Kulmbach
Partnerschaft

Schützen-Pokal für türkische Praktikanten

Deutsche und türkische Kultur passen hervorragend zusammen. Das stellten jetzt Schüler und Lehrer aus Bursa und des beruflichen Schulzentrums unter Beweis.
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Beyzo Saru (17), Semra Fischer (20), Zeynaep Sengören (18) und Hatice Kumonova (16) werden den Aufenthalt in Deutschland nicht vergessen: Sie probierten bei den Thurnauer Schützen Bogenschießen und den Umgang mit dem Luftgewehr - und landeten auf dem zweiten Platz beim Bürgerschießen.Sonny Adam
Beyzo Saru (17), Semra Fischer (20), Zeynaep Sengören (18) und Hatice Kumonova (16) werden den Aufenthalt in Deutschland nicht vergessen: Sie probierten bei den Thurnauer Schützen Bogenschießen und den Umgang mit dem Luftgewehr - und landeten auf dem zweiten Platz beim Bürgerschießen.Sonny Adam
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Die Stadtkapelle Kulmbach spielte beim Festabend anlässlich der Partnerschaft zwischen den beiden Projektschulen "Berufliches Schulzentrum Kulmbach" und dem "Tophane Teknik Lisesi ve Endüstri Meslek Lisesi Bursa" im beruflichen Schulzentrum einen zünftigen Marsch. Der amtierende Schützenkönig Michael Frankenberger vom Schützenverein Thurnau hatte seine prunkvolle Königskette umgelegt. Und beim Einzug wurde die prunkvolle Schützenfahne geschwenkt.

Schulleiter Alexander Battistella und die Lehrer des beruflichen Schulzentrums hatten Businessanzüge und offizielle Kleidung mit zünftigen "Krachledernen" und Dirndl getauscht. Nicht, um den Gästen aus der Türkei fränkisch-bayerische Folklore näher zu bringen, sondern vor allem deshalb, um die türkischen Mädchen, die in diesem Jahr Kulmbach besuchten, hochleben zu lassen.

Zwei Wochen lang weilt eine Delegation, bestehend aus Schülern und Lehrern in Kulmbach. Unter anderem stand die Beteiligung beim Bürgerschießen in Thurnau auf den Plan. Und den türkischen Damen gelang eine kleine Sensation. Sie statteten dem Schützenverein Thurnau einen Besuch ab und gewannen beim Bürgerschießen einen Pokal.

Zehner auf Anhieb

Beyzo Daru (17), Zeynep Sengören (18) und Hatice Kumonova (16) sowie Übersetzerin Semra Fischer (20) probierten einfach verschiedene Schießdisziplinen aus. Aus purem Spaß. "Bogenschießen ist toll", sagte Beyzu Daru. Und dann schnupperten sie auch einmal in die Disziplin Luftgewehr hinein. Semra Fischer schoss auf Anhieb einen Zehner.

"Sie hat die Einweisung bekommen, legte das Gewehr an - es war ein Volltreffer", bestätigte Jochen Böhm, Lehrer an der Berufsschule in Kulmbach und Mitglied bei den Thurnauer Schützen. Beim Festabend konnten die türkischen Mädchen deshalb einen Pokal in Empfang nehmen. Der ist mehr als nur eine Ehrung für außergewöhnliche Leistungen, er soll zum Zeichen lebendiger Partnerschaft werden.

Seit 34 Jahren existiert die Partnerschaft zwischen dem beruflichen Schulzentrum und der Tophane Schule in Bursa schon. Regelmäßig besuchen türkische Gäste Kulmbach, regelmäßig fahren deutsche Schüler in die Türkei. Im Mittelpunkt steht der berufliche Austausch.

Einblilcke ins Arbeitsleben

Auch in diesem Jahr leisteten die Schüler wieder Praktika in heimischen Betrieben ab. Zeynap Sengören und Hatice Kumonova waren bei der Firma Wiegel und erhielten dort Einblicke ins Arbeitsleben. Beyzo Saru lernt in der Türkei Feuerwehr als Beruf. "Dabei handelt es sich um einen ganz normalen Lehrberuf", erklärt Austausch-Koordinator Christof Pöhlmann. Aus diesem Grund war Beyzo Saru (17) bei der Feuerwehr in Kulmbach zu Gast und einen Tag bei der Ireks. Dabei interessierte sie sich vor allem für den Brandschutz in dem Unternehmen.

Die beiden Jungs - Hamza Cozkun und Hakki Emir Diner - haben ihr Praktikum bei der Firma ago absolviert. "Ich habe ein ganz anderes Zeichenprogramm kennengelernt", erzählt Hamza Kozkun. Auch die Arbeitsabläufe sind anders, als die türkischen Schüler dies bislang kannten. "Der Aufenthalt war sehr informativ", bestätigt Hakki Emir Diner. Auch der Schulleiter der türkischen Schule war die ganze Zeit in Kulmbach präsent. Yusuf Ay wird allerdings versetzt: "Ich habe mich bei jedem Besuch in Kulmbach zu Hause gefühlt. Ich werde euch vermissen!" sagte er zum Abschied.

Durch die lebendige Partnerschaft zwischen den Schulen ist eine Städtepartnerschaft zwischen Kulmbach und Bursa entstanden. Begleitet wurde die Abordnung von Vertretern des Unesco-Clubs. Oberbürgermeister Henry Schramm empfing die türkische Delegation im Rathaus.

Schulleiter Alexander Battistella betonte, dass es immer die Begegnungen mit den Menschen seien, die das Leben lebenswert machen. "Ich war zwei Mal in Bursa und ich freue mich auf viele weitere Reisen in dieses schöne Land", so der Leiter des beruflichen Schulzentrums.

Von Herzlichkeit geprägt

Landrat Klaus Peter Söllner betonte, dass es vor allem in der heutigen Zeit wichtig sei, Verbindungen zu pflegen. Denn nur durch Freundschaft können Vorurteile abgebaut werden. "Kulmbach und Bursa (1,8 Millionen Menschen) sind zwei ungleiche Städte, aber die Gemeinsamkeiten verbinden", betonte der Kulmbacher Bürgermeister Ralf Hartnack.

Auf Unesco-Ebene bestärkten die Clubs in Kulmbach und Bursa die Partnerschaft. Hartmut Schuberth und Esra Minez waren sich einig, dass der Austausch von Herzlichkeit geprägt sei und wichtig sei. Auch die früheren Leiter des beruflichen Schulzentrums engagieren sich für die Partnerschaft.

Zum Festabend im beruflichen Schulzentrum hatten die Mitglieder der türkischen Gemeinde mitgeholfen, ein internationales Büffet aufzubauen. Gemeinsam feierten die beiden Nationen ihren Austausch und eine lebendige Partnerschaft. Auch eine Ausstellung über die Entwicklung der Partnerschaft wurde gezeigt.

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