Stadtsteinach
Bürgerversammlung

Pläne für Umgehung stoßen auf Kritik

120 Stadtsteinacher - so viele wie seit Jahren nicht mehr - waren am Donnerstag zur Bürgerversammlung in die Schule gekommen. Mit den Plänen für die Umgehung stand auch ein kontrovers diskutiertes Thema auf der Tagesordnung. Und das wird es wohl auch bleiben.
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Die Grafik zeigt die geplante Umgehung um Stadtsteinach. FT-Grafik
Die Grafik zeigt die geplante Umgehung um Stadtsteinach. FT-Grafik
Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) machte deutlich, dass der Bundesrechnungshof die vom Staatlichen Bauamt erarbeitete Planung für die Umgehung zwar genehmigt hat, die Stadt aber nicht vollkommen damit einverstanden sein kann. Hauptgrund: Die Streichung von zwei Brücken im Bereich Zaubach.

Laut Wolfrum ist es auch noch unklar, ob die Planfeststellungsverfahren Stadtsteinach und Zaubach voneinander getrennt werden können. Verzichte der Stadtrat aber ganz auf die Umfahrung von Zaubach, dann komme auch der Kreisel bei Höfles nicht und es erfolge der direkte Anschluss an die B 303 in Unterzaubach.Wolfrum plädierte deshalb für die Einsetzung eines "Runden Tisches", um bis zum Frühjahr 2013 einen Kompromiss zu finden.


"Bauernland in Bauernhand"

"Ich bin gegen die Umgehung für Zaubach. Bauernland gehört in Bauernhand.
Wir Landwirte haben jetzt schon genug gravierende Probleme mit der Bauverbotszone im Trassenkorridor", machte Werner Groß aus Unterzaubach seinem Ärger Luft.

Matthias Kummer, ebenfalls aus Unterzaubach, pflichtete ihm bei: Die Planung sei ein Unding. Der Abstand zur Wohnbebauung sei viel zu gering. Und wenn nur eine Brücke für den landwirtschaftlichen Verkehr gebaut werde, "habe ich den Traktorenverkehr zu den landwirtschaftlichen Flächen laufend vor der Haustür".

"Wir sind alle dagegen, dass zwei von drei Überfahrungen gestrichen werden. Die Streckenführung passt sowieso keinem Zaubacher, die Hangtrasse oberhalb des Baugebiets Eichelberg entlang wäre das Beste für alle", sagte Stadtrat Franz Thierauf (FW). Und sein Ratskollege Winfried Baumgärtner betonte: Stadtsteinach brauche die Umgehung. Für alles andere gibt es nur eine Lösung - Hangtrasse! "Her mit der Hangtrasse oder gar keine Zaubacher Umgehung", sagte Friedrich Hohenberger.

"Wir können doch nicht wieder von vorne anfangen", erklärte Stadtrat Wolfgang Martin (SPD/OL). Sein Ratskollege Knut Espig betonte: Was in Wallenfels ging, müsse auch für Zaubach gelten. "Wir brauchen zwei Abschnitte. Stadtsteinach alleine planen und die Tür für Zaubach offen lassen. Der Rat muss die Hangtrasse wollen und politisch massiv fordern", sagte Stadtrat Klaus Witzgall (CSU).


Am teuersten, aber besser

Nach Ansicht des CSU-Landtagsabgeordneten Ludwig Freiherr von Lerchenfeld liegt die Verantwortung letztendlich bei Bundesverkehrsminister Peter Ramsauser, ob er einer Verfahrenstrennung zustimmt, um möglichst 2016 mit Stadtsteinach zu beginnen. Die Hangtrasse sollte noch einmal angedacht werden. Sie sei zwar die teuerste Lösung, aber für die Bauern die bessere. Auch er sprach sich für einen "Runden Tisch" aus. "Das Umgehungsprojekt ist überfällig. Wir müssen den seit 1961 bestehenden gordischen Knoten lösen. Es muss so gebaut werden, wie es Stadtsteinach, Unter- und Oberzaubach wollen", sagte von Lerchenfeld.

Bürgermeister Roland Wolfrum will den "Runden Tisch" in der Stadtratssitzung am Montag auf den Weg bringen. Wenn noch eine Umplanung auf die Hangtrasse möglich ist, sei der Stadtrat sicher nicht dagegen. Wolfrum erwartet sich in rund drei Monaten ein deutliches Signal, wie die Zukunft der Umgehung Stadtsteinach-Zaubach aussehen und umgesetzt werden kann.
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