Kulmbach
Gastronomie

Renaissance für das Kulmbacher "Nash"?

Das Lokal im Kressenstein ist seit zwei Jahren geschlossen. Nun steht laut Cineplex-Inhaber Michael Thomas die Chance gut, dass es weitergeht.
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Seit zwei Jahren ist das "Nash" im Kressenstein geschlossen. Für die "Movie Lounge" neben dem Cineplex-Kino wird ein neuer Pächter gesucht.  Stefanie Gleixner
Seit zwei Jahren ist das "Nash" im Kressenstein geschlossen. Für die "Movie Lounge" neben dem Cineplex-Kino wird ein neuer Pächter gesucht. Stefanie Gleixner

Im September werden es genau zwei Jahre, seit das "Nash" im Kressenstein seine Pforten geschlossen hat. Wo einst in der gut frequentierten Gastronomie unmittelbar neben dem Kulmbacher "Cineplex" amerikanische Speisen wie Burger, Steaks und Spare-Ribs sowie diverse Nudelgerichte serviert wurden, sind die Räume seit geraumer Zeit verwaist, die Gespräche über Gott und die Welt verstummt, lagern nur noch Utensilien aus dem Kino.

Einige Interessenten

Das aber könnte sich ändern. Jüngst vermeldete Radio Plassenburg, dass es einen "starken Interessenten" für eine Neueröffnung des "America Diner" gibt. Michael Thomas (65) aus Bayreuth, Geschäftsführer der Thomas Filmtheater GmbH, zu der das Kulmbacher Kino gehört, bestätigte gegenüber der BR Gespräche. "Ja, bei mir haben sich einige Interessenten vorgestellt. Es ist noch nichts spruchreif, aber es könnte sich ein Bewerber, sagen wir mal, herauskristallisieren."

"Wir geben es nicht jedem!"

Über einen möglichen Termin zur Wiedereröffnung hält sich der 65-Jährige bedeckt - ebenso darüber, wer sein Favorit ist. "Nur so viel: Es ist jemand aus der Region, und er kommt aus der Gastronomie-Branche. Fest steht: Wir würden uns sehr freuen, wenn es klappt - aber wir geben es auch nicht jedem", sagt Thomas. Der Erfolg des Kinos sei davon unberührt.

Fließend in den Betrieb einsteigen

Wie das Konzept aussieht? "Das liegt auch im Ermessen des neuen Pächters. Ich bin da relativ offen, es muss freilich stichhaltig und nachvollziehbar sein. Wenn es ein Lokal bleibt, ist mir wichtig, dass es lebendig weitergeführt wird. Der Betreffende hat jedenfalls den Vorteil, sozusagen fließend in den Betrieb einsteigen zu können."

Küche und Sanitäranlagen sind vorhanden, "ein paar Umbauten werden aber sicher nötig sein", sagt Thomas und ergänzt: "Der Standort ist sehr gut und wird von den Kulmbachern angenommen. Und wenn erst noch die Studenten kommen..."

Sie hielten zehn Jahre durch

Die bis dato letzten Pächter des "Nash" waren die Eheleute Caro und Mario Krause. Sie hatten den Betrieb seit 2006 geführt, dem Jahr des Kinoumbaus; 2003 war das Lichtspieltheater zur Cineplex-Gruppe gekommen (siehe Infobox). Zehn Jahre führten die Krauses das Restaurant. Das "Nash" entwickelte sich zu einem beliebten Szene-Lokal nicht nur bei Cineasten, war mittags und auch abends stets gut besucht. Die Bewertungen von Speisen und Service in den sozialen Netzwerken beispielsweise waren überwiegend positiv; wer einen (Sitz-)Platz wollte, der musste nicht selten reservieren.

Insofern war auch Michael Thomas glücklich, die Krauses als Partner zu haben. "Sie waren innovativ und zuverlässig - wir hätten gerne mit ihnen weitergemacht und den Mietvertrag verlängert."

Doch das lehnten die Pächter ab. Nicht etwa, weil die Gastronomie ein Draufzahlgeschäft gewesen wäre. Ihre Beweggründe waren andere, wie sie damals berichteten. Zum einen sei es immer schwieriger geworden, geeignetes Personal zu finden - was wiederum dazu geführt habe, dass der persönliche Einsatz zunehmend anstieg.

Als schließlich zwei fest angestellte Mitarbeiterinnen aus persönlichen Gründen kündigten, mussten die Pächter selber die Mehrarbeit auffangen. Bei Caro Krause liefen pro Monat 330 Stunden auf dem Arbeitszeitkonto auf. "Das war für uns nicht mehr zu schaffen", betonte die damals 50-Jährige, die 15-Stunden-Tage irgendwann satt hatte. So zogen die Krauses einen Schlussstrich unter eine Dekade im "Nash".

Die Suche nach Personal

Michael Thomas kennt die Malaise, was benötigte Fachkräfte für die Gastronomie angeht - auch wenn er für seine anderen Standorte Glück mit den Pächtern habe, wie er betont. "Es wird über die Jahre immer schwieriger, vor allem Köche und auch gelernte Servicekräfte zu finden. Aushilfen gibt es schon, aber allein damit kann man dauerhaft nicht guten Gewissens ein Lokal oder Bistro betreiben. Das haut nicht hin."

Die Cineplex-Gruppe

Die Cineplex-Gruppe ist nach den Angaben von Geschäftsführer Michael Thomas 2003 gegründet worden und aus einem Einkaufsverbund heraus entstanden. 25 unabhängige Eigentümerfamilien betreiben demnach 90 Häuser mit insgesamt rund 550 Leinwänden in der gesamten Republik. Die Gruppe ist der größte Kinoverbund dieser Art in Deutschland.

Dem Bayreuther Michael Thomas (65) gehören die Kinos in Kulmbach, Bayreuth, Saalfeld, Selb und Rudolstadt. In Neumarkt in der Oberpfalz ist er Mieter in einem Einkaufszentrum, in Amberg teilt er sich das Kino mit einem weiteren Eigentümer. In den Lichtspielhäusern in Rudolstadt, Amberg und Bayreuth ist - vergleichbar mit Kulmbach - eine Gastronomie angedockt. jn

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