Stadtsteinach

Pfarrer Wolfgang Eßel übernimmt Pfarrei St. Michael

Ab dem 1. September führt Pfarrer Wolfgang Eßel die katholische Pfarrei St. Michael. Ganz neu ist ihm seine neue Wirkungsstätte nicht. Und sein Vorgänger Hans Roppelt war an der Entscheidung für Stadtsteinach nicht unbeteiligt.
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Der Seelsorger und seine Wirkungsstätte: Wolfgang Eßel ist neuer Pfarrer von Stadtsteinach. Er tritt die Nachfolge von Geistlichem Rat Hans Roppelt an, der die Pfarrei 18 Jahre lang geführt hatte.  Foto: Klaus Rössner
Der Seelsorger und seine Wirkungsstätte: Wolfgang Eßel ist neuer Pfarrer von Stadtsteinach. Er tritt die Nachfolge von Geistlichem Rat Hans Roppelt an, der die Pfarrei 18 Jahre lang geführt hatte. Foto: Klaus Rössner

Es heißt, die Intuition gebe dem Menschen oft einen besseren Rat als dessen Verstand. Wenn dies zutrifft, dann hat Wolfgang Eßel sicher eine richtige Entscheidung getroffen: Den Entschluss, als Pfarrer nach Stadtsteinach zu wechseln. "Es war aus einem Bauchgefühl heraus. Ich habe mich angesprochen gefühlt von dieser Pfarrei", sagt der Geistliche, der heute sein neues Amt in St. Michael antritt.

Pfarrer Eßel wirkt ruhig und bescheiden, besonnen, wählt seine Worte überlegt bei unserem Treffen. Im Pfarrbüro spricht er über sich, seine Vorstellungen und seine Vita. Draußen, im Flur, wird derweil emsig gewerkelt: Geistlicher Rat und Dekan Hans Roppelt packt seine Koffer, der Übergang vollzieht sich reibungslos. Und ganz unbeteiligt war der Dekan nicht daran, wie es mit St.

Michael weitergeht: "Es war im letzten Jahr bei der Aussendung der Sternsinger: Da hat Hans Roppelt mich gefragt, ob ich nicht als Pfarrer nach Stadtsteinach kommen will. ,Das wär'doch was für Dich', hat er gesagt."


Wie eine Initialzündung
Die Worte des bisherigen Stadtsteinacher Pfarrers waren für Wolfgang Eßel so etwas wie eine Initialzündung, ließen den Beschluss reifen, sich für St. Michael zu bewerben. Und ganz unbekannt war dem neuen Geistlichen sein künftiges Wirkungsfeld nicht. Schon 1998, als er als Kaplan in der Kulmbacher Pfarrei St. Hedwig wirkte, sei Stadtsteinach in seinem Gesichtsfeld gewesen. Dazu habe es noch persönliche und freundschaftliche Kontakte gegeben zu einer Stadtsteinacher Familie, den Carles.

Nein, ein konturloses Neutrum ist die neue Wirkungsstatte für den Pfarrer also nicht.

Dazu trägt auch Pastoralreferent Klaus Oberkofler bei. Er hat den neuen Pfarrer schon Wissenswertes vermittelt. "Wir verstehen uns gut. Und ich denke, wir arbeiten gut zusammen."

Diese gute Zusammenarbeit aber will Wolfgang Eßel aber nicht nur mit seinen engsten Mitarbeitern pflegen, sondern auch mit den Gläubigen. Christ zu sein, das bedeute für ihn immer auch, die Gemeinschaft zu leben. Religion und Miteinander gehörten "total zusammen."


Jeder soll mitarbeiten
Er ist also ein Verfechter des gelebten Glaubens, der neue Stadtsteinacher Pfarrer. Diese Überzeugung kommt nicht nur aus der Erfahrung heraus, sondern resultiert auch aus der theologischen Lehre des Heiligen Paulus: Jeder kann und soll mitarbeiten am Reich Gottes. "Das ist der Auferstehungsgedanke. Leben im Reich Gottes. Einen Teil davon haben wir schon hier auf Erden.

Auch wenn man das nicht immer glauben kann", sagt Wolfgang Eßel mit etwas nachdenlicher Miene.

Wenn er Sätze wie diese spricht, muss der Seelsorger nicht lange nachdenken. Man gewinnt den Eindruck, dass dies alles nicht nur erlernte theologische Formeln sind, sondern seiner tiefsten Überzeugung entspringen. Wolfgang Eßel lehrt nicht nicht nur das, was er sagt - er lebt es.

Diese Haltung ist dem 1963 in Bamberg geborenen quasi in die Wiege gelegt worden. Schon als Kind sei er im gelebten Glauben aufgewachsen. In einem tief religiösen, katholischen Elternhaus in Strullendorf. Mit einem Vater, der im Pfarrgemeinderat aktiv war. Und im katholischen Bildungswerk. Deshalb lag es für den jungen Wolfgang nahe, den beruflichen Weg hin zu Pfarrer einzuschlagen. "Das könnte was für mich sein", habe er gedacht. Und: "Das probierst Du aus."

Aus diesem Ausprobieren ist eine schlüssige theologische Karriere geworden.

Nach dem Abi im E.T.A.-Hoffmann Gymnasium Bamberg ergriff er in der Domstadt das Studium der Theologie, das ihn unter anderem für zwei Jahre nach München führte. 1993 erhielt Wolfgang Eßel die Priesterweihe im Dom zu Bamberg. Im selben Jahr noch arbeitete er in Bad Windsheim, 1995 in Neustadt an der Aisch und 1998 in St. Hedwig Kulmbach. Neue Aufgaben erwarteten ihn ab 1998 in Pottenstein, und am 1. März 1999 übernahm er die Pfarrei St. Martin in Hohenmirsberg, im März 2000 wurde er zudem Jugendseelsorger im Dekanat Auerbach und am 18. September 2005 schließlich in sein Amt als Pfarrer in Elbersberg eingeführt.

Bis dato war Wolfgang Eßel in Sambach als Pfarrer tätig, aber auch für Pommersfelden. Seit 2013 war er auch für Schlüsselau zuständig.

Außerdem wirkte er als leitender Pfarrer im Pfarreienverbund Ebrachgrund.
Wo sieht er in Stadtsteinach die Schwerpunkte seiner künftigen Arbeit? Wolfgang Eßel lehnt sich zurück, hält einen Augenblick lang inne. Die müssten sich erst noch herauskristallisieren, sagt er. Denn: Jede Pfarrei habe ihr eigenes Gepräge, ihre Stärken und Besonderheiten. Die gelte es zu berücksichtigen. Auf jeden Fall wolle er den Gläubigen etwas mitgeben vom guten Gefühl, das das Christentum vermitteln könne. Von seiner Botschaft. Von der Geborgenheit. Aber auch von der Freiheit.


"Kirche ist ein Ort der Freiheit"
"Als Zwang habe ich Kirche nie erlebt. Sie war für mich immer auch ein Ort der Freiheit", sagt Eßel, der dieses Gefühl gerne auch bei einem seiner Hobbies genießt, dem Motorradfahren. Außerdem mag er "alle Arten von Musik".

Die katholische Pfarrei St. Michael wird ihren Pfarrer offiziell am Sonntag, 21. September, begrüßen. Dann wird er um 17 Uhr in der Stadtpfarrkirche in sein neues Amt eingeführt.

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