Kulmbach
Bezirkswahl

Schramm drin, Förster draußen

Im Bezirkstag vertritt der Kulmbacher Oberbürgermeister Henry Schramm künftig allein die Interessen des Landkreises - und bekommt mit Reinhard Möller einen Stimmkreis-Kollegen aus den Reihen der Linken.
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Der bisherige Vizepräsident Henry Schramm, hier im Bild mit Ministerpräsident Horst Seehofer, wird Kulmbach künftig als Einzelkämpfer im Bezirkstag vertreten. Fotos: Archiv
Der bisherige Vizepräsident Henry Schramm, hier im Bild mit Ministerpräsident Horst Seehofer, wird Kulmbach künftig als Einzelkämpfer im Bezirkstag vertreten. Fotos: Archiv
Überraschung bei den Wahlen zum Bezirkstag: Statt mit bisher drei Räten ist der Landkreis Kulmbach künftig nur noch mit einem Mandat im Bezirk vertreten: Der Kulmbacher Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) gewann das Direktmandat im Stimmkreis Wunsiedel, Kulmbach, und kam in der Summe von Erst- und Zweitstimmen auf eindrucksvolle 47 183 Stimmen. Der bisherige Bezirksrat Klaus Förster aus Thurnau von den Freien Wählern hat es nicht geschafft, Wolfgang Hoderlein (SPD) ist nicht mehr angetreten.


Grießhammer ist enttäuscht

Holger Grießhammer aus Weißenstadt als Direktkandidat der SPD für den neuen Stimmkreis Kulmbach,Wunsiedel konnte kein Mandat erringen - eine herbe Enttäuschung für den 31-Jährigen, der sich große Hoffnungen auf einen Sitz gemacht hatte: "Für mich war das ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Frank Rebhan aus Neustadt bei Coburg. Am Dienstag hatte ich noch 1000 Stimmen Vorsprung, doch letztlich hat es für mich leider nicht gereicht."

Überraschend haben dagegen zwei Parteien den Sprung in den Bezirkstag geschafft, von denen es wohl die wenigsten erwartet hatten: Reinhard Möller aus Tröstau zieht für Die Linke ein, Uwe Metzner aus Stegaurach für Die Franken.


Im zweiten Versuch erfolgreich

So kommt aus dem Stimmkreis Wunsiedel, Kulmbach neben Henry Schramm nur ein weiterer Bezirksrat: Reinhard Moeller, der selbst nicht mit diesem Erfolg gerechnet hatte. "Ich habe schon beim letzten Mal kandidiert und bin knapp gescheitert. Umso mehr freut es mich, dass es diesmal geklappt hat", sagt der 62-jährige Sozialpädagoge.

Sein großes Anliegen in der Bezirkstagsarbeit: "Die Kommunalunternehmen sollen wieder zur tariflichen Bezahlung ihrer Beschäftigten zurückkehren. Ein öffentlicher Arbeitgeber sollte ein Vorbild sein." Außerdem möchte Möller sich für den Ausbau neuer Wohnformen für ältere Behinderte sowie schwerst- und mehrfachbehinderte Erwachsene einsetzen.


In Sachfragen zusammenarbeiten

Die beiden Vertreter des Stimmkreises, Schramm und Möller, sind in ihren politischen Überzeugungen weit voneinander entfernt. Trotzdem wollen sie gemeinsam für die Interessen der Region eintreten. "Ich bin dafür, gut zusammenzuarbeiten, denn schließlich geht es um die älteren, kranken und behinderten Menschen und nicht um Parteipolitik", sagt Schramm. Auch Möller sagt, "wenn wir in Sachfragen einig sind, können wir Dinge gemeinsam machen".

Henry Schramm bedauert, dass sein bisheriger Bezirkstagskollege Klaus Förster nicht mehr in dem Gremium vertreten ist. "Wir haben gut zusammengearbeitet." Für Förster selbst ist das Ergebnis "schwer nachvollziehbar und bedarf noch einer näheren Analyse".

Die oberfränkische CSU hat durch den Gewinn aller acht Direktmandate im Wahlkreis einen Sitz mehr als ihr laut prozentualem Anteil an den Wählerstimmen zustünde. Durch dieses Überhangmandat kommt es zu einer Erhöhung der Bezirkstagssitze von 16 auf 17. Vier gehen an die SPD, zwei an die Freien Wähler, einer an die Grünen, einer an Die Linke und einer an Die Franken.

Kurios: Trotz eines Stimmenzuwachses von 11,63 Prozent im Vergleich zur Wahl 2008, hat das Wahlergebnis zu einer Kräfteverschiebung im Gremium geführt. Die CSU, zuletzt mit neun Mandaten vertreten, hat nicht mehr die absolute Mehrheit.
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