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Neudrossenfeld
Wirtschaft

Russische Spezialitäten aus Neudrossenfeld

Lebensmittel-Großhändler Sergej Lindt bedient mit seiner Firma SLCO von Neudrossenfeld aus hunderte Märkte in ganz Deutschland. Geschäfte, in denen Bürger aus der früheren Sowjetunion Lebensmittel finden, nach denen sie in deutschen Läden vergeblich suchen.
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Sergej Lindt zeigt im Hochregallager eine Dose mit eingelegten Wassermelonen. "Das ist eine Spezialität", sagt der SLCO-Geschäftsführer. Fotos: Alexander Hartmann
Sergej Lindt zeigt im Hochregallager eine Dose mit eingelegten Wassermelonen. "Das ist eine Spezialität", sagt der SLCO-Geschäftsführer. Fotos: Alexander Hartmann
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Sergej Lindt steht inmitten eines 4500 Quadratmeter großen Hochregallagers, in dem über 1200 Tonnen Lebensmittel auf ihre Auslieferung warten. Hier lagern tiefgekühlter Fisch, Fleisch und Gemüse, aber auch vielerlei Fertigprodukte, die in Kartons verpackt sind, die nicht alle einen Durchblick gewähren. Wer der kyrillischen Schrift nicht mächtig ist, kann nur erahnen, welche Ware sie beinhalten. Es handelt sich um russische Produkte, die russische Namen tragen.

Ideale Lage
"Russlanddeutsche haben spezielle Essgewohnheiten", sagt Sergej Lindt, der selbst aus Kasachstan stammt und mit seiner Firma SLCO viele hundert russische Lebensmittelmärkte in Deutschland, aber auch Großhändler im europäischen Ausland bedient. Bis ins Jahr 2011 hinein war Bindlach der Firmensitz des Lebensmittelhändlers, der Mitte 2012 sein neues Logistikzentrum in Neudrossenfeld eröffnet hat.
"Neudrossenfeld ist durch den Autobahnanschluss für unser Geschäft ideal gelegen", sagt Lindt, der in den Neubau in der Kulmbacher Straße 2,4 Millionen Euro gesteckt hat.

Russisch ist die Dienstsprache
42 Mitarbeiter sind bei SLCO beschäftigt. Die meisten stammen aus Ländern der früheren Sowjetunion, sprechen Deutsch und Russisch. Dienstsprache ist die Heimatsprache. Nicht nur für Büroangestellte wie Marina Erdmann, die am Telefon oder über das Internet Bestellungen aufnimmt, auch bei den Lagerarbeitern. "Russische Kochwurst, aber auch eingelegte Wassermelonen sind schon was Besonderes", sagt Alexey Degelmann, der dafür sorgt, dass die richtigen Lebensmittel in den richtigen Lastwagen verladen werden.

Kindheitserinnerungen
Osteuropäer mögen es deftig, wollen die besondere Würze, sagt Geschäftsführer Sergej Lindt. "Viele Russlanddeutsche wollen den Geschmack, den sie von Kindesbeinen an kennen, nicht missen", erklärt der 37-Jährige. Wie auch viele in Deutschland lebende Polen und Rumänen würden diese die immer mehr aus dem Boden sprießenden russischen Lebensmittelläden aufsuchen, "in denen es Produkte gibt, die man in deutschen Märkten nicht bekommt".

Gurken in Zitronensäure
Gurken etwa, die in Russland nicht in Essig, sondern üblicherweise in Zitronensäure eingelegt werden, aber auch Gemüse wie eingelegte Tomaten, "die einer unserer Renner sind". Über 2500 Produkte hat der Neudrossenfelder Großhändler im Sortiment, "von Tiefkühlprodukten bis hin zu den verschiedensten Frischwaren wie Milch oder auch Backwaren".

Elf Millionen Euro Umsatz
"Die meisten Produkte werden in Russland selbst oder in osteuropäischen Nachbarländern, einige aber auch nach unseren russischen Rezepturen in Deutschland hergestellt", sagt der Neudrossenfelder Lebensmittel-Großhändler Sergej Lindt, der den Geschmack der Russlanddeutschen zu treffen scheint. Die Geschäftsbilanz für das vergangene Jahr ist dafür wohl der beste Beweis: Die Firma SLCO hat 2012 stolze elf Millionen Euro Umsatz gemacht.

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