Kasendorf
Finanzen

Rekord-Haushalt der Ära Steinhäuser

Der Markt Kasendorf verabschiedete einen Rekordhaushalt mit einem Gesamtvolumen von fast neun Millionen Euro. Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) betonte jedoch, dass auch Kasendorf nicht mehr alle Investitionen aus den Rücklagen entnehmen könne.
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"Schwarzes Roß"Archiv/Katharina Müller-Sanke
"Schwarzes Roß"Archiv/Katharina Müller-Sanke

Die meisten Kommunen im Landkreis Kulmbach können von einem Haushalt, wie ihn der Kasendorfer Kämmerer Herbert Schmidt zur Genehmigung vorlegte, nur träumen. Denn noch immer verfügt Kasendorf über Rücklagen in Millionenhöhe.

Die Gewerbesteuereinnahmen sprudeln. Im vergangenen Jahr beliefen sie sich auf 1,7 Millionen Euro, auch in diesem Jahr wird der Wert auf diesem Niveau kalkuliert. Wohl wegen der guten Werte des fast neun Millionen fassenden Haushalts verzichteten die Mitglieder der einzelnen Fraktionen auf eine Aussprache. Der Haushalt wurde genau so genehmigt, wie ihn Kämmerer Herbert Schmidt und Verwaltungsleiter Herbert Schmidt vorgelegt hatten. Ohne Diskussion, ohne Kommentar der Fraktionen.

"Es ist der höchste Haushalt, den ich je verabschiedet habe. In meiner gesamten Amtszeit", erklärte Bürgermeister Bernd Steinhäuser. Dennoch gibt es "Überraschungsmomente."

Mega-Projekte wie die Sanierung des "Schwarzen Rosses", die Sanierung des Anwesens Marktplatz 2 und die Einrichtung eines Jugendtreffs werfen ihre Schatten voraus. "Die Verschuldung steigt, wir können nicht mehr alles aus den Rücklagen entnehmen, auch wenn unsere Einnahmen stabil bleiben", betonte der Bürgermeister.

"Zur Finanzierung der Investitionen werden im Haushaltsjahr 2019 eine Kreditaufnahme von 1,5 Millionen Euro und eine Rücklagenentnahme von 1,78 Millionen Euro veranschlagt. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt auf Grund der Kreditaufnahme des laufenden Haushaltsjahres auf etwa 760 Euro pro Einwohner", betonte Kämmerer Herbert Schmidt. Damit würde, wenn die Kreditaufnahme getätigt werden würde, Kasendorf immer noch auf Landesniveau liegen.

Insgesamt wird Kasendorf bis 2022 knapp sieben Millionen in die Sanierung der Anwesen Marktplatz 5 und 2 sowie Peesten 31 investieren. Das ehemalige Gasthaus "Schwarzes Ross" soll für die Diakonie zu einer Tagesstätte für Senioren umgebaut werden und ein Jugendtreff soll eingerichtet werden. Eine Rücklagenentnahme in hÖhe von 700.000 Euro ist 2022 für den Bau der Umgehung Döllnitz in kommunaler Sonderbaulast vorgesehen. Damit würden dann "nur noch 1,5 Millionen Euro" in der allgemeinen Rücklage zur Verfügung stehen - ein Puffer, falls Gewerbesteuer zurückgezahlt werden müsse, so der Kämmerer.

"Wir hätten jetzt eigentlich nicht gedacht, dass wir schon wieder in derartigem Ausmaß in die Kindertagesstätte investieren müssen", meinte Steinhäuser. Doch die Krippe platzt aus allen Nähten. Kasendorf braucht eine zwei oder sogar dreigruppige Krippenbetreuung. "Selbst wenn wir 50 Prozent Förderung bekommen würden, würden bei uns mindestens 1,1 Millionen Euro hängen bleiben"; rechnet der Bürgermeister.

Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von knapp 4,8 Millionen Euro, 1,43 Millionen Euro müssen an den Landkreis gezahlt werden. "Unsere Gewerbesteuer löst sich in Luft auf", betonte der Bürgermeister. Große Ausgabenposten sind der Kindergarten und der Bauhof. Dennoch kalkuliert der Markt mit gut 160 000 Euro Zuführung zum Vermögenshaushalt.

Der Vermögenshaushalt weist ein Volumen von 4,26 Millionen Euro auf. Die größte Maßnahme sind Abriss und Sanierung des Anwesens Marktplatz 2. Dort soll ein Jugendtreff eingerichtet werden. In diesem Jahr sind 1,7 Millionen Euro dafür vorgesehen.

350 000 Euro kalkuliert der Kämmerer an Planungskosten für den Umbau des "Schwarzen Rosses" ein. Und eine halbe Million Euro fließt in die Entwicklung des Baugebiets "Am Fichtig III" in Heubsch.

Die Grund- und Gewerbesteuer bleibt bei 300 v. H.

Gemeinderat in Kürze:

Die Gemeinderäte befürworteten den Teilabriss des Anwesens Marktplatz 2 und den Umbau des Gebäudes zum Jugendtreff sowie die Schaffung von Stellplätzen und stellten einen Antrag auf Baugenehmigung.

Auf Antrag von Gemeinderat Norbert Groß (CSU) soll der Kreisjugendring in Kasendorf eine Zukunftswerkstatt mit den Jugendlichen des Marktes durchführen. Da umfangreiche Vorplanungen nötig sind, soll die Zukunftswerkstatt erst im Herbst initiiert werden.



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