Kulmbach
Tradition

Rettet die Butterbrote in Kulmbach!

Warum das Weihnachtsgebäck mit dem merkwürdigen Namen etwas ganz Besonderes ist - und warum eine Rettungsaktion dringend notwendig ist.
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So müssen die richtigen Butterbrot-Plätzchen sein: Ein würziger Teig mit einem dicken Zuckerguss, ausgestochen mit der typischen, nur im Raum Kulmbach bekannten Form. Katrin Geyer
So müssen die richtigen Butterbrot-Plätzchen sein: Ein würziger Teig mit einem dicken Zuckerguss, ausgestochen mit der typischen, nur im Raum Kulmbach bekannten Form. Katrin Geyer
Zu meinen intensivsten Kindheitserinnerungen gehört die an jene Nachmittage in der Vorweihnachtszeit, in der wir unsere Oma erfolgreich um Plätzchen anbettelten. In vielen Dosen, Schüsseln und Kartons hielt sie die Ergebnisse unzähliger Backstunden unter Verschluss.
Was dann in einem kleinen, buntbemalten Körbchen aus Porzellan auf den Tisch gestellt wurde, war säuberlich abgezählt. Von den Zitronenplätzchen, die sehr aufwendig herzustellen waren, gab es eines je Person. Mit den Spitzbuben, den Butterplätzchen und den Makronen war unsere Omas großzügiger.


Gewürz und Schokolade

Niemals fehlen durften im Plätzchensortiment die "Butterbrote". Auch bei ihnen handelte es sich - anders als der Name vermuten lässt - um typische Weihnachtsplätzchen: schokoladig, gewürzig, süß. Die außergewöhnliche Form hat den Plätzchen ihren Namen gegeben: Der dunkle Teig und der dicke Zuckerguss lassen in der Tat an mit Butter bestrichene Brotscheiben denken.

Später, im eigenen Haushalt, habe ich die Butterbrote natürlich auch selbst gebacken und dabei die typische Ausstechform meiner Oma verwendet. Und ich machte eine merkwürdige Feststellung: Außerhalb Kulmbachs scheint kaum jemand die Butterbrote zu kennen.


Kleine Umfrage

Eine kleine, keineswegs repräsentative Umfrage hat das bestätigt. In der Stadt kennt man die Plätzchen, bäckt sie auch nach verschiedenen Rezepten. Aber in Stadtsteinach, Thurnau, Bayreuth? Nie gehört! Ähnlich verhält es sich mit den Ausstechformen: Mehrstündiges Stöbern im Internet und die Nachfrage in diversen Geschäften blieben ohne Erfolg. Nirgends gibt es die Form zu kaufen.
Noch sind solche Formen in Kulmbach im Umlauf. Geerbte, geschenkte, gekaufte. Ein mittlerweile nicht mehr existierendes Haushaltswarengeschäft hatte zeitweilig Butterbrotformen im Angebot, eigens in einer Kleinserie hergestellt.

Aber auch die besten Formen gehen einmal kaputt. Was, wenn es sie nicht mehr gibt? Sterben die Butterbrote dann am Ende gar aus?


Rettungsaktion geplant

Das darf nicht sein, haben wir in der BR-Redaktion uns gedacht. Deshalb starten wir eine Rettungsaktion für die Kulmbacher Butterbrote. 500 Ausstechformen haben wir anfertigen lassen, die wir ab Montag in unseren Geschäftsstellen verkaufen werden.
Zudem haben wir uns vorgenommen, die traditionellen Rezepte, von denen wohl viele Familien ihr ganz eigenes besitzen, zu sammeln und zu veröffentlichen. Und wir geben einigen unserer Leser die Gelegenheit, sich unter fachkundiger Leitung selbst im Backen von Butterbroten zu versuchen.


Traditionelles Gebäck erhalten

So wollen wir ein traditionelles Kulmbacher Weihnachtsgebäck erhalten - und dafür sorgen, dass vielleicht auch unsere Enkel einmal zu ihren intensivsten Erinnerungen die an die "Butterbrote" der Oma zählen.

Schicken Sie uns Ihre Rezepte!

Aufruf Es gibt ja nicht nur ein Rezept für die Butterbrotplätzchen. Daher bitten wir unsere Leserinnen und Leser: Schicken Sie uns doch Ihr Butterbrotplätzchen-Rezept! - Unter allen Einsendern verlosen wir kleine Preise und Ausstechformen.

Verkauf Die Ausstechformen können ab kommenden Montag in unseren Geschäftsstellen (Kressenstein und E.C.-Baumann-Straße) für einen Euro erworben werden. Auch im Museumsshop im Mönchshof können die Formen für einen Euro gekauft werden. Der Erlös aus dem Verkauf geht später an einen guten Zweck.

Backaktion Am 2. Dezember wird im Museumspädagogischen Zentrum im Mönchshof ein Backnachmittag ab 14 Uhr stattfinden. Nähere Informationen gibt es dazu in Kürze.


So bäckt man die Butterbrote

Dieses Rezept ist nicht das Originalrezept der Großmutter von Katrin Geyer. Aber eines, das in ihrer Familie besonders beliebt ist, weil im Teig für die Plätzchen Kakao und Gewürze sehr großzügig eingesetzt werden.

Zutaten
250 Gramm Butter
125 Gramm Zucker
1 Eigelb
2 Eier
1 1/2 Teelöffel Zimt
1 Teelöffel gemahlene Nelken
70 Gramm Kakao
375 Gramm Mehl


Fester Teig

Aus allen genannten Zutaten wird ein fester Teig geknetet, der mindestens einen Tag stehen bleiben sollte. Den Teig dann nicht zu dünn ausrollen, mit der Butterbrotform Plätzchen ausstechen, bei 200 Grad Celsius etwa zehn Minuten backen.

Zuckerguss
Für den Guss das restliche Eiweiß mit reichlich Puderzucker zu einer zähen Masse verrühren; die ausgekühlten Plätzchen damit bestreichen und gut austrocknen lassen. Guten Appetit beim Verzehr der leckeren Plätzchen!
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