Rugendorf
Gemeinderat

Rugendorfer müssen Wasser weiter abkochen

Das Rugendorfer Wasser muss nach wie vor abgekocht werden - trotz Chlorung.
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Symbolbild: Lukas Schulze/dpa
Symbolbild: Lukas Schulze/dpa
Das Chlor, das dem Leitungswasser bis jetzt noch zugegeben wird und mit dem Keime abgetötet werden, ist noch nicht bis in die letzten Enden des stark verzweigten Rugendorfer Leitungsnetzes gelangt. Das weitere Vorgehen zur künftigen Keimfreiheit des Wassers erläuterten dem Gemeinderat in der Sitzung am Montag Erich Hahn und Frieder Ludwig vom Planungsbüro IBP in Kulmbach.

Im Raum stehen eine dauerhafte UV-Bestrahlung des Wassers und eine eventuelle zusätzliche Ultrafiltration. Für eine genaue Entscheidung beziehungsweise Empfehlung an den Gemeinderat, bei dem auch das Gesundheitsamt noch zu beteiligen ist, fehlen augenblicklich noch die Werte bezüglich Lichtdurchlässigkeit und Trübung des Wassers, erläuterte Erich Hahn dem Gemeinderat. Möglicherweise würde eine UV-Bestrahlung gegen Bakterien reichen, diese müsse in jedem Fall eingebaut werden. Möglicherweise wäre auch eine zusätzliche und teurere Ultrafiltration notwendig beziehungsweise vorsorglich angeraten. Die damit verbundenen Kosten für die Installation und deren regelmäßige Wartung werden erst nach der Entscheidung für die eine oder andere Installation eruiert, so Erich Hahn.

Insofern hat der Gemeinderat auch den Vorschlag von Gemeinderat Martin Hohlweg vertagt. Er wollte die Mehrkosten einer Ultrafiltration abgewogen wissen, die man unter Umständen gleich vorsorglich einbauen könnte. Der Hochbehälter soll in jedem Fall mit Glasfaser erschlossen werden. Damit wäre ein Monitoring (Beobachten der Wasser-Messdaten) aus der Distanz möglich.

Diese Erschließung wird im Rahmen des zweiten Auswahlverfahrens für den Breitbandausbau in Rugendorf geschehen. An diesem Verfahren, dem sogenannten Höfebonus, wird sich Rugendorf beteiligen beziehungsweise Fördergelder beantragen, beschloss der Gemeinderat am Montag. Das dann erweiterte Gebiet zeigte Siegbert Reuther dem Gemeinderat auf. Damit wären dann im Ortskern 100 MBit/s möglich. Erschlossen werden auch die Kläranlagen und die vereinzelten "noch grauen Gebiete" der Gemeinde; Reste in Losau und Kübelhof. Bis zur Inbetriebnahme wird aber mindestens ein Jahr vergehen, eher sogar zwei Jahre. Auch in der zweiten Ausbauphase wird die Förderung 90 Prozent der Kosten betragen. Die Aufwendungen in beiden Verfahren würden dann 1 142 000 Euro betragen, wovon zehn Prozent auf die Kommune fallen. Gefördert werden im zweiten Verfahren allerdings nicht Gebiete oder Anschlüsse, die bereits über 30 MBit/s verfügen; doch diese Einschränkung soll im Jahr 2019 fallen, stellte Siegbert Reuther in Aussicht.

Nicht beteiligen wird sich Rugendorf am Kommunalen Energie-Effizienz-Netzwerk Oberfranken mit seinem Schulhaus, beschloss der Gemeinderat. Dies hätte die Kommune drei Jahre lang je 1100 Euro gekostet. Zwar hat der Schulverband Untersteinach-Stadtsteinach entschieden, sich an diesem Netzwerk zu beteiligen. Für das Rugendorfer Schulhaus sieht, auf Anregung von Gemeinderätin Elisabeth Schmidt-Hofmann, der Gemeinderat keine Notwendigkeit. Für das Schulhaus hatte man bereits ein Energiecoaching und kennt die Schwachstellen des Gebäudes. Kleinere Verbesserungen wurden bereits vorgenommen. Und dass Heizung und Fenster nicht mehr zeitgemäß sind, wisse man bereits ohne eine zweite und nun kostenpflichtige Untersuchung und Beratung.

Kritik erntete Bürgermeister Ralf Holzmann für seine Dringlichkeitsentscheidung, das Getriebe des gemeindlichen Unimog reparieren zu lassen. Dazu sei er zwar berechtigt gewesen, bei den möglichen Kosten von 5500 Euro netto wäre allerdings ein Rundruf bei den Gemeinderäten angemessen gewesen, merkten mehrere Gemeinderäte an. Und Elisabeth Schmidt-Hofmann wollte wissen, ob man auf die Reparatur ebenfalls zwei Jahre Garantie bekomme, wie dies bei einschlägigen Getriebespezialisten der Fall sei. In den vergangenen drei Wochen machte das Fahrzeug beim Schalten Geräusche, so dass "eine sofortige Überholung des Getriebes stattfinden musste, um größere Schäden zu vermeiden," erklärte Holzmann. Die Reparatur sei vom 24. bis 26. Januar vorgenommen worden, als der Unimog wegen der Schneeschmelze kurzfristig entbehrlich war. Die Reparaturrechnung liegt noch nicht vor, so dass man auch nicht wisse, ob sie wirklich so hoch wie zuvor grob geschätzt sein werde.
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