Neudrossenfeld

Schloss Neudrossenfeld in Feinschmecker-Bibel

Nein, sie wissen nicht, wenn ein Restaurant-Tester bei ihnen isst. "Die kündigen sich nicht an und stellen sich nicht vor", sagt Heini Schöpf. Umso mehr freut es ihn, dass er Gourmet-Kritiker der Feinschmecker-Bibel "Gault & Millau" überzeugt hat. Denn das Schloss Neudrossenfeld ist in den Restaurantführer aufgenommen worden.
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Heini Schöpf legt in seiner Küche größten Wert auf frische Produkte. Foto:  Jürgen Gärtner
Heini Schöpf legt in seiner Küche größten Wert auf frische Produkte. Foto: Jürgen Gärtner
Als "Künstler in der Küche" wird Heini Schöpf im "Gault & Millau" bezeichnet. Als gebürtiger Franke und leidenschaftlicher Italienfan schöpfe der Neudrossenfelder aus diesem Spannungsbogen kulinarische Kreativität, heißt es weiter.

Diese Kreativität liest sich so: ein Meeresfrische verströmendes Thunfischtartar kombiniert mit knusprig ausgebackenen Kartoffelspänen; in geschmacklich wie optisch glasklarer Wachtelessenz schwimmende lockere Ravioli mit wohlabgeschmeckter Ziegenkäsefüllung; zum a point gegartes Roastbeef mit reintöniger Reduktion vom Ochsenschwanz in Süßwein geschmorten Radicchio auftischend. Aber auch bei den Klassikern der großen Küche (zum Beispiel Lammrücken) überzeuge der Neudrossenfelder.

Der freut sich natürlich ob des Lobes und über die Aufnahme in den Gault & Millau-Führer. "Das ist eine Bestätigung, dass man Qualität liefert. Und es motiviert, das Qualitätsbewusstsein weiter hoch zu halten."

Insgesamt beschreiben die Tester in diesem Jahr 155 Restaurants in Bayern. 135 Küchenchefs zeichneten sie mit "Kochmützen" aus, wofür die Köche mindestens 13 von 20 möglichen Punkten erreichen müssen, was einem Michelin-Stern nahe komme. 14 Punkte erreichte das Schloss Neudrossenfeld. Bei den zahllosen Restaurants in Bayern eine herausragende Leistung des Neudrossenfelders.

Wie die Feinschmecker überhaupt auf sein Restaurant aufmerksam geworden sind, weiß er nicht. "Es spricht sich irgendwie rum, dass ein Restaurant gut ist." Man arbeite nicht auf so eine Auszeichnung hin, sondern wolle seine Gäste zufrieden stellen. Jedes Stück Fleisch, jedes Gemüse und jede Suppe werde einzeln zubereitet. "Es ist ein Spagat, gut zu kochen und davon zu leben", sagt er mit Blick auf die wirtschaftliche Seite.

Auch junge Leute als Gäste

Das Klientel des 48-Jährigen ist bunt gemischt. "Es gibt sehr viele junge Leute, die auf eine frische Küche wert legen." So wie er neben dem guten Essen Wert auf die Tischkultur lege. "In vielen Gaststätten gibt es nicht mal mehr ein Tischtuch. Auch Blumen und Kerzen auf dem Tisch sind lange nicht mehr selbstverständlich."

Das Ambiente des Neudrossenfelder Schlosses hat auch "Gault & Millau" überzeugt. Angefangen von der originellen Gartenanlage mit weitem Ausblick bis hin zu den "aufs Feinste renovierten und nobel möblierten Gewölben" wird das Flair im Schloss gewürdigt.

Insgesamt sechs Personen, drei davon in der Küche, kümmern sich um das Wohl der Besucher, erklärt Heini Schöpf, der mit 16 Jahren das Kochen gelernt hat. Und er stellt fest: "Ich koche für die Gäste, nicht für irgendwelche Führer."

Und das haben wohl auch die Tester von Gault & Millau geschmeckt ...

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