Marktschorgast
Sanierung

Pfarrhaus Marktschorgast wird ein Schmuckstück

In Marktschorgast werden 200.000 Euro in den Umbau des Gebäudes investiert, das ein Schüler von Balthasar Neumann 1750 geplant hat. Aus der einfachen Instandsetzung ist eine Generalsanierung geworden.
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Das Marktschorgaster Pfarrhaus ist ein historischer Schatz: Die Pläne stammen aus dem Jahre 1750, gebaut worden ist es aber wegen Geldmangels erst 1800 gebaut. Jetzt wird das historische Gebäude generalsaniert und energetisch ertüchtigt. Fotos: Alexander Hartmann
Das Marktschorgaster Pfarrhaus ist ein historischer Schatz: Die Pläne stammen aus dem Jahre 1750, gebaut worden ist es aber wegen Geldmangels erst 1800 gebaut. Jetzt wird das historische Gebäude generalsaniert und energetisch ertüchtigt. Fotos: Alexander Hartmann
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Ursprünglich sollte das Marktschorgaster Pfarrhaus - nach dem Weggang von Pfarrer Zlatko Kidjemet - nur oberflächlich instandgesetzt werden. Nun werkeln zahlreiche Baufirmen aber schon seit Monaten an dem altehrwürdigen Gebäude, das eins Jakob Michael Küchel, ein Schüler von Balthasar Neumann, geplant hat. Das Pfarrhaus wird generalsaniert.


Funktionskonzept

"Wir haben gleich ein zukunftsträchtiges Raum- und Funktionskonzept mit erstellt und energetisch getrennte Nutzungsbereiche geplant", sagt der Bamberger Architekt Peter Schickel. Der neue Pfarrer Ignacy Kobus ist ausquartiert und notdürftig im gegenüberliegenden Haus der Kirchenstiftung untergebracht worden. Doch die Handwerker arbeiten auf Hochtouren, damit er bald in das Pfarrhaus einziehen kann.

Dieser Tage musste allerdings erst einmal auch das Pfarrbüro im Erdgeschoss ausgelagert werden.
Aber nur für wenige Wochen, so der Architekt. Peter Schickel ist zuversichtlich, dass die Sanierungsarbeiten bis Mai abgeschlossen werden.


Appartement für Haushälterin

Neben dem Pfarrbüro werden im Erdgeschoss ein Besprechungsraum, ein Technikraum und ein WC untergebracht. Außerdem wird ein Appartement für die Haushälter mit Wohnraum, Küche, Schlafzimmer, Dusche und WC eingerichtet, das gesondert abgerechnet werden kann. "Der Pfarrer hat jetzt zwar keine Haushälterin, aber man blickt da schon in die Zukunft", sagt Peter Schickel.

Die Pfarrerwohnung befindet sich im ersten Stock und besteht aus Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Wohnzimmer, Gästezimmer, Küche, Bad und WC. Stolz ist der Architekt auf die Erneuerung der Fenster. Denn nach antikem Vorbild wurden echte Kreuzstockfenster mit schlankem Fensterprofil eingebaut, das leicht abgerundet ist. Schickel: "Wir haben natürlich dreifach verglaste Fenster genommen. Aber die dicke Verglasung fällt kaum auf."


Besondere Fenster

Im Erdgeschoss sind im Bereich des Pfarrbüros Fenster im Laufe der Jahre zugemauert worden. Diese werden wieder geöffnet. "Wir haben eine Besonderheit: Im Erdgeschoss haben die Fenster drei Glasfelder und einen oberen Flügel mit je einem Glasfeld. Im Obergeschoss haben die unteren Flügel der Fenster auch je drei Glasfelder, die oberen Flügel jedoch zwei Glasfelder - das ist typisch für die Konzeption der damaligen ,Belle Etage'", erläutert der Architekt.


Archivräume werden geschaffen

Derzeit streicht Maler Hans Lauterbach die Pfarrwohnung. Elektriker Stefan Gluth bringt die Elektrik auf den neuesten Stand. Im Obergeschoss wird - abgeteilt von der Pfarrerwohnung - ein Jugendraum geschaffen. Auch unter dem Dach des Pfarrhauses hat sich was getan: Die Dämmung wurde verbessert. Außerdem wurden zwei Archivräume errichtet.


Sichtschutzwand

Noch im Frühjahr soll eine Sichtschutzwand aus Holzgeflecht zwischen Pfarrgarten und dem Außenbereich des Pfarr- und Jugendheims angebracht werden. Insgesamt werden in das Pfarrhaus 200.000 Euro investiert - allein über 20.000 Euro für die energetische Sanierung.

Dass das Geld in ein prächtiges Bauwerk investiert wird, das weiß der Architekt. Denn schließlich stammen die Pläne für das Pfarrhaus vom Balthasar-Neumann-Schüler Johann Jakob Küchel (1703-1769). Diese datieren von 1750, doch aus Geldmangel ist das Pfarrhaus erst um 1800 erbaut worden. Für die energetische Sanierung 2012/2013 kommt die Erzdiözese auf. Sie trägt auch den Großteil der Instandsetzungskosten.
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