Stadtsteinach

Pflegedienst investiert sechsstellig in Stadtsteinach

Nach dem Auszug der AOK standen die 430 Quadratmeter großen Räumlichkeiten mitten in Stadtsteinach lange leer. Nun werden sie für die Senioren- und Krankenpflege umgebaut.
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Peter Weisbrich, selbst Diplom-Ingenieur der Biomedizintechnik(FH) hofft, dass die Genehmigungen für die geplanten Umbauten bald vorliegen. Noch in diesem Jahr soll die Umgestaltung der ehemaligen Büroräume vonstatten gehen, ab März soll bereits der Betrieb aufgenommen werden. Foto: Sonja Adam
Peter Weisbrich, selbst Diplom-Ingenieur der Biomedizintechnik(FH) hofft, dass die Genehmigungen für die geplanten Umbauten bald vorliegen. Noch in diesem Jahr soll die Umgestaltung der ehemaligen Büroräume vonstatten gehen, ab März soll bereits der Betrieb aufgenommen werden. Foto: Sonja Adam
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Die Büroräume der ehemaligen AOK sind großzügig, hell und freundlich. Genau die richtigen Voraussetzungen, um sie zu einer Wohngruppe für Menschen, die auf Intensivpflege angewiesen sind und beatmet werden müssen, umzugestalten. Diplom-Ingenieur Peter Weisbrich vom Pflegedienst Fazmed erklärt die Pläne des Sonneberger Unternehmens.

Im vorderen Bereich - der auch für Rollstuhlpatienten und Notarzt über die Rampe gut erreichbar ist - sollen fünf rund zwanzig Quadratmeter große Patientenzimmer entstehen: Mit Bett, mit Mobiliar, mit einer Ausstattung, die für Intensivpflege nötig ist. "Wir müssen in Trockenbauweise Wände einziehen, wir müssen die Zimmer abteilen und wir müssen die Teppiche beseitigen und einen wischbaren Boden verlegen", erklärt Weisbrich.
Außerdem wird im vorderen Gebäudetrakt noch ein helles Foyer, ein Personal- und ein Umkleidezimmer sowie ein Büro für die Pflegedienstleitung und eine Anmeldung entstehen.

Im mittleren Gebäudeteil des ehemaligen Bürogebäudes gibt es sanitäre Anlagen, auch für das Personal. Und daran schließen sich eine Küche und der Trakt, in dem eine Tages- und Verhinderungspflege eingerichtet werden soll, an. "So eine Tagespflege ist für Menschen, die man nicht mehr allein lassen kann, weil sie beispielsweise dement sind", erklärt Weisbrich.

Solche Menschen können tagsüber in die Tagespflege gebracht werden, sind dann unter Aufsicht und bekommen altersgemäße Förderung und Beschäftigung. Die genauen Zeiten werden den Bedürfnissen der Menschen angepasst - doch geplant ist eine Betreuung von 7 bis 19 Uhr.

Lichttherapie inklusive

Abends, wenn die betreuenden Angehörigen dann von der Arbeit nach Hause kommen, können sie die älteren Menschen mitnehmen. "Wir wollen, dass die Menschen auch im Alter oder im Pflegefall zu Hause bleiben können", sagt der Diplom-Ingenieur.

Sobald die Genehmigungen vom Landratsamt erteilt sind, erfolgt der Umbau der Räumlichkeiten. Dazu gehört auch ein Beleuchtungskonzept. "Man braucht eine gewisse Helligkeit bei Intensivpflege. Das Beleuchtungskonzept muss komplett neu angefertigt werden, denn über Lichttherapie lässt sich die Gemütslage der Patienten beeinflussen", so Weisbrich und denkt an Farbspektren, die den Patienten Wohlbefinden und Wohlfühlatmosphäre schenken.

Die Stadt Stadtsteinach hat schon grünes Licht für die Umwidmung der Räumlichkeiten gegeben. "Ich denke, dass unser Angebot eine Bereicherung für Stadtsteinach sein wird", hofft Weisbrich auf baldige Genehmigung. "Erste Anfragen aus der Region haben wir schon", verrät Weisbrich.

Wenn die Umbaumaßnahmen gut laufen - Fazmed wird ins ehemalige AOK-Gebäude eine sechsstellige Summe investieren -, will das Unternehmen bereits Anfang März 2015 den Betrieb aufnehmen und intensivmedizinisch versorgte Patienten in Stadtsteinach betreuen.

15 neue Arbeitsplätze

Fazmed beschäftigt aktuell 230 Mitarbeiter. Für Stadtsteinach werden rund 15 examinierte Krankenschwestern, Pflegefachkräfte und Hilfskräfte gesucht. "Eine spezielle Ausbildung in Intensivpflege ist nicht nötig, durch unser Ausbildungskonzept bilden wir selbst weiter", so Weisbrich. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Sonneberg ist erst vor kurzem als Bester Arbeitgeber Pflege von "Great Place to work" ausgezeichnet worden. Aktuell hat Fazmed ein Appartementhaus mit 16 Plätzen in Sonneberg, eine Wohngruppe in Sonneberg, sowie weitere Wohngruppen in Coburg, Hildburghausen, Ilmenau und Kulmbach. "Uns ist ein Netzwerk mit Hausärzten und Fachärzten, mit sozialen Diensten und mit Logopäden sowie mit den Kranken- und Pflegekassen wichtig", erklärt der Diplom-Ingenieur.

Zu den bisherigen "Kunden" zählen übrigens nicht nur ältere Menschen oder Wachkoma-Patienten, sondern auch mobile Menschen, die auf eine Beatmung angewiesen sind oder auch Kleinkinder, die wegen eines angeborenen Defektes Intensivpflege und Beatmung brauchen.

Fazmed sucht laufend weitere Räumlichkeiten, um dezentral eine Versorgung von Patienten einzurichten.
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