Presseck
Gemeinderat

Schuhfabrik Ott wird noch im November abgerissen

Die Tage der ehemaligen Schuhfabrik Ott in Presseck sind endgültig gezählt. Auf dem Gelände werden Parkplätze und eine Grünfläche angelegt.
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Noch in diesem Monat wird mit dem Abriss der ehemaligen Schuhfabrik Ott am Ortsrand von Presseck begonnen. Der Gemeinderat vergab am Montag hierfür den Auftrag.
Noch in diesem Monat wird mit dem Abriss der ehemaligen Schuhfabrik Ott am Ortsrand von Presseck begonnen. Der Gemeinderat vergab am Montag hierfür den Auftrag.

Der Gemeinderat vergab in seiner Sitzung am Montagabend den Auftrag für den Abriss der alten Schuhfabrik an das Spezialabbruch-Unternehmen Eginolf Reuther in Wallenfels zum Preis von 139 000 Euro. Mit dem Abbruch soll noch in diesem Monat begonnen werden. Die Beplanung des Geländes nach dem Abbruch ist bereits weit fortgeschritten: Dort sollen Parkplätze entstehen sowie eine Grünfläche bleiben, die bei Bedarf von Gewerbe bebaut werden kann.

Außerdem fasste der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss, dass im Waldgebiet hinter dem Heinersreuther Schloss ein Friedwald zur Urnenbestattung unter Bäumen nach dem Vorbild der Anlagen in Naila und Issigau entstehen soll. Die rechtliche Situation dieses Friedwalds ist verzwickt, aber lösbar, stellte sich bei der abermaligen Besprechung des Vorhabens im Gemeinderats heraus: Eine solche Anlage muss grundsätzlich von der Kommune betrieben werden. Die muss den Friedhof aber kostenneutral betreiben; ein Gewinn daraus wäre schädlich für den Status als Konsolidierungsgemeinde und zudem als Nicht-Pflichtaufgabe der Kommune nicht genehmigungsfähig. Ebenso ein Verlust, den sich die finanziell klamme Gemeinde gar nicht leisten kann.

Das Vertrags-Dreieck zwischen dem Markt Presseck und dem künftigen Betreiber der Anlage, der Reitzenstein'schen Land- und Forstwirtschafts-GmbH sowie dem Verpächter und Eigentümer des Waldes, der Lerchenfeld'schen Forstverwaltung wird analog dem der bestehenden Verträge für die Anlagen in Naila und Issigau gestaltet. Für Presseck bestanden die Sprecher der SPD-Fraktion, Gerd Leinfelder, sowie Sigmund Stefan für die Freien Wähler noch auf eine Verdeutlichung im Vertrag, so dass der Markt Presseck tatsächlich weder für die Verkehrssicherung zu und von der Anlage noch für den Insolvenzfall haftbar gemacht werden kann.

Verwaltet wird der Friedwald im Pressecker Rathaus, wofür die Gemeinde fünf Prozent des Umsatzes zum Abgleich der dadurch entstehenden Kosten bekommen wird. Alles Weitere obliegt dem Betreiber beziehungsweise dem Verpächter. Über den Betreibervertrag hatte der Gemeinderat im Augenblick jedoch noch nicht zu entscheiden. Mit seinem Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines Friedwalds machte er nun aber den Weg frei für die Änderungen von Nutzung und Bebauungsplan für das betreffende Waldgebiet.

Dass dieser Friedwald ein Gewinn für Presseck sei, darüber bestand Einigkeit im Gemeinderat. Bereits im April diesen Jahres, als das Thema erstmals auf der Tagesordnung stand, riefen Interessenten sowohl im Pressecker Rathaus als auch bei der Lerchenfeld'schen Verwaltung an, um ihr Interesse an einer Baumbestattung zu bekunden. Ebenso auch jetzt, als das Thema Friedwald für die Gemeinderatssitzung veröffentlich war. Bürgermeister Siegfried Beyer brachte es deshalb auf den Punkt: "Für Baumbestattungen gibt es eine große Nachfrage, auch von weit her. Wenn es Presseck nicht macht, dann macht es eine andere Gemeinde im Landkreis."

Neben dem Abbruchauftrag für die Schuhfabrik vergab der Gemeinderat im Rahmen des VgV-Verfahren zur Sanierung des Schulhauses den Auftrag für die Architekturleistungen nun an das Büro Drenske in Kulmbach. Zudem bestätigte der Gemeinderat die Kommandenten der Feuerwehr: Jürgen Müller und Jürgen Hohner als dessen Stellvertreter. Bürgermeister Beyer gab außerdem bekannt, dass der Zuwendungsbescheid über 50000 Euro für den Glasfaseranschluss des Schulhauses nun eingegangen sei; ebenso der Bescheid, dass der Markt Presseck für dieses Jahr Stabilitätshilfen über eine halbe Million Euro bekommt.

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