Limmersdorf
Brauchtum

Plotzhemel Otto ist der heimliche Star der Limmersdorfer Kerwa

Absoluter Platzhirsch bei der Limmersdorfer Lindenkerwa ist ein Vierbeiner: Schafsbock Otto, der den Umzügen voranschreitet.
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Die Kerwaburschen tanzten  bei der ersten Station noch mit "Ersatzmädchen"- erst dann wurde das erste Platzmädchen abgeholt. Foto: Sonny Adam
Die Kerwaburschen tanzten bei der ersten Station noch mit "Ersatzmädchen"- erst dann wurde das erste Platzmädchen abgeholt. Foto: Sonny Adam
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Vier Kerwapaare gibt es bei der Limmersdorfer Lindenkirchweih. Es ist eine Ehre, bei dem Traditionsfest in vorderster Reihe dabei sein zu dürfen. Doch den allerschönsten "Job" bei der Kerwa haben heuer Vanessa Apert (12) und Simon Schneider (10), darin sie sich beide einig. Denn sie dürfen den Plotzhemel führen.

"Er hat einen guten Charakter"

Der Hammel ist noch nicht einmal ein Jahr alt und einfach nur schön wollig. Er heißt Otto. "Er hat einen guten Charakter", urteilt Vanessa Apert. Und vor allem stiehlt der Schafsbock mit den schwarzen Beinen und dem schwarzen Kopf allen die Schau. "Geh mal ganz nah ran - der Bock ist gut", kommandiert ein Filmteam des Tourismusverbands. Auch die Filmcrew hat sich auf Anhieb in den Vierbeiner verliebt. Und um ein Haar hätte Otto in die Kamera geschleckt. Ihm gefällt der Rummel offenbar.

"Wir haben mit Otto schon die ganze Woche geübt", erzählt Vanessa Apert. Der kennt jetzt den Weg und weiß, wie er mit dem Blumenschmuck um seinen Hals umzugehen hat. Otto wurde sogar langsam an die Musik und an viele Menschen gewöhnt. "Er darf ja nicht erschrecken", so Simon Schneider.

Plotzhemel Otto muss direkt vor den Paaren und der Musik herlaufen - und er macht das ganz ruhig, trotz der vielen Menschen, die zum Umzug gekommen sind. Beim Kerwaumzug am Sonntag holen die Plootzer ihre Mädchen ab, am Montag geht es andersherum.

"Ich mache schon zum zweiten Mal mit"

In diesem Jahr haben es die Plootzer nicht weit. Die erste Station ist nur wenige Meter vom Festplatz entfernt bei der Pöhlmann'schen Gastwirtschaft. Denn Luisa, die Nichte von Kerwa-Urgestein Veit Pöhlmann, ist mit von der Partie. Die 19-Jährige studiert Grundschullehramt. Aktuell hat sie Semesterferien. "Ich mache schon zum zweiten Mal mit", sagt sie und freut sich mit ihrem Partner Nicolas Krahl (20) schon riesig auf die restlichen tollen Tage.

Mit von der Partie sind ferner Lucas Hirschmann (18) und Ida Vorndran (16), Jonas Herrmannsdörfer (18) und Larissa Lepiarczyk (20) sowie Carl Ziegler (20) und Pauline Vorndran (20).

Ein bisschen aufgeregt sind sie schon

Erst nach einem stundenlangen Marsch durch Limmersdorf und ausgedehntem Feiern kehren die Plootzpaare zum Festplatz zurück, tanzen - so wie es schon immer war - auf der Linde. Zum ersten Mal mit von der Partie ist in diesem Jahr Lucas Hirschmann (18). "Ich war immer beim Aufbau dabei, also musste ich nicht lange überlegen. Es macht doch Spaß, bei so einem Traditionsfest mit dabei zu sein. Aber ein bisschen aufgeregt bin ich schon", gibt er zu.

Doch wie geht es eigentlich den Mädchen, die mit den Plootzern am Festplatz starten und dann, wenn die echten Kerwamädchen abgeholt werden, wieder in den Hintergrund treten? "Ach, das macht nichts. Ich war schon vier Mal dabei", sagt Jana Ziegler (25). Sie steht ihrem Bruder Carl bei. "Außerdem muss ich sowieso arbeiten. Ich bin Gewässerschutzbeauftragte", erzählt Ziegler.

"Ich habe schon drei Mal mitgemacht. Das reicht", erklärt auch Chereen Heinrich (28). Auch sie ist froh, dass sich immer wieder Nachwuchs findet.

Bis Dienstag geht es noch weiter

Die Limmersdorfer Kerwa ist bekanntlich in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Sie dauert noch bis Dienstag. Natürlich wird auch in diesem Jahr wieder auf der Sandbahn gekegelt. Die Kerwa geht mit der Versteigerung des Plotzhemels und des Kerwasprengers sowie mit dem feierlichen Begräbnis zu Ende.

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