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Schwarzach bei Kulmbach
Die Traumgarten AG

Schönheit mit vielen Gesichtern

In Christa Reitzles Garten in Schwarzach bezaubert im späten Frühjahr ein außergewöhnliches Blütenspektakel: Die Hobbygärtnerin sammelt Aurikeln.
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Verliebt in die Aurikelvielfalt: Christa Reitzle mit einem Teil ihrer Sammlung. Fotos: Dagmar Besand
Verliebt in die Aurikelvielfalt: Christa Reitzle mit einem Teil ihrer Sammlung. Fotos: Dagmar Besand
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Einst waren sie bescheidene Alpenblumen, dann exklusives Statussymbol reicher Fürstenhäuser. Heute könnte sich jeder die hübschen Aurikeln in den Garten holen, doch nur wenige kennen die außergewöhnliche Pflanze. Christa Reitzle gehört zu denen, die dieses Kunstwerk der Natur schätzen.

Vom Reiz des Individuellen

Die 71-Jährige liebt alle Blumen und hat ihren Garten in Schwarzach so gestaltet, dass es dort das ganze Jahr hindurch Schönes zu entdecken gibt. Doch den Aurikeln gehört ihre besondere Liebe. Warum? "Sie sind etwas Besonderes, das nicht jeder hat. Das ist es doch, was die Gartenleidenschaft ausmacht, das Individuelle", sagt Christa Reitzle. "Ich mag sie auch deshalb, weil sie ein Gesicht haben. Sie schauen mich an."

Die mehrfarbigen Blüten an langen Stielen, der zarte Duft und die robuste Gesundheit macht die Aurikeln zu wertvollen Gartenpflanzen. Entstanden sind sie auf natürliche Weise in den Alpen aus der Kreuzung von gelben Alpenaurikeln mit rosa blühenden Primeln. Züchtungen brachten dann im Lauf der Jahrhunderte viele verschiedene Farbkombinationen hervor.

Jede Sorte hat einen eigenen Charakter, sagt Christa Reitzle. Auch das verlockt sie, ihrer Sammlung immer wieder neue Varianten hinzuzugesellen. Da gibt es die Braven mit violetten, gelben oder roten Blütenblättern um ein helles Zentrum. Die Frechen lachen den Betrachter mit bunten Clown-Gesichtern an, Extravagante präsentieren sich gar im gestreiften Kleid.

Bereits im 16. Jahrhundert sammelten europäische Fürstenhäuser Aurikeln mit besonderen Blüten. Robuste Sorten kamen dann 200 Jahre später in englischen Bauerngärten in Mode. Bis in die 1950er Jahre waren die hübschen Frühjahrsblüher auch in deutschen Bauerngärten zu finden. Doch heute sind sie selten geworden.

Aurikeln blühen etwa sechs Wochen lang im April und Mai und machen insgesamt wenig Mühe, sagt Christa Reitzle. Sie gedeihen sowohl im Topf als auch im Beet und sind durch ihre alpine Herkunft absolut frosthart. Sie müssen nur wenig gedüngt und gegossen werden.

Nur auf eines muss man achten: "Mit den Jahren wachsen sie aus der Erde heraus. Dann müssen sie tiefer gesetzt oder im Beet angehäufelt werden. Sonst gehen sie leicht verloren." Nachdem der Hobbygärtnerin das ein paar Mal passiert ist, setzt sie mittlerweile ausschließlich auf die Topfkultur.

Die Aurikeln haben es gerne hell, mögen aber kein pralle Sonne. Aufgereiht in einem Regal an der Hauswand und verteilt auf Mauern und im Halbschatten eines Steingartens gedeihen sie in Schwarzach bestens.

Mit den Pfingstrosen geht's weiter

Schon bald wird es für dieses Jahr mit der Aurikel-Pracht vorbei sein, doch es bleibt bunt in Christa Reitzles Garten. Neben den Aurikeln sammelt die 71-Jährige auch Pfingstrosen, von denen in den nächsten Wochen ebenfalls rund 50 verschiedene Sorten um die Wette blühen werden. Und danach kommen Taglilien in allen Farben und viele andere Blumen. Abwechslung in den Beeten macht der Gärtnerin Freude: "So gibt es immer etwas, auf das ich mich freuen kann!"

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