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Ziegelhütten
Theater

Psycho-Duell mit vielen Wendungen auf Kulmbacher Bühne

Rüdiger Baumann und Markus Schmitt liefen bei der Premiere des Stücks "Enigma" von Eric-Emmanuel Schmitt in Kulmbach zur Hochform auf.
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Abel Znorko (Rüdiger Baumann, im Bild rechts) muss seine Komfortzone verlassen und Erik Larsen (Markus Schmitt) Rede und Antwort stehen.  Uschi Prawitz
Abel Znorko (Rüdiger Baumann, im Bild rechts) muss seine Komfortzone verlassen und Erik Larsen (Markus Schmitt) Rede und Antwort stehen. Uschi Prawitz
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In einem kargen Zimmer im nordischen Look lieferten sich die beiden als Literaturnobelpreisträger Abel Znorko (Baumann) und Provinzjournalist Erik Larsen (Schmitt) ein Psycho-Duell, das mit vielen überraschenden Wendungen aufwartete.

Die zwei schenken sich nichts

Der Berliner Regisseur Thomas Engel hatte zwar kurz, aber intensiv mit den beiden Darstellern geprobt, die dank der ausgiebigen Charakterstudien, die sie betrieben hatten, die Protagonisten zum Leben erweckten. Auf der Baumann'schen Bühne standen am Sonntag nicht mehr die beiden Schauspieler, sondern dort agierten Znorko und Larsen, die sich nichts schenkten.

"Ich hasse Journalisten und rede nur mit mir selbst", sagte Znorko zu Beginn und Larsen fragte sich berechtigt, weshalb er überhaupt zu einem Interview eingeladen worden war. Seit zehn Jahren lebt Znorko auf dieser einsamen Insel im Norden Norwegens und ist der Überzeugung: Menschen sind ebenso langweilig und schnell zu durchschauen wie Fische.

Die Sache mit der Kontrolle

Anfangs kontert Larsen nur, doch schnell wendet sich das Blatt und der Zuschauer kann (amüsiert) beobachten, wie der jeweils eine glaubt, den anderen unter Kontrolle zu haben und dessen Motive zu durchschauen.

Es entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem nicht immer klar ist, wer die Katze ist. Verzweiflung, Frust, Erinnerungen, philosophische Gedanken, ja sogar Witz prägen das Stück, das sehr intensiv ist, den Zuschauer an seine Grenzen zu tragen scheint, und dann doch Hoffnung gibt. Es ist ein Stück, das den beiden Darstellern nicht nur absolute Textsicherheit abverlangt. Einfühlungsvermögen, ein Gespür für die richtige Mimik, zartes und auch aufbrausendes Spiel machen "Enigma" für den Zuschauer zu einem absoluten Theatergenuss.

"Tragic Flaw" heißt diese Art der Charakterentwicklung. "Thomas Engel wollte, dass wir zum Wesen dieser Figuren vordringen", erklärte Baumann. "Wir alle haben eine Person, die wir in der Öffentlichkeit präsentieren." Doch dahinter gebe es noch viele andere Wahrheiten. "Es gibt Lücken, und wir versuchen, die Fassade aufrecht zu erhalten." "Enigma" auf die Bühne zu bringen hatte dem Theatermacher Baumann schon länger vorgeschwebt, in Markus Schmitt fand er den passenden Counterpart. "Ich mag die Art, wie Markus spielt, er ist sehr wandelbar", sagte Baumann.

Hier gibt's Karten

Informationen und Karten für die weiteren Aufführungen gibt es online unter www.das-baumann.de oder telefonisch unter 09221/93393. Karten können zudem bei Sintenis Deko & Schenken in der Blaicher Straße erworben werden.

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