Stadtsteinach
Ortsumgehung

ProStadtsteinach fordert Brücke statt Damm

In einem offenen Brief machen sich ProStadtsteinach und Bund Naturschutz Sorgen um die aktuellen Umgehungs-Planungen und die Folgen von Starkregen.
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Grafik: Pro Stadtsteinach
Grafik: Pro Stadtsteinach
ProStadtsteinach und Bund Naturschutz befürchten, dass nach der Errichtung des geplanten "B-303-Dammes" durch das Steinachtal Anwohner durch extreme Starkregenereignisse erhebliche Schäden erleiden könnten und schlagen vor, statt eines Dammes das Steinachtal mittels einer Brücke zu überspannen. Einen entsprechenden Antrag und richten sie nun in einem offenen Brief an die Verantwortlichen (MdB Emmi Zeulner, Bürgermeister Roland Wolfrum, Landrat Klaus Peter Söllner, Minister Joachim Herrmann).

Sie schreiben: "In Anbetracht der gerade in jüngster Zeit häufig aufgetretenen Unwetterereignisse mit Starkregen und dadurch entstehenden hohen Schäden und auch der Aussagen von Meteorologen und des Deutschen Wetterdienstes, dass solche Starkregenereignisse künftig regelmäßig auftreten werden, haben ProStadtsteinach und der Bund Naturschutz die Planung zur Ortsumfahrung von Stadtsteinach einer genauen Betrachtung unterzogen. Im Speziellen haben wir uns die Situation im Bereich der Steinach/des Steinachtals angesehen, um zu ermitteln, welchen Einfluss der dort geplante Straßendamm auf diese zu erwarteten Extremwetterlagen haben könnte. In der jetzigen Situation würde ein starkes Ansteigen der Wassermenge in der Steinach (...) zur Folge haben, dass die Wiesen und Felder flussabwärts - rechts der Steinach - bis weit über den Sportplatz hinaus, überflutet würden. Diese Flächen stehen derzeit als natürliche Pufferzone zur Verfügung."
Da beim Bau des Hochwasserschutzes der Steinach Starkregenereignisse und damit verbundene Überflutungen nicht betrachtet worden seien, wäre es unverantwortlich, dies einfach zu ignorieren.
Durch den Straßendamm der geplanten Ortsumgehung durch das Steinachtal werde diese Pufferzone abgesperrt. Dies würde für einige Stadtteile von Stadtsteinach katastrophale Folgen haben, da für den Abfluss der Steinach, nach dem Bau der Ortsumgehung, nur noch das Brückenbauwerk am Hochofen zur Verfügung stünde.

Es sei nicht akzeptabel, dass durch die geplante Straßenbaumaßnahme der derzeitige Istzustand derart massiv verschlechtert werde, dass eine erhebliche Gefährdung von Bürgern, Häusern, Betrieben und Infrastruktur zu erwarten sei. Die zu erwartenden Gefahren könnten relativ einfach, mittels des Ersatzes des Dammbaues durch ein durchgängiges Brückenbauwerk, entschärft werden.
Zusätzliche positive Effekte entstünden hierdurch auch im Hinblick auf die Reduzierung des Flächenverbrauchs (EU Vorgabe); den Erhalt von Biotopflächen (Bayrisches Naturschutzgesetz); den Erhalt der Kaltluftströmung aus dem Steinachtal (die Störung der Kaltluftströmung ist in der Planfeststellung als sehr kritisch vermerkt).

"Wir bitten Sie sich dafür einzusetzen, dass statt des Dammes durch das Steinachtal alternativ ein durchgängiges Brückenbauwerk errichtet wird. Nur hierdurch ist es möglich, die Gefahr von negativen Auswirkungen eines extremen Starkregenereignisses zu vermeiden oder zumindest deutlich zu reduzieren", heißt es in dem Schreiben.

Unterschrieben haben den Brief Jürgen Machulla, Knud Espig und Alwin Geyer.


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