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Schreibwettbewerb

Schreibwettbewerb: Wochenende

Die Bayerische Rundschau hat einen Schreibwettbewerb ausgelobt. Hier veröffentlichen wir die 21 Teilnehmer-Geschichten.
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Beim Schreibwettbewerb der Bayerischen Rundschau haben 21 Teilnehmer mitgemacht.Archiv/Ralf Ruppert
Beim Schreibwettbewerb der Bayerischen Rundschau haben 21 Teilnehmer mitgemacht.Archiv/Ralf Ruppert

Evi Weier, Kasendorf:

Wochenende

Mia hatte eine anstrengende und aufregende Woche hinter sich gebracht

und wollte nun zwei stressfreie Tage genießen. Losgelöst von den Problemen der letzten Zeit verbrachte sie das Wochenende in der kleinen, aber schnuckeligen Hütte am See.

Zusammen mit ihrem mittlerweile gefleckten Dalmatiner Dots, der als Welpe weiß zur Welt gekommen war, tobte sie durch die angrenzenden Wälder und tummelte sich mit ihm im Wasser. Das war etwas anderes, als der nervenaufreibende und kräftezehrende Job, der sie ordentlich beanspruchte.

Hah - "Wochenend" und Sonnenschein" - so begleitete sie gedanklich der alte musikalische Ohrwurm. Was wollte sie mehr? Sie inhalierte förmlich dieses herrliches Gefühl der Freiheit. Wie wunderbar konnte doch das Leben sein!

Nach den vielen Aktivitäten an der frischen Luft war sie nach dem Abendessen rechtschaffen müde und legte sich in die behaglichen Rotkarierten. Glücklich und zufrieden begab sie sich in Morpheus Arme. Seliger Schlummer umfing Mia. So geschah es auch in der zweiten Nacht von Sonntag auf Montag. Ganz früh wollte sie aus den Federn, damit sie rechtzeitig wieder an ihrem Arbeitsplatz erscheinen konnte. Dots lag neben ihrem Bett auf dem Vorleger und schnarchte leise vor sich hin.

Doch halt - was war das? Mitten in der Tiefschlafphase, so glaubte sie jedenfalls, lärmten Alarmsirenen in Mias Kopf ohne Unterlass. Nein, das war nicht die Alarmanlage von daheim, sondern irgendwie anders, schriller.

Ganz benommen von diesem Geräusch wachte sie langsam, ganz langsam auf

und murmelte vor sich hin: "Nachdenken, nachdenken, denk jetzt mal ordentlich nach!"

Im nächsten Moment verspürte sie heißen, nicht sehr wohlriechenden Atem in ihrem Nacken und traute sich nicht, sich umzudrehen. Himmel, hilf! Wer schnaubte ihr da ins Genick? Mia wagte nicht, sich zu bewegen, hatte eine Riesenangst, obwohl ihr geliebter Weggefährte doch auch als Wachhund ausgebildet war... Schlapp - fuhr ihr eine nasse, sabberige Zunge durchs Gesicht und ließ sie

endgültig aufwachen.

"Dots, du meine Güte, hast du mich erschreckt! Mein Guter, ohne dich

hätte ich allerdings den Wecker verschlafen, obwohl der eigentlich laut genug sein sollte. Da habe ich doch glatt das Rasseln in meine Träume mit eingebaut. Du treue Seele hast das gespürt und mich als lebendige Weckmaschine da rausgeholt. Prima, jetzt werde ich pünktlich sein. Auf geht"s, Dots, ab in den Alltag!" Ein kurzes Frühstück, für ihren Vierbeiner eine Schüssel mit Leckerchen, dann packte sie ihre Siebensachen nebst Dots ins Auto und brauste glückselig von dannen.

"Wie wär"s Dots, machen wir das bald mal wieder?"

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