Laden...
Kulmbach
Wohnhausbrand

Reihenhausbrand in Kulmbach: Schwieriger Einsatz für die Helfer

Beim Wohnhausbrand im Kulmbacher Ortsteil Unterpurbach erschwerten Rauch und Hitze die Löscharbeiten. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Dagmar Besand
Foto: Dagmar Besand
+4 Bilder

Große Aufregung in Unterpurbach: Ein Brand im Keller eines Reihenmittelhauses erfordert am Freitagabend einen Großeinsatz der Feuerwehr, der sich bis nach Mitternacht hinzieht. Glücklicherweise blieb es bei Sachschaden, der allerdings beträchtlich ist und nach ersten Schätzungen der Polizei bei mindestens 100 000 Euro liegen dürfte.

Was die Ursache des Feuers betrifft, so steht fest, dass die im Keller eingebaute Sauna in Brand geraten ist. Wie genau es dazu kommen konnte, ist derzeit noch unklar. Die Kriminalpolizei Bayreuth hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Gegen 19.15 Uhr geht bei der Rettungsleitstelle die Mitteilung über ein Feuer im Keller eines Reihenmittelhauses im Ortsteil Unterpurbach ein. Die Leitstelle schickt sofort zwei Löschzüge der Feuerwehr Kulmbach, die Feuerwehren aus Fölschnitz und Untersteinach sowie Rettungsdienst und Polizei zum Unglücksort.

Als der Einsatzleiter, Stadtbrandmeister Michael Weich, drei Minuten später am Einsatzort eintrifft, haben bereits alle Personen und der Familienhund das Haus unbeschadet verlassen können. "Die Rauchentwicklung war zu dieser Zeit bereits so stark, dass ein Vordringen nur noch unter Atemschutz möglich war", so Weich.

Sofort starten drei Trupps der Feuerwehren Kulmbach und Untersteinach einen Innenangriff, um das Feuer zu bekämpfen. Doch die Rauchentwicklung aus dem Keller und die Hitze sind inzwischen so heftig, dass die Feuerwehrleute nicht weiter in die Kellerräume vordringen können. Zudem sammeln sich die Rauchgase im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss, so dass eine Durchzündung befürchtet werden musste.

Eine brisante Situation, die den Einsatz zu einer echten Herausforderung für die Rettungskräfte macht. Zudem ist das Anwesen das mittlere von fünf Reihenhäusern und nur über einen Fußweg und von der Rückseite über ein kleines Gartengrundstück zu erreichen.

Michael Weich veranlasst, die angrenzenden Häuser zu evakuieren. Über Rundfunk-Durchsagen werden die Anwohner in der Umgebung außerdem aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Inzwischen hat die Feuerwehr Verstärkung gerufen: Die Wehren aus Höferänger und Mainleus mit Atemschutzgeräteträgern und die Feuerwehr Stadtsteinach mit der Atemschutzlogistik sind nachalarmiert. Da sich herausstellt, dass auch die Wasserversorgung problematisch ist, werden zusätzlich noch die Wehren aus Lehenthal, Lösau und die Abteilung Mangersreuth angefordert. Von einem Hydranten nahe der Blaicher Sauermannskuh legen die Feuerwehrleute B-Rohre bis zur Unglücksstelle, die bei Bedarf ausreichend Wasser zum Löschen liefern können, erläutert Yves Wächter, Pressesprecher der Landkreis-Feuerwehren.

Da die Kräfte im Inneren des Hauses wegen des immer stärkeren Rauches und der Hitzeentwicklung nicht weiter vordringen können, werden die beiden Lichtschächte des Kellers geöffnet und die Kellerräume mit Schaum geflutet. Diese Maßnahme zeigt deutlich Wirkung, und die Intensität des Brandes lässt spürbar nach. Jetzt können die Trupps bis in alle drei Kellerräume und alle Zimmer des ganzen Hauses vordringen und den Brand restlos ablöschen. Das Brandhaus selbst ebenso wie die beiden angrenzenden Häuser werden zeitgleich belüftet.

Rund 80 Feuerwehrleute sind insgesamt im Einsatz, darunter zehn zweiköpfige Atemschutztrupps und sechs weitere Trupps in Reserve. Die vergleichsweise große Anzahl ist nötig, weil sich die zweiköpfigen Trupps zum einen immer nur kurz im Haus aufhalten können, wegen des Rauchs und der enormen Hitze, zum anderen möglichst zeitgleich im ganzen Haus aktiv werden müssen.

Der Rettungsdienst unter der Leitung von Marco Sniegon stockt ebenfalls seine Kräfte auf, so dass neben vier Rettungswagen und Notarzt auch die Einsatzleitung und Logistik vor Ort sind, insgesamt rund 30 Helfer. Das Rote Kreuz baut ein Zelt auf und versorgt die Helfer mit warmen Getränken.

Verletzt wird durch den Brand glücklicherweise niemand. Ein Nachbar, der versuchte, das Feuer zu löschen, als es bemerkt wurde, erleidet leichte Rauchgasvergiftungen, kann aber vor Ort vom BRK versorgt werden.

Als die unmittelbare Gefahr gebannt ist, hat die Feuerwehr noch lange nicht Feierabend: Die Nachlöscharbeiten ziehen sich bis weit nach Mitternacht hin, da alles brennbare Inventar aus den Kellern geräumt und draußen nochmals abgelöscht werden muss.

Die Straße von der Blaich in Richtung Oberpurbach ist während des gesamten Einsatzes gesperrt. Die Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung übernimmt während des Einsatzes die Abwicklung des Sprechfunkverkehrs und die Dokumentation.

Im Einsatz waren neben Feuerwehren, Rettungsdienst und Polizei auch Stadtwerke, Bayernwerk und Ordnungsamt. Der Einsatzleiter wurde unterstützt von Kreisbrandinspektor Thomas Limmer und den Kreisbrandmeistern Peter Hochgesang, Jürgen Hochgesang, Yves Wächter, Tobias Tietze und Michael Ködel, sowie den Zug- und Gruppenführern der eingesetzten Wehren.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren