Marktschorgast

"Schiefe Ebene" - ein Lehrpfad ganz besonderer Art

Wer gerne die Wanderstiefel schnürt, der kann auf dem top hergerichteten Lehrpfad "Schiefe Ebene" die wohl älteste Eisenbahnsteilstrecke Europas erkunden. Am Wochenende wurde der Pfad feierlich eröffnet.
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Von der Foto-Station lassen sich grandiose Aufnahmen machen.  Foto: Dieter Hübner
Von der Foto-Station lassen sich grandiose Aufnahmen machen. Foto: Dieter Hübner
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Der Wanderer kann entweder vom Dokumentationszentrum in Marktschorgast, der Bergstation, oder vom Deutschen Dampflokomotiv Museum in Neuenmarkt, der Talstation, loslegen. In gelb leuchtenden Farben liefern zehn Stations- und 28 Objektschilder sowie weitere 27 Wegweiser eindrucksvolle Informationen. Auf den rund acht Kilometern erwarten den Wanderer An- und Abstiege. Dafür wird er mit hervorragenden Aussichten belohnt, so zum Beispiel bei Station 8, der Foto- Station.

"Es ist einfach eine Wonne, hierher zu kommen. Den Verantwortlichen muss man ganz einfach ein Kompliment machen, dass sie das unglaubliche Bahndenkmal so freigelegt haben, dass es einfach Lust macht, es anzuschauen. Allein schon die Aussicht macht froh", sagt Rainer Knopp aus Heustreu.

Seit 1998 kommt Horst Frey aus Hof und ist auf dem Lehrpfad Schiefe Ebene zuhause. "In den letzten Jahren", sagt er, "war der Weg so zugewachsen, dass von den Bauwerken fast nichts mehr zu sehen war.
Jetzt macht es wieder richtig Spaß."

Seit vielen Jahren weiß der Japaner Naoki Nojiri, der in Ingolstadt bei Audi beschäftigt ist, dass an den Pfingsttagen Dampflokfahrten auf der Schiefen Ebene stattfinden. "Jetzt passt alles. Von der Foto-Station lassen sich schöne Aufnahmen von den Dampfrossen machen."

"Ein Gedicht"

"Einen vorzüglich gestalteten Lehrpfad entlang der Schiefen Ebene zu erleben, das ist ein Gedicht", erzählte der Hobbylokführer aus Uffenheim. Da hat Petra Dietz aus Böhl-Iggelheim in der Pfalz ihrem Geliebten Norbert Benz ein Geburtstagsgeschenk für zwei Personen gemacht: Besuch des Dampflokomotiv Museum. Natürlich hat auch der neuangelegte Lehrpfad Schiefe Ebene gereizt. Nach gut drei Stunden sind beide in der Bergstation Marktschorgast angekommen. "Der Pfad ist einmalig. Er ist vor allem gut ausgeschildert, und die Bauwerke sind hervorragend beschrieben."

In einer Feierstunde am Bahnhof in Marktschorgast hatte zuvor durch den Zweckverbandsvorsitzenden des Deutschen Dampflokomotiv Museum, Landrat Klaus Peter Söllner, die offizielle Wiedereinweihung des Lehrpfades stattgefunden. Die Kohlenhofprinzessinnen Ramona I. und Sarah I enthüllten im Beisein von Kohlenhofprinzessin Paula I. die Stationstafel.

Landrat Klaus Peter Söllner, der mit den Ehrengästen in einem Zug, gezogen von dem Dampfross 01 0509-8, angereist war, betonte, dass sich der neugestaltete und didaktisch neu aufbereitete Lehrpfad nahtlos in das Motto des Eisenbahnerlebnisses Deutsches Dampflokmotiv Museum eingliedere: Geschichte erleben - Technik bestaunen - Neues entdecken.

Klaus Peter Söllner erinnerte an die Ersteinweihung des Pfades im Mai 1991 und dankte besonders dem Arbeitskreis Initiative Schiefe Ebene mit Roland Fraas und Gernot Dietel an der Spitze für die Initiative der Neuordnung. Unterstützt worden sei sei das Projekt auch durch die DB Netz AG, die die wichtigsten Bauwerke vom Wildwuchs befreite.

350.000 Euro Kosten

Die Investitionskosten bezifferte der Landrat auf 354.025 Euro. Ermöglicht sei die Umsetzung des Projekts Dank der großartigen Unterstützung der Förderer geworden, nämlich: Leader in Eler 148.750 Euro, Oberfrankenstiftung 80.000 Euro, Landkreis und Gemeinden Neuenmarkt und Marktschorgast 63.665 Euro, Eigenmittel 61.610 Euro.

Unmittelbar noch in höchsten Tönen von der traditionsreichen Bahngeschichte der Schiefen Ebene hingerissen, ließ der Landrat Dampf ab und sagte: "Wäre es nicht ein Irrsinn, wenn die Gleichstrom-Trasse durch unsere schöne Kulturlandschaft ginge." Auch die Bürgermeister Hans Tischhöfer und Siegfried Decker drückten ihren Unmut über die Monstertrasse aus.

Tischhöfer zeigte sich hin- und hergerissen von dem gelungenen Projekt. Der Bürgermeister wünschte sich, dass endlich am Bahnhof in Marktschorgast mit seinem Umfeld etwas passiert. Er legte seinen Wunsch dem Leader-Manager Michael Hofmann ans Herz. "Das muss ein Leuchtturmprojekt werden", meinte der Landrat. Auch Bürgermeister Siegfried Decker drückte seinen Stolz über die gelungene Maßnahme aus.

Zum Schluss lud Landrat Klaus Peter Söllner die Gäste unter der Führung von Roland Fraas und Gernot Dietel zur Wanderung von der Bergstation Marktschorgast über die Schiefe Ebene zur Talstation nach Neuenmarkt ein.

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