrum nutzte die Bürgerversammlung, um anstehende Investitionen in Stadtsteinach zu erläutern.
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Stadtsteinach hat derzeit beim Stadtentwickler DSK ein Konzept für die weitere Entwicklung der Stadt in Auftrag gegeben, das Peter Großmann in der Bürgerversammlung vorstellte. Foto: Klaus Klaschka
Stadtsteinach hat derzeit beim Stadtentwickler DSK ein Konzept für die weitere Entwicklung der Stadt in Auftrag gegeben, das Peter Großmann in der Bürgerversammlung vorstellte. Foto: Klaus Klaschka

Bis auf den letzten Sitzplatz gut besucht war die Bürgerversammlung für Stadtsteinach im Schulzentrum nur, als es um den Bau der Stadtumgehung ging. Immerhin noch 20 Besucher und sieben Stadträte waren zur Bürgerversammlung am Donnerstagabend gekommen, in der Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) die größeren Ausgaben und Investitionen der Stadt im abgelaufenen Jahr erläuterte.

Zudem berichtete Stadtplaner Peter Großmann vom Nürnberger Büro der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) über den Sachstand des Entwicklungskonzeptes (ISEK) für die Stadt, das derzeit entwickelt wird.

Unmut über Straßen und Wege

Die meisten Beschwerden und Anregungen der Bürger bezogen sich allerdings auf Straßen und Wege. Klaus Bodenschatz bemängelte den Zustand der Alten Pressecker Straße. Sie sei mehrfach geflickt, in schlechtem Zustand, werde aber stark und oft zu schnell befahren.

Zudem sei die Beleuchtung in der Senke nach der Schule nicht ausreichend. Dies sei der Stadt bereits bekannt, warf Bürgermeister Wolfrum dazu ein. Im Augenblick wäre eine Sanierung allerdings kontraproduktiv - zumindest so lange noch Schwerlastverkehr wegen der Sanierung des Schulhauses auf der Straße fahre. Sobald die alte Turnhalle abgerissen sei, wäre die Sanierung der Straße auf der Agenda des Stadtrats. "Das wird aber nicht mehr 2019 sein", so Wolfrum.

Im gleichen Zug sei auch die Sanierung der Grünbürgstraße zu planen, der ganze Ring um das Wohngebiet mit dem Schulzentrum. Außen vor bleibt die weitere Sanierung der Straße stadtauswärts, die wegen der Umgehungsstraße anders werden wird.

Zu wenig Beleuchtung

Wie man die Beleuchtungssituation verbessern könne, würde man sich bald anschauen, sicherte Wolfrum zu. Auch die Stolperstellen am Fußweg zwischen Unterzaubach und der Stadtgrenze seien im Rathaus gekannt. Auch hier werde sich die Stadt um eine Verbesserung kümmern. Ebenso um die Beleuchtung. Der Weg hinter den Leitplanken entlang der Bundesstraße ist dunkel, sobald die Parkplatzbeleuchtung bei Rewe ausgeschaltet ist. Eine weitere Sanierung des Wegs stadtauswärts macht aber keinen Sinn, so Wolfrum, da dieser mit Bau des Kreisels zur St 2195 völlig anders verlaufen werde.

Dass die projektierte Starkstromleitung nun näher an Vogtendorf rücken soll, so der Hinweis von Franz Josef Hempfling, sei der Stadt bekannt, sagte Bürgermeister Wolfrum. Der Stadtrat wird sich damit in der Dezembersitzung beschäftigen.

Konzept für die Stadt

Für die weitere Entwicklung der Stadt - insbesondere in der Zeit nach der Fertigstellung der Umgehungsstraße - hat Stadtsteinach derzeit beim Stadtentwickler DSK ein Konzept in Auftrag gegeben, das Peter Großmann vorstellte. Im Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) sollen Entwicklungsziele der Stadt beschreiben werden.

Dafür habe es bereits einen Stadtrundgang und einen Tag mit Bürgerbeteiligung gegeben, so Großmann, an dem Ideen und Wünsche zusammengetragen wurden. Positive und attraktive Dinge gebe es in Stadtsteinach vereinzelt. Man müsse diese miteinander verbinden. Das Konzept, das die DSK derzeit erarbeite, soll dem Stadtrat im Februar vorgelegt werden.

Hier will Stadtsteinach 2019 investieren

Die Aktivitäten der Stadt beziehungsweise des Stadtrates riss Bürgermeister Wolfrum in einem fast einstündigen Vortrag an. So wurde ein Mehrzweckfahrzeug angeschafft und die dritte Drehleiter im Landkreis durch die Feuerwehr übernommen. Die Teilsanierung der Schule und der Neubau der Turnhalle kosten eine Million Euro. In Planung sei eine Generalsanierung.

Stadtmauer soll saniert werden

Daneben gebe es kleinere Vorhaben, wie der Erhalt von Wegkreuzen, aber auch große wie die Sanierung der Stadtmauer, die durchaus 300 000 Euro kosten werde.

Im Bereich der Kinderbetreuung bestehe akuter Handlungsbedarf, so Wolfrum. Man müsse zwei weitere Gruppen unterbringen, eventuell sogar übergangsweise in einem Provisorium. Eine große Investition stehe beim Freibad an. Dort soll die neue Photovoltaikanlage sogar Überschuss erzeugen. Auch im Campingplatz werde man investieren, nachdem dieser, insbesondere unter dessen neuer Leitung, immer mehr Zuspruch erfahre.

Durch Förderung über die Nord-Ost-Bayern-Initiative wird an der Wehrstraße einiges geschehen. Ebenso über die Stadterneuerung im Stadtpart an der Partheimühle. Außerdem soll, wie kürzlich beschlossen, im städtischen Friedhof etwas getan werden. Ein neues Konzept brauche man auch für die Wasserversorgung oberhalb des Steinbruchs, da dort im Augenblick mit Tankfahrzeugen nachgefüllt werden muss.

Unerwartete Einnahmen habe die Stadt laut Bürgermeister Wolfrum zurzeit aus den 120 Hektar Stadtwald. Nachdem dort ein Käfer unterwegs war, mussten eine Menge Bäume gefällt werden.

Noch 450 000 Euro Schulden

Insgesamt sei die Stadt finanziell im Aufwind. Bisher habe man zwei Millionen Euro an Stabilitätshilfen erhalten, weitere 200 000 Euro sollen zum Jahresende folgen, so dass die Stadt zum 31. Dezember noch 450 000 Euro Schulden haben werde (davon 400 000 Euro wegen der neuen Turnhalle).



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