Kulmbach
Polizei

Polizeieinsatz nach Bedrohung in Kulmbach - Ermittlungen dauern an

Nach einem spektakulären Polizeieinsatz in Kulmbach am Samstag und großangelegten Durchsuchungen dauern die Ermittlungen an.
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Komplett zugewachsen war der Wohnwagen, den die Polizei auf einem Grundstück in Döllnitz entdeckte.Foto: Alexander Hartmann
Komplett zugewachsen war der Wohnwagen, den die Polizei auf einem Grundstück in Döllnitz entdeckte.Foto: Alexander Hartmann
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Einsatzfahrzeuge, Spürhunde, schweres Gerät: Zwei Tage lang die Kulmbacher Polizei mit Unterstützung von Bereitschaftspolizisten aus Nürnberg und von Hundeführern zwei Grundstücke durchsucht. Dass dabei "Gegenstände" gefunden wurden, die von strafrechtlichem Belang sein könnten, haben Polizei und Staatsanwaltschaft nun in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Worum genau es sich handelt und was die Ermittlungen bisher ergeben haben? Da hält man sich bei der Polizei bedeckt. Zu erfahren ist nur so viel: "Die Ermittlungen dauern an."

Ausgelöst worden waren die Polizeiaktionen durch einen Familienstreitam Samstag. Ein 62-Jähriger Kulmbacher hatte im Zuge einer Auseinandersetzung seinen 42-jährigen Sohn mit einer geladenen Schusswaffe bedroht. Der Sohn hatte sich in Sicherheit bringen und die Polizei alarmieren können.
Bewaffnete Sondereinsatzkräfte hatten daraufhin das Haus umstellt und den 62-Jährigen festgenommen. Bei der anschließenden Untersuchung waren im Haus weitere Waffen und Munition gefunden worden.

Im Zuge der Ermittlungen hatten sich für die Polizei dann offensichtlich Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Mann, der seit dem Vorfall am Samstag in Untersuchungshaft sitzt, auf zwei Grundstücken im Landkreis weitere Waffen versteckt haben könnte. Die Polizei durchsuchte deshalb am Dienstag und am Mittwoch nicht nur ein weiteres Mal das Wohngrundstück in Kulmbach, sondern auch ein Anwesen inWehelitz (Gemeinde Neudrossenfeld) und ein Grundstück in Döllnitz (Gemeinde Kasendorf). Beide gehören dem Beschuldigten beziehungsweise dessen Familie.

Im Einsatz waren dabei auch Spürhunde, die auf das Auffinden von Waffen und Sprengstoff trainiert sind.

Während es die Ermittler in Wehelitz mit verhältnismäßig einfach zugänglichen Gebäuden - ein leerstehendes Haus, eine Garage und einige Abstellräume - zu tun hatten, erlebten die Beamten in Döllnitz eine Überraschung: Erst nachdem mit der Motorsäge ein Loch in ein Dickicht geschnitten worden war, war ein Wohnwagen zu sehen.Von dessen Existenz sollen nicht einmal die Dorfbewohner etwas gewusst haben. Auf dem Grundstück lagern angeblich auch zahlreiche Kisten, Fässer und Truhen.

Polizei und Staatsanwaltschaft gaben dann am Donnerstag in ihrer Pressemitteilung lediglich bekannt, dass "verschiedene relevante Gegenstände sichergestellt" worden seien. Details würden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt gegeben, wie Pressesprecher Jürgen Stadter auf Nachfrage mitteilte. "Wir müssen zunächst prüfen, ob wir die Gegenstände zweifelsfrei dem Beschuldigten zuordnen können. Und wir müssen prüfen, ob sie von strafrechtlicher Bedeutung sind." Die Untersuchungen laufen noch.
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