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Thurnau
Schlossfestspiele

"Romeo und Julia" mit Witz und Biss

Die Thurnauer Premiere von "Romeo und Julia" war ein voller Erfolg. Die ersten Schlossfestspiele begannen aber mit einigen "Ausrutschern".
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Szene aus "Romeo und Julia", der Premiere der Thurnauer Schlossfestspiele: Die Amme findet Julia scheinbar tot. Foto: Katharina Müller-Sanke
Szene aus "Romeo und Julia", der Premiere der Thurnauer Schlossfestspiele: Die Amme findet Julia scheinbar tot. Foto: Katharina Müller-Sanke
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Eine halbe Stunde vor Beginn der ersten Schlossfestspiele Thurnau regnet es in Strömen. Die ersten Besucher drängen sich unter den Rundbögen und Schirmen. Notfall-Capes für die Besucher werden verteilt. Doch mit dem imaginären Vorhang reißt auch der Himmel auf. Die infolge des Regens glitschige Bühne unterstützt während der Kampfszenen eher, als dass sie behindert. Ausrutscher auf dem glatten Boden werden geschickt kaschiert. Das Schlosstheater Thurnau feiert mit den ersten Schlossfestspielen eine umjubelte Premiere.

Gezeigt wird die berühmteste Liebesgeschichte der Welt: "Romeo und Julia". Eine Geschichte, die ein tragisches Ende findet, das einen Neuanfang markiert. Eine Geschichte, die den Menschen zeigen soll, dass es etwas Größeres gibt als Hass und Missgunst. Und die lehrt, dass es manchmal erst den Bach runter gehen muss, bevor es richtig gut werden kann.
Die vielen Facetten der Handlung und der Zauber einer jungen und leidenschaftlichen Liebe - das macht wohl den Erfolg von Romeo und Julia aus.

Optimale Besetzung

In Thurnau erwartet den Zuschauer eine bezaubernde Interpretation mit optimaler Besetzungen, stimmungsvollen, aber nicht überladenen Licht- und Tonreizen sowie die perfekte Kulisse des Unteren Schlosshofs. Intendant und Regisseur Wolfgang Krebs hat seine Ein-bis-Zwei-Mann-Bühne zu einem großen Theaterprojekt entwickelt. An "Romeo und Julia" sind nicht weniger als zwölf Schauspieler beteiligt, viele davon Profis. Besonders Lucia Knäpper als Julia und János Kapitány als Mercutio stechen durch ihre schauspielerische Leistung hervor. Anita Hofmann als Amme zieht die Zuschauer ebenfalls in ihren Bann.

Auch zwei "Kirchenmäuse" dabei

Dietmar Hofmann und Martin Geiger als Prinz und Paris waren bisher vor allem bei den Berndorfer Kirchenmäusen zu sehen. Ihre schauspielerische Entwicklung ist immens. Wolfgang Krebs kann das nur bestätigen. "Sie haben sich von Probe zu Probe verbessert. Die Herausforderung bei Romeo und Julia war, dass der Text so gesprochen werden muss, als wäre es ganz natürlich, sich in der Sprache Shakespeares zu unterhalten", erklärt er.

In den allermeisten Fällen ist das gut gelungen. Die Aufführung spielt mit dem Originaltext und bindet die örtlichen Gegebenheiten wunderbar ein. Wenn Mutter und Amme nach Julia rufen, tun sie das aus den Fenstern des Schlosses heraus. Und wenn die Amme Julia auf ihr Zimmer schickt, so betont sie: "Marod' sind Turm und Treppen, so nimm die Leiter, die ich musst herschleppen." Anita Hofmann bringt mit ihrem einzigartigen Witz Frische in die Tragödie. Auch andere Anspielungen wie der Biss des Suarez, der Fußballfans sofort ins Auge sticht, sorgen für Auflockerung. Von seiner Ernsthaftigkeit büßt das Stück dadurch aber nichts ein.

"Romeo und Julia" wird im Unteren Schlosshof noch am 1. und 2. sowie am 8. und 9. Juli gespielt.
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