Kulmbach
Umwelt

Plastikfrei einkaufen: Viele Tipps von den Lesern der Bayerischen Rundschau

Die BR berichtete über einen Selbstversuch.Die Reaktion war groß. Viele Leser verraten, was sie tun, um möglichst wenig Verpackungsmüll zu produzieren.
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In Unverpackt-Läden, die es mittlerweile in vielen deutschen Städten gibt, können sich die Kunden lose Ware in Behälter abfüllen lassen, die sie von zu Hause mitgebracht haben.  Symbolbild: Helen Ahmad/dpa
In Unverpackt-Läden, die es mittlerweile in vielen deutschen Städten gibt, können sich die Kunden lose Ware in Behälter abfüllen lassen, die sie von zu Hause mitgebracht haben. Symbolbild: Helen Ahmad/dpa

Wie viel Verpackung muss sein? Diese Frage stellten wir in unserer Donnerstagsausgabe. Wir schilderten die Ergebnisse eines penibel protokollierten Selbstversuchs - und fragten unsere Leser nach ihren Erfahrungen und möglichen Tipps.

Die Resonanz war groß. So wurde auf der Facebook-Seite der Bayerischen Rundschau lebhaft diskutiert und in etlichen Mails schilderten uns Leser ihre Nöte mit dem Einkauf: Fleisch, Wurst oder Käse kann man sich mittlerweile in vielen Geschäften in mitgebrachte Behälter abfüllen lassen. Für die heimischen Bäcker ist es kein Problem, wenn der Kunde den eigenen Stoffbeutel der Papiertüte vorzieht.

Aber vieles - zu vieles - gibt es immer noch nur in der Kunststoffverpackung. Die Folge: Die Abfallmengen steigen, die Umwelt leidet.

Kartons für die Kunden

Dabei müsste das nicht sein, meint zum Beispiel Karin Göppner, Mitarbeiterin bei der Firma Unger, die in Veitlahm und Thurnau Naturkostläden betreibt. "Wir geben Kartons für die Kunden aus, so dass sie keine Plastiktüten brauchen."

Oliven, Mate-Tee, kandierten Ingwer, Orangeat und Zitronat gibt es in den Läden in großen Gläsern, aus denen sich die Kunden die benötigte Menge abfüllen lassen können. Joghurt, Quark und Frischmilch werden in Gläsern und Flaschen verkauft - und kommen, da sie direkt nebenan auf dem Patersberghof erzeugt werden, auf dem kürzestmöglichen Transportweg zum Kunden.

Sandra Schramm schreibt uns, dass bisweilen schon die Erfahrung gemacht hat, dass sie "komisch angeschaut" wird, wenn sie mit ihren wiederbefüllbaren Boxen an einer Fleischtheke auftaucht.

Sie hat uns mit einer ganzen Reihe von praktischen Tipps zum umweltbewussten Einkaufen versorgt: Statt Teebeutel lieber losen Tee und Teesiebe verwenden. Dann landen keine winzigen Metallklammern im Müll. Im dm-Drogeriemarkt gebe es derzeit Taschentücher aus Bambus in einer umweltfreundlichen Papierverpackung, berichtet sie uns - und verweist darauf, dass man auch ganz altmodisch auf Stofftaschentücher zurückgreifen könnte.

Peelings lassen sich aus Kaffee oder Zucker selbst herstellen - und es gerät kein Mikroplastik ins Wasser. Und letztlich hat unsere Leserin noch einen Tipp für die Frauen parat: Frauen, die auf Binden oder Tampons verzichtet und statt dessen sogenannte Menstruationstassen aus Kunststoff verwenden, die jahrelang halten, sparen Geld - und vermeiden eine ganze Menge Müll.

Userin Claudia Mü berichtet auf Facebook, dass sie zwar Plastiktüten nutzt, die aber mehrfach verwendet.

Loses Gemüse teurer

Eine Kulmbacherin hat sich beklagt: Sie kaufe zwar bevorzugt loses Obst und Gemüse. Das sei in der Regel aber teurer als die aufwendig verpackte Ware. Bei einer anderen stehen im Bad keine Cremes und Lotions in Plastiktuben mehr. Sie schwört auf reines Kokosöl, das es im Glas zu kaufen gibt und, so sagt sie, für die Körperpflege ganz ideal sei.

Eine sehr detaillierte Anregung hat Andreas Schoberth gegeben. Er könnte sich vorstellen, in einem großen Kulmbacher Supermarkt eine "Unverpackt-Ecke" einzurichten, in der Dinge, die es üblicherweise nur verpackt gibt, auch lose angeboten werden. Betrieben werden könnte diese Ecke von einer sozialen Einrichtung und mit Unterstützung von Zuschüssen. Damit könnte man, so Andreas Schoberth, gleichzeitig eine Beschäftigungsmöglichkeit schaffen für Menschen, die es auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt schwer haben und so doch in das Arbeitsleben integriert werden könnten. Beratend könnten hier die Gründerinnen des "Unverpackt-Ladens", den es seit einiger Zeit in Bamberg gibt, tätig werden.

Gurken in Plastik

Über einen solchen Laden würden sich sicher noch mehr Kulmbacher freuen. Zumindest haben gleich etliche von ihnen das Thema in der Diskussion auf unserer Facebook-Seite angesprochen.

In dieser Diskussion wird auch deutlich, dass viele User im Handel noch großes Potenzial sehen, Waren umweltfreundlicher zu verpacken. So wird die Frage gestellt, ob Gurken denn unbedingt noch einmal in Plastik verpackt werden müssen. Generell sieht die Mehrheit dringenden Bedarf für ein Umdenken. Denn, so schreibt "MaRö": "Wir ersaufen im Müll, wenn das so weitergeht!"

Unverpackt-Laden in Bamberg

Einen Unverpackt-Laden, wie er in der Diskussion angesprochen wurde, gibt es seit geraumer Zeit in Bamberg. Das Konzept ist einfach: Vom Erzeuger bis zum Endverbraucher ohne Einwegverpackungen!

Das Sortiment des Ladensder von zwei jungen Frauen geführt wird, umfasst unter anderem Getreideprodukte, Tee, Gewürze, Nüsse, verschiedene Öle, Nudeln, Nudeln oder Brotaufstriche sowie Hygiene- und Haushaltsartikel. Die Kunden bringen beim Einkauf ihre eigenen Behältnisse mit, füllen sich die benötigte Menge ab - und bezahlen an der Kasse natürlich nur die Ware. Das Gewicht des Behälters wird natürlich abgezogen.

Den Ladeninhaberinnen geht es aber nicht nur um dasVermeiden von Verpackungsmüll. Sie haben sich auch entschieden, ausschließlich Bio-Produkte zu verkaufen, die keine Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, E-Stoffe oder sonstige Zusatzstoffe enthalten. Der Unverpackt-Laden ist in der Luitpoldstraße 36 in Bamberg zu finden. gey



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