Kulmbach
Verabschiedung

Prima Zeugnis für den Rektor

Für Karl Schmidt beginnen jetzt die längsten Sommerferien seiner Laufbahn. Der Leiter der Pestalozzischule ist seit Freitag im Ruhestand.
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Auch die Schulkinder nahmen Abschied von Rektor Karl Schmidt.Werner Reißaus
Auch die Schulkinder nahmen Abschied von Rektor Karl Schmidt.Werner Reißaus
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"Nicht, was er mit seiner Arbeit erwirbt, ist der eigentliche Lohn des Menschen, sondern was er durch sie wird." Diesen Spruch von John Ruskin stellte Schulrat Michael Hack an den Beginn seiner Verabschiedung von Rektor Karl Schmidt. Der Schulleiter der Pestalozzischule wurde am Freitagvormittag zusammen mit Förderlehrerin Ilonka Möller in den Ruhestand verabschiedet und die Schüler bereiteten den beiden ein paar wunderschöne Stunden, bei denen auch die eine oder andere Träne floss.

Schulrat Hack ging kurz auf die Lebensstationen von Schmidt ein und verwies darauf, dass der gebürtige Kulmbacher die Volksschule im Stadtteil Blaich besuchte und nach dem Abitur am MGF das Lehramtsstudium an der Uni Bayreuth aufnahm. Karl Schmidt hatte damals Glück, wie Hack betonte, nicht wie andere Kollegen in der Welt herumgeschickt zu werden, sondern er durfte seine Lehramts-Anwärterzeiten an der Max-Hundt-Schule absolvieren: "Erst hinterher wurden Sie als mobile Reserve an die Meußdoeffer-Schule versetzt und kamen viel im Landkreis Kulmbach herum." Stationen waren Neuenmarkt, Rugendorf, Presseck, Stadtsteinach, Melkendorf und Ludwigschorgast.

1983 erfolgte die Verbeamtung auf Lebenszeit und ab 1998 durfte Schmidt Schulleitungsluft schnuppern und wurde zum kommissarischen Stellvertreter an der Oberen Schule ernannt, 2002 folgte die Bestellung zum stellvertretenden Schulleiter der Pestalozzi-Volksschule, 2006 zum Schulleiter und die letzten beiden Jahre wurde Karl Schmidt auch die Mitführung der Oberen Schule übertragen.


"Unbedingter Einsatzwille"

Hack stellte die berufliche Qualifikation von Karl Schmidt heraus und verwies auf eine dienstliche Beurteilung in der Personalakte: "Der Lehrer strahlt in seinem Verhalten besonnene Gelassenheit und bewusste, pädagogische Zuversicht aus. Sein unbedingter Einsatzwille auch in erziehungsschwierigsten Situationen und seine erstaunliche Bewährung hierin haben ihre Begründung in seinem sehr stark ausgeprägten eigenpersönlichen Erziehungs- und Leistungsethos. Es finden sich Aussagen wie zuverlässig ausdauerndes Engagement, anspruchsvolle kognitive Zielvorstellungen, schülerorientiertes Erziehungsbemühen, logisch zielklar und Beliebtheit bei Schulleitungen und Kollegen."

Der Schulrat bezeichnete den scheidenden Rektor als einen sozial eingestellten und verantwortungsbewussten Menschen: "Sie mussten Ihren Mann stehen, wie man so sagt. Sie waren verantwortlich für das Weiterkommen Ihrer Klassen, aber auch für das Am-Laufen-Halten Ihrer Schule. Sie waren lange in der Schulleitung tätig und das war zuletzt mit der Doppelführung mit Sicherheit kein Zuckerschlecken."


Lob für Hilfsbereitschaft

Und eine Eigenschaft erkannte der Schulrat bei Karl Schmidt besonders ausgeprägt: Seine Bereitschaft zu helfen: "Sie setzten sich als Personalrat für die Belange der Kolleginnen und Kollegen ein, versuchen auch noch in Ihren letzten Tagen das bestmögliche für Kollegen herauszuholen. Auch für den Freistaat Bayern haben Sie im Rahmen der Evaluation viel zur Verbesserung der Schulqualität beigetragen." Schulrat Hack dankte im Namen des Freistaats Bayern, der Regierung von Oberfranken, des Staatlichen Schulamts Kulmbach und auch persönlich für die geleistete Arbeit zum Wohle der anvertrauten Schülerinnen und Schüler und wünschte für den Ruhestand viel Gesundheit und allzeit einen frohen Mut.

Für die Stadt Kulmbach würdigte Bürgermeister Ralf Hartnack das Engagement und die Arbeit von Rektor Karl Schmidt auch im Namen von OB Henry Schramm und des gesamten Stadtrates: "Sie können stolz darauf sein, was Sie als Rektor unserer Pestalozzischule und damit auch für die Schülerinnen und Schüler geleistet haben. Sie haben hier in den vergangenen Jahren an der Schule viel bewirkt und Sie haben die Pestalozzischule auch geprägt."

Florian Schneider sprach für den Elternbeirat und brachte einen Vergleich, was eine gute Schule ausmacht: "Eine gute Schule ist wie ein Schiff, ein großes, weißes Segelschiff auf dem Ozean, in dem Fall vielleicht die MS Pestalozzi." Und neben einer guten, engagierten Mannschaft, der Lehrerschaft, braucht so ein Schiff auch einen Kapitän und diese Arbeit verrichtete Karl Schmidt mit einer großen Begeisterung, wie Florian Schmidt betonte. Mit ihm konnte der Elternbeirat auch eine Reihe sehr erfolgreicher Projekte umsetzen."


Ilonka Möller verabschiedet

Der scheidende Rektor selbst ließ es sich nicht nehmen, in seiner letzten Amtshandlung die Verabschiedung von Förderlehrerin Ilonka Möller vorzunehmen: "Es ist heute auch für mich ein sehr schwerer Tag und am Anfang muss ich ganz einfach über eine mir sehr vertraute Person sprechen, die es verdient hat, in den Ruhestand zu gehen."

Schmidt verwies darauf, dass die Pestalozzischule nunmehr 118 Jahre alt ist und Ilonka Möller war immerhin 45 Jahre als Lehrerin an dieser Schule und hat als Pädagogische Assistentin ihre Arbeit begonnen, damals noch mit 300 Schülern und mehr. Rektor Karl Schmidt: "Du hattest ein vielfältiges Portfolio an Arbeit und das hast Du alles hervorragend gemacht und mit Ilonka Möller verliert die Pestalozzischule eine Perle."

Worte zum Abschied und Wünsche für den Ruhestand sprachen noch Konrektorin Sandra Stenglein und das gesamte Lehrerkollegium aus.


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