Neudrossenfeld
Kommunalpolitik

Schaar räumt den Chefsessel

Der Neudrossenfelder Bürgermeister tritt bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr nicht mehr an. Die Freien Wähler werden Harald Hübner von der CSU unterstützen. Dort hat der Vorsitzende deshalb seinen Rücktritt erklärt.
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Wer wird in Neudrossenfeld Nachfolger von Dieter Schaar?  Foto: Jennifer Hauser
Wer wird in Neudrossenfeld Nachfolger von Dieter Schaar? Foto: Jennifer Hauser
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Gestern hat sich Bürgermeister Dieter Schaar erstmals offiziell geäußert: Er wird "nach reiflicher Überlegung" bei der Kommunalwahl 2014 nicht mehr kandidieren.

Schaar verweist auf die lange Legislaturperiode von sechs Jahren und auf die hohen Anforderungen, die das Amt mit sich bringt. "Das hat in den vergangenen Jahren einiges an Kraft gekostet. Ich habe einfach das Gefühl, das Amt in jüngere Hände zu geben. Vielleicht sollte man auch aufhören, wenn es am schönsten ist."
Der Rückzug von Schaar hatte sich in den vergangenen Wochen schon angedeutet und Wellen in der Neudrossenfelder CSU geschlagen. Denn die Freien Wähler, denen Schaar angehört, werden wohl Harald Hübner von den Christsozialen unterstützen. Das wiederum hat dort für interne Querelen gesorgt, die zum Rücktritt von CSU-Vorsitzendem Björn Sommerer geführt haben.

Noch weiß Björn Sommerer nicht, ob und wie seine kommunalpolitische Karriere fortgesetzt wird. Der zurückgetretene Vorsitzende der Neudrossenfelder CSU ist derzeit dabei herauszufinden, ob er mit einer eigenen Liste als Bürgermeister-Kandidat ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus geht. "Wie es weitergeht, hängt davon ab, wie sich die Bürger an der Sache beteiligen."


Sommerer fühlt sich hintergangen

In der vergangenen Woche hatte Sommerer seinen Rücktritt als Vorsitzender des CSU-Ortsverbands erklärt, nachdem er zunächst als Bürgermeister-Kandidat der Christsozialen gehandelt, dann aber sein Parteigenosse Harald Hübner in einer Mitgliederversammlung für das Amt auserkoren wurde. Sommerer fühlt sich von seinen damaligen Stellvertretern hintergangen und kritisiert zugleich Bürgermeister Dieter Schaar.

Denn dieser sei auf Hübner zugegangen und habe diesen gefragt, ob er seinen Posten als Bürgermeister übernehmen wolle, wenn er nicht mehr antritt. Zugleich soll er ihm zugesagt haben, dass die Freien Wähler Hübner unterstützen werden. "Die Gespräche haben hinter meinem Rücken stattgefunden. Erst danach ist Harald Hübner auf mich zugegangen. Das ist nicht der richtige Weg", sagt Sommerer, der im CSU-Ortsverband nur noch einfaches Mitglied ist.


Hübner: Immer informiert

Den Vorwurf, hinter dem Rücken des Vorsitzenden agiert zu haben, will der designierte Kandidat Harald Hübner so nicht stehen lassen. Er habe den CSU-Vorstand, dem Sommerer als Vorsitzender natürlich angehörte, darüber informiert, dass Bürgermeister Dieter Schaar mit ihm über eine mögliche Kandidatur gesprochen und ein Verhandlungsangebot mit den Freien Wählern unterbreitet habe.

Erst dann habe es Treffen mit den Freien Wählern gegeben - und Sommerer habe sich geweigert, daran teilzunehmen. "Björn Sommerer hat also davon gewusst und wollte nicht mit den Freien Wählern über die Bürgermeisterfrage reden." Auch über die weiteren Treffen, die der CSU-Vorsitzende ebenfalls boykottiert habe, sei Sommerer unterrichtet worden. "Er war also von Anfang an eingebunden."

Für Hübner "gehört es zur politischen Kultur, mit anderen zu reden". Zumal es sich bei den Freien Wählern in Neudrossenfeld um die stärkste Fraktion im Gemeinderat handele, die darüber hinaus auch noch den Bürgermeister stellt.

Auch habe es mit Sommerer Diskussionen darüber gegeben, ob man nicht die CSU-Mitglieder in der Sache entscheiden lassen sollte. "Das gehört für mich zum guten Demokratieverständnis, dass man die Mitglieder hört." Die hätten den Weg mit 15:6 Stimmen geebnet, damit er als potenzieller Bürgermeisterkandidaten mit den Freien Wählern reden kann.

Die Nominierung von Hübner als Bürgermeisterkandidat und die Nominierung der CSU-Gemeinderatskandidaten soll am 19. November erfolgen.

Bei den Freien Wählern hat man lange überlegt, ob nicht ein eigener Bürgermeister-Kandidat gestellt wird - auch weil man die stärkste Gruppierung in Neudrossenfeld sei, erklärt Dieter Schaar. Aber es habe sich kein passender Kandidat gefunden. "Deshalb haben wir darüber nachgedacht, ob es mit Blick auf eine gute Nachfolge Leute gibt, die man gemeinsam tragen kann." So sei man auf Harald Hübner gekommen, der seit 1996 im Gemeinderat sitzt. Die Zusammenarbeit mit ihm sei stets sachlich und kooperativ gewesen. Ein anderer Kandidat der CSU sei nicht in Frage gekommen. "Über Björn Sommerer möchte ich nichts sagen", so Schaar. Alles weitere werde die Nominierungsversammlung Ende November zeigen.
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