Neuenmarkt
Dampflokomotiv-Muesum

Qualm und Dampf in Neuenmarkt

Im 36. Jahr nach seiner ersten Eröffnung erstrahlte das Deutsche Dampflokomotiv-Museum nicht nur im neuen Glanz, sondern der Besucher kann jetzt Geschichte erleben, Technik bestaunen und auch Neues entdecken.
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Zur Neueröffnung des Deutschen Dampflokomotiv-Museums in Neuenmarkt wurde für die Lok-Fans wieder viel Dampf abgelassen. Foto: Werner Reißaus
Zur Neueröffnung des Deutschen Dampflokomotiv-Museums in Neuenmarkt wurde für die Lok-Fans wieder viel Dampf abgelassen. Foto: Werner Reißaus
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Es war ein beeindruckender Festakt - freilich etwas zu lang - mit dem am Pfingstsamstag die Neueröffnung des Deutschen Dampflokomotiv-Museums mit zahlreichen Gästen gefeiert wurde. Das DDM ist in der Tat ein lebendiges Museum geworden und hat jetzt, um in der Eisenbahnersprache zu bleiben, auch Pfiff. Man spürte auch, dass die Besucher vom neuen, raumübergreifenden Museumskonzept begeistert sind und diese Begeisterung zeigten auch die Verantwortlichen des Zweckverbandes, allen voran Landrat Klaus Peter Söllner, Bezirkstagsvizepräsident Henry Schramm und Bürgermeister Siegfried Decker sowie Regierungspräsident Wilhelm Wenning zu Recht.



Für die Umsetzung des Museumsentwicklungskonzeptes wurden rund 7,5 Millionen Euro investiert und man konnte dafür eine Förderquote von rund 80 Prozent erreichen. Landrat Klaus Peter Söllner: "Ein Wert, der uns mit großem Stolz erfüllt und zu großer Dankbarkeit verpflichtet." Die musikalische Umrahmung des Festaktes übernahm das Sinfonische Blasorchester Kasendorf unter der Leitung von Thomas Eschenbacher. Dekan Jürgen Zinck stellte das Museum unter den Segen Gottes und verwies darauf, dass in Neuenmarkt die Kirche einen sehr engen Bezug zur Eisenbahn hat, denn sie wurde 1926 von einem Eisenbahner geplant.

Landrat Klaus Peter Söllner verwies darauf, dass mit dem Ende des Zeitalters der "Schwarzen Giganten der Schiene" die Geburtsstunde für das Deutsche Dampflokomotiv-Museum begann. Es wurde 1977, kurz nachdem der Dampflokomotivbetrieb bei der Bundesbahn eingestellt wurde, aufgrund einer privaten Initiative der Frankfurter Kaufmannes Günter Knauß gegründet. Mit dem Zweckverband wurde in den Folgejahren eine Einrichtung mit herausragender Bedeutung weit über die Region hinaus entwickelt und das DDM ist zu einem Mekka für Dampflokfreunde aus ganz Europa geworden.

Seit Gründung konnten bisher rund 1,8 Millionen zahlende Besucher im Museum begrüßt werden. Landrat Klaus Peter Söllner machte deutlich, dass man mit dem neuen Museumskonzept die Attraktivität des Museums weiter steigern werde und auch für neue Besuchergruppen zugänglich mache. Die vorhandene Dauerausstellung und die Museumskonzeption wurden unter Hinzunahme von externer fachlicher und wissenschaftlicher Unterstützung nach aktuellen museumspädagogischen Erkenntnissen überarbeitet und neu konzipiert. Landrat Klaus Peter Söllner: "Wir wollten eine Vernetzung vom Deutschen Dampflokomotiv Museum, dem Eisenbahner-dorf Neuenmarkt und der Schiefen Ebene schaffen." Und genau das ist dem Zweckverband über ein ausgefeiltes, museumspädagogisches Konzept, in dem die einzelnen Komponenten dynamisch eingebunden sind, auch hervorragend gelungen.

Regierungspräsident Wilhelm Wenning ging in seiner Festrede zunächst auf den historischen Hintergrund des Museums ein, denn am Fuße der "Schiefen Ebene" entwickelte sich mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ein Eisenbahnerdorf: "Das eher kleine ruhige Bauerndodrf Neuenmarkt erlangte plötzlich große Bedeutung und der Ort entwickelte sich zusehends." Das DDM schreibt seit seiner Gründung im Jahr 1977 eine Erfolgsgeschichte und der Erfolg beruhe nach den Worten des Regierungspräsidenten nicht nur auf den historischen Exponaten, sondern auch auf der hervorragenden Einbindung in das historisch gewachsene Umfeld.

Wilhelm Wenning: "Es waren große Anstrengungen notwendig, um die Einrichtung von Anfang zu sichern, auszubauen und zu erweitern. Großer Dank gilt all denjenigen, die sich dieser beachtlichen Herausforderung gestellt haben und mit Herzblut sich der Entwicklung des Museums hingeben. Nur durch das Zusammenwirken aller konnte ein Projekt dieser Größenordnung auf den Weg gebracht werden." Dazu habe auch die Städtebauförderung einen entsprechenden Beitrag zur Erweiterung und Umgestaltung geleistet. Abschließend stellte Regierungspräsident Wilhelm Wenning fest, dass sich das Deutsche Dampflokomotiv-Museum einen nationalen wie internationalen Ruf erarbeitet habe.

In den Worten der weiteren Museumsträger stellten Bezirkstagsvizepräsident Henry Schramm und Bürgermeister Siegfried Decker die Bedeutung des Museums für die Region Oberfranken und die Gemeinde Neuenmarkt heraus. OB Schramm: "Die Kombination aus historischen Dampflokomotiven und moderner Gestaltung nach heute geltenden wissenschaftlichen und museumspädagogischen Anforderungen ist eine Bereicherung für die Museumslandschaft in Oberfranken." Und Bürgermeister Decker stellte fest: "Wir übergeben eine historische Einrichtung in neuem Charme. Das Museum liegt mitten in unserem Dorf, im Herzen von Neuenmarkt. Die denkmalgeschützten Gebäude sind Vorzeigebauten und prägen unser Ortsbild. Deshalb gehört das Museum hierher. Es gibt keinen anderen Standort, der besser passen würde."

Weitere Grußworte sprachen noch Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold, Hauptkonservator Georg Waldemer von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen, Architekt Olaf Bruhn für das Büro Schramm, Kulmbach, Prof. Eberhard Schlag für das Atelier Brückner aus Stuttgart und Landrat Dr. Christoph Scheurer vom Partnerlandkreis Zwickau.

Nach dem Festakt erfolgte ein Rundgang durch die neue Ausstellung mit Freigabe der Projektion "Dampfloktechnik" sowie die Eröffnung der neuen Medienstationen durch die Kohlenhofprinzessin "Paula I.".
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