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Kulmbach
Sturmschäden

"Sabine" fegt durch den Landkreis

Die heftigen Böen hielten in der Nacht zum Montag die Einsatzkräfte auf Trab - auch wenn es Landkreis vergleichsweise glimpflich abging.
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Sturmtief "Sabine" fegte in der Nacht zum Montag über den Landkreis Kulmbach und warf - wie hier zwischen Ködnitz und Waizendorf - zahlreiche Bäume um. Feuerwehren und weitere fleißige Helfer waren an vielen Orten damit beschäftigt, Straßen und Wege von Stämmen und Ästen zu befreien und die Durchfahrt zu gewährleisten. Foto: Jochen Nützel
Sturmtief "Sabine" fegte in der Nacht zum Montag über den Landkreis Kulmbach und warf - wie hier zwischen Ködnitz und Waizendorf - zahlreiche Bäume um. Feuerwehren und weitere fleißige Helfer waren an vielen Orten damit beschäftigt, Straßen und Wege von Stämmen und Ästen zu befreien und die Durchfahrt zu gewährleisten. Foto: Jochen Nützel

Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen hielten sich die Schäden der Sturmnacht im Landkreis Kulmbach in Grenzen. Trotzdem hielt Sturmtief "Sabine" die Feuerwehren auf Trab.

Gegen 3.30 Uhr war es mit der Nachtruhe vorbei: Der erste umgestürzte Baum zwischen Neuensorg und Tannenwirtshaus musste von der Straße geräumt werden. Es folgten mehr als 40 weitere ähnliche Einsätze, verteilt über den gesamten Landkreis, so Yves Wächter, Pressesprecher der Landkreis-Feuerwehren.

Thurnau, Neudrossenfeld, Kulmbach, Stadtsteinach, dazu in den meisten Oberlandgemeinden sowie in Neuenmarkt, Marktschorgast, Lanzendorf und Ködnitz - überall knickten die Windböen Bäume um, die Fahrbahnen blockierten und von den örtlichen Feuerwehren zur Seite geräumt werden mussten. Beim Aral-Autohof in Unterbrücklein riss der Sturm eine Verkehrsampel nieder. Verletzt wurde bei all dem glücklicherweise niemand.

Strom war weg

Zu einem Stromausfall kam es nach Angaben von Yves Wächter im Bereich Guttenberg, Streichenreuth, Vogtendorf, Triebenreuth und Stadtsteinach. Auch eine Brandmeldeanlage wurde während des Sturms ausgelöst, doch es handelte sich um einen Fehlalarm.

Die Polizei in Stadtsteinach vermeldet, dass am Montagmorgen ein Autofahrer in Marktleugast mit einer Baustahlmatte, die vom Wind umhergeworfen wurde, kollidierte. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Am Fahrzeug Pkw entstand geringer Sachschaden.

Ebenfalls in den Morgenstunden kam es in Marktleugast zu einem Auffahrunfall, bei dem das Sturmtief mit verantwortlich gewesen sein dürfte. Ein 22-Jähriger aus dem Landkreis Hof fuhr, aus Hohenberg kommend, in Richtung Kreisel, als unmittelbar vor ihm ein Baum auf die Fahrbahn stürzte. Der Mann konnte rechtzeitig bremsen und damit den Zusammenstoß verhindern. Ein nachfolgender 40-Jähriger aus dem Landkreis Hof hingegen konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten und fuhr auf den stehenden Wagen auf. An beiden Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden. Die beiden Autofahrer kamen mit dem Schrecken davon.

Auf der Staatsstraße 2195 bei Schwand schleuderte ein Windstoß einen Gegenstand gegen die Windschutzscheibe eines Pkw. Dabei ging die Windschutzscheibe zu Bruch. Der 66-jährige Fahrer aus dem Landkreis Kulmbach erlitt dabei keine Verletzungen.

Gegen Mittag fuhr ein 59-Jähriger mit seinem Auto durch Kupferberg, als eine Windböe ein Wahlplakat löste und gegen das Auto schleuderte. Auch hier kam der Fahrer mit dem Schrecken davon. Am Fahrzeug entstand Sachschaden.

In Grafengehaig entfachte der starke Wind die Asche einer im Freien stehenden Abfalltonne. Die Feuerwehr konnte den Brand, der schnell entdeckt wurde, rechtzeitig löschen. Der Sachschaden ist gering.

Aufgrund der zu erwartenden Folgen der Wetterlage hatten alle Schüler in Stadt und Landkreis offiziell von Regierungsstelle aus sozusagen "sturmfrei" erhalten.

Betreuungsangebot der Schulen

Ganz entspannt war demnach die Lage in den Schulen, wie Schulrätin Kerstin Zapf berichtet. "Es sind am Morgen nur ganz vereinzelt Kinder gekommen. Die Information, dass der Unterricht ausfällt, hat alle rechtzeitig erreicht."

Lehrer waren aber trotzdem vor Ort, um bei Bedarf eine Betreuung für Kinder zu gewährleisten. Dieses Angebot sei aber kaum in Anspruch genommen worden.

Sturmschäden: Welche Versicherung ist zuständig?

Sabine hält Deutschland in Atem. Der starke Wind richtet stellenweise massive Schäden an. Das kann für die Geschädigten richtig teuer werden. Betroffenen stellt sich schnell die Frage, wer für eventuelle Sturmschäden aufkommt. Versicherungsfall "Die Versicherungen zahlen für Sturmschäden in der Regel ab Windstärke 8, was einer Windgeschwindigkeit von mehr als 62 Stundenkilometern entspricht. Für den Nachweis kann man zum Beispiel das Archiv der aktuellen Windspitzen von WetterOnline nutzen", erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

Schäden am Auto Die Teilkaskoversicherung erstattet die kompletten Kosten für verbeultes Blech oder kaputte Scheiben am Auto. Schäden am Gebäude Für zerborstene Glasscheiben oder abgedeckte Dächer zahlt die Wohngebäudeversicherung.

Wohnungseinrichtung Wenn Möbel oder Haushaltsgeräte durch Blitzschlag oder infolge einer zerborstenen Scheibe beschädigt wurden, zahlt die Hausratversicherung.

Bäume Wenn ein gesunder Baum auf das eigene Haus stürzt, zahlt in der Regel die eigene Wohngebäudeversicherung den Schaden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den eigenen Baum oder den eines Nachbarn handelt. Anders sieht es aus, wenn der Baum einen Vorschaden hatte.

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