Kulmbach
Förderung

Ruppert-Villa in Kulmbach: 20.000 Euro vom Denkmalschutz

Für die Dach- und Fassadeninstandsetzung der Ruppert-Villa in Kulmbach stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr 20.000 Euro zur Verfügung. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.
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Die Ruppert-Villa in Kulmbach Foto: Dagmar Besand
Die Ruppert-Villa in Kulmbach Foto: Dagmar Besand

Den dazugehörigen symbolischen Fördervertrag überbrachte Uwe Franke, Ortskurator Oberfranken der DSD, im Beisein von Jörg Urban von Lotto Bayern an Denkmaleigentümerin Andrea Geyer. Die Kulmbacher Villa gehört zu den über 420 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.

Die ehemalige Direktionsvilla der Mechanischen Plüschfabrik Türk & Kneitz in der Luitpoldstraße 15 wurde 1928 mit einer Wohnfläche von rund 430 Quadratmetern errichtet. Den zweigeschossigen Bau schließt ein Walmdach. Das eigenwillige architektonische Erscheinungsbild korrespondierte mit der neoklassizistisch gestalteten Fassade des nahe gelegenen Fabrikgebäudes. Es verbindet die Suche nach Zweckmäßigkeit mit Schönheit, wie sie in der Architektur dieser Zeit vielfach anzutreffen ist.

Die vier Erdgeschoss-Räume mit ihrer großzügigen Aufteilung dienten der Repräsentation, das obere Geschoss dem privaten Wohnen des Fabrikanten. Im Erdgeschoss erzielte man durch den Einbezug der beiden Eckerker in die Zimmer einen asymmetrischen Raumcharakter. Damit nahm der Architekt den klaren Linien viel von ihrer Strenge und Nüchternheit. Trotz der beträchtlichen Größe des Bauwerks stellt sich ein anheimelndes Gefühl ein. Das Wohnzimmer öffnet sich durch eine große Glastür zur Terrasse und zum Garten hin, so dass der kunstvoll angelegte Park mit seinen originellen Steinfiguren in den Raum einbezogen wird.

Das Interieur ist künstlerisch bedeutsam und handwerklich äußerst hochwertig. Mit dem in geometrischen Formen gehaltenen Deckenstuck, dem Kronleuchter, der im Stil der neuen Sachlichkeit gestaltet wurde, und einem umlaufenden Stuckprofil wird eine außerordentlich dekorative Wirkung erzielt. Einfach und gediegen wirkt auch der aus Klinkern gemauerte und mit wertvollem Marmor verzierte Kamin in der Halle. Auch hier überwiegen die geometrischen Elemente, die das Klinkermauerwerk verstärkt.

Die Villa wird künftig als Tagespflegestätte des Roten Kreuzes genutzt, dafür wurde ein Fahrstuhl eingebaut, der recht geschickt in der ehemaligen Speisekammer exponiert ist.

Ursprünglich wurde das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude von der Firma Türk & Kneitz als Direktorenvilla genutzt. Später war es ein privates Wohnhaus. Noch unter der Ägide des früheren Kreisgeschäftsführers Robert Winterling kaufte dann der Kreisverband Kulmbach des Roten Kreuzes das Haus samt der 3500 Quadratmeter Grund, die dazugehören.

Damals war geplant, die Fläche zur Erweiterung unseres Schülerwohnheims zu nutzen. Diese Pläne waren obsolet, als das Rote Kreuz das ehemalige Hansa-Hotel kaufte und zum Wohnheim umbaute.

Obwohl das Grundstück der Villa nahezu ideal schien für die Zwecke des BRK, weil es unmittelbar am bestehenden Adalbert-Raps-Zentrum mit Schülerwohnheim, Seniorenwohnungen, dem Wohnheim für psychisch kranke Menschen, Verwaltungsgebäude und Garagen lag, wurden Ideen für eine Nutzung aus unterschiedlichen Gründen nicht realisiert.

Für Verwaltung zu klein

Eine Idee sei es gewesen, so Jürgen Dippold, Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes, die Verwaltung vom Gebäude Flessastraße 3 in die Villa umzuziehen. "Aber unser Aufgabenbereich ist gewachsen, die Villa wäre über kurz oder lang auch wieder zu eng geworden." Die Geschäftsstelle ist mittlerweile in das ehemalige Post-Verteilzentrum umgezogen, wo man über reichlich Platz verfügt.

Der Kreisverband des BRK hat das Gebäude dann verkauft. An Andrea Geyer, die das Gebäude nach den Vorstellungen des BRK umgebaut hat, wie Jürgen Dippold erläutert. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten will das BRK das Gebäude vom Investor dauerhaft anmieten und darin eine sogenannte solitäre Tagespflege einrichten. Darunter versteht man eine teilstationäre Betreuung von pflegebedürftigen Menschen, die sonst von ihrer Familie versorgt werden.

"Eine derartige Einrichtung gibt es in der Stadt Kulmbach bislang noch nicht", so Geschäftsführer Dippold. Existierende Tagespflegestationen sind hier üblicherweise an Alten- und Pflegeheime angegliedert.

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