Kulmbach
Bäckereimuseum

Raritäten in Kulmbach: Wie der Toaster unsere Kultur prägte

Eine Ausstellung der Museen im Kulmbacher Mönchshof zeigt erstaunliche Erfindungen zwischen Brotwende-Rutsche und Toast-Karussell.
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Alle Raritäten auf einen Blick: Diese Toaster waren zwischen 1930 und 1970 im Handel. Fotos: Stephan Stöckel
Alle Raritäten auf einen Blick: Diese Toaster waren zwischen 1930 und 1970 im Handel. Fotos: Stephan Stöckel
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Ein frischer Brötchenduft liegt in der Luft - ein Toaster mit Aufsatz macht es möglich und erspart den Gang zum Bäcker. Den elektronischen Brotröstern ist derzeit eine Ausstellung im Bayerischen Bäckereimuseum gewidmet. Sie wurde gestern im Rahmen des Tages der offenen Tür, zu dem die Museen im Mönchshof anlässlich des Blaicher Weihnachtsmarktes geladen hatten, eröffnet.

Das Bäckereimuseum feierte zudem sein zehnjähriges Bestehen. Aus diesem Grund sprach man einen ganz besonderen Toast auf das Geburtstagskind aus.

"Die Toaster haben die Esskultur in Deutschland verändert. Sie tragen nahezu täglich dazu bei, unser Leben ein Stück weit bequemer zu machen", sagte Museumskuratorin Thea Hirschkorn bei der Vernissage.

Insgesamt zwölf Geräte aus der Zeit zwischen 1930 und 1970 sind in einer Vitrine zur Schau gestellt. Der Münchner Sammler Alfred Schwarz hat seine Schätze dem Bayerischen Bäckereimuseum überlassen.

Ein Spiegel des Fortschritts

Für Hirschkorn, die von Beruf Volkskundlerin ist, spiegelt sich in der Ausstellung nicht nur der bereits genannte Wandel in der Esskultur wider, sondern auch der technische Fortschritt und gesellschaftliche Umwälzungen. "Toaster, die es seit Anfang des 20. Jahrhundertes gibt, waren zunächst ein Prestigeobjekt für die gehobenen Schichten", erklärte die Expertin.

Zu den Exponaten zählt unter anderem ein origineller Karrusselltoaster, bei dem sich die Drahtkörbe mit Schwung um die eigene Achse drehen. Im Einstecktoaster muss der Benutzer mit flinken Fingern die Brotscheiben wenden.

Klapptoaster halten das Brot fest, und im Wendetoaster gleitet die Scheibe beim Öffnen über die Brotwenderutsche in die richtige Position.

Fasziniert von der Ausstellung war Landrat Klaus Peter Söllner, der zusammen mit Helga Metzel, Geschäftsführerin der Museen, und Museumsleiter Bernd Sauermann, an der Ausstellungseröffnung teilnahm. "Ich esse lieber Semmeln von meinem Bäcker", machte der Kommunalpolitiker aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Fan-Toast für den Landrat

Zugleich räumte Söllner ein, dass er doch einen Toaster besitze. Einen ganz besonderen. "Er stammt vom FC Bayern München und druckt das Logo meines Lieblingsvereins auf die getoasteten Brotscheiben."

Die Ausstellung ist auf unbestimmte Zeit zu sehen. Viele Besucher des Blaicher Weihnachtsmarktes verbanden ihren Bummel durch die geschmückten Budengassen mit einem Besuch der Museen im Mönchshof.

Viele kennen "Coffee to go" - beim Tag der offenen Tür gab es "Bierfilzla to go". Unter der fränkisch-englischen Wortschöpfung präsentierte Hubert Waldhier aus Thurnau altes Druckerhandwerk. Mit seiner Blechdruckmaschine bedruckte er Bierdeckel mit witzigen Sprüchen.

Hilfe für arme Kinder in Nepal

Handwerkliche Erzeugnisse aus dem fernen Nepal, wie Räucherstäbchen, Schnitzereien, Hüte und Handtaschen aus Filz offerierte am Eingang zum Deutschen Gewürzmuseum der Basar des Vereins Nepalhilfe Kulmbach. Viele nutzten die Gelegenheit, sich hier mit kleinen Gechenken einzudecken und nebenbei damit noch etwas Gutes zu tun.

Bei einem Gewinnspiel des Museumsteams gab es darüber hinaus jede Menge Sachpreise zu gewinnen. Der Erlös aus dem Losverkauf kommt ebenfalls der Nepalhilfe Kulmbach zu Gute. Das Geld wird für den Neubau einer Schulküche in Malekhu verwendet. Das Christkind und seine Helfer zogen auf der großen Bühne des Weihnachtsmarktes die Gewinnnummern.

Wie man auf dem heißen Stein kocht, demonstrierten Stefan Müller und sein Team von Naturstein EU. Die Waldorfschule Wernstein lud alle Kinder zum Malen ein. Darüberhinaus bekelebten die Kleinen Kerzen mit Wachs. So gab es in den Museen für alle etwas zu sehen und zu erleben.

Festliche Musik

Weihnachtslieder spielten die Wiesenthaler Blechbläser aus der Fränkischen Schweiz und sorgten damit auch im Innenbereich für festliche vorweihnachtliche Stimmung.

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