Wer sich mit Volker Schödel über Krankenkassenleistungen unterhält, fühlt sich spätestens nach einer Stunde erschlagen. Erschlagen von der Sozialgesetzgebung, Paragraphen und Vorschriften. Was der stellvertretende Direktor der AOK Bayreuth-Kulmbach deshalb allen Versicherten für die Erlangung von Leistung empfiehlt? "Reden", sagt der 44-Jährige. "Vorher reden."
Denn das, was über die AOK verärgerte Familien aus dem Stadtsteinacher Land in der vergangenen Woche in der Bayerischen Rundschau berichtet haben, muss nicht sein, betont der stellvertretende Krankenkassenchef. "Im Vorfeld der Leistungsbeantragung zur Kasse zu gehen, ist am zielführendsten." Denn auf diesem Weg ließen sich schon im Vorfeld Missverständnisse und Probleme ausschließen.

In der Funktion des Treuhänders


Eines allerdings ist klar, sagt Schödel: "Die Krankenkasse ist der Verwalter von Geld, das ihr durch die Beiträge treuhänderisch zur Verfügung gestellt wurde." Und genau deshalb sei Leichtfertigkeit oder eigenes Ermessen im Umgang mit Geld nicht drin. Gut verständlich bei einem Volumen von 40 000 Leistungsanträgen pro Jahr, die von den 125 000 AOK-Versicherten im Direktionsbereich bei den 240 Mitarbeitern eingereicht werden.
Die wichtigsten Kriterien, nach denen sich die AOK-Mitarbeiter richten müssen? "Das Sozialgesetzbuch, das Handbuch der Heil- und Hilfsmittelrichtlinien und Urteile des Bundessozialgerichts", erklärt der Fachmann. Und natürlich die Fachgutachten des Medizinischen Dienstes.

Wirtschaftlich und zweckmäßig


"Die Leistung der Kassen muss wirtschaftlich und zweckmäßig sein", zitiert Schödel aus den Vorgaben und betont, dass sich im Normalfall "eine maßgeschneiderte Lösung im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten finden lässt".

Mehr zu dem Thema lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der Bayerischen Rundschau.