Stadtsteinach
Interview

Papstrücktritt: "Ich respektiere die Entscheidung"

Die Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. hat neben Überraschung vor allem eines ausgelöst: Respekt. Auch der Dekan des katholischen Dekanats Kulmbach, der Stadtsteinacher Stadtpfarrer Hans Roppelt, empfindet das so, wie er im BR-Interview betont.
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Dekan Hans Roppelt. Foto: Archiv/Sonja Adam
Dekan Hans Roppelt. Foto: Archiv/Sonja Adam
Herr Dekan, was war ihre erste Reaktion auf die Nachricht vom Papstrücktritt?
Hans Roppelt: Ich war total überrascht. Ich habe an alles gedacht, nur nicht an das.

Bedauern Sie die Entscheidung?
Da gibt es nichts zu bedauern. Ich respektiere die Entscheidung, die mit Sicherheit gut überlegt war.

Der Papst sagt, er habe nicht mehr die Kraft für dieses Amt. Hinter vorgehaltener Hand ist aber auch von Machtkämpfen im Vatikan die Rede.
Spekulationen machen da gar keinen Sinn. Keiner weiß etwas Konkreteres. Man muss jetzt einfach abwarten. Eine Begründung wird sicherlich noch folgen.

Mit dem Rücktritt von Benedikt XVI. scheidet zum 28. Februar ein Deutscher aus dem Amt.
Das ist richtig. Und ich habe Respekt vor dieser Entscheidung. Ob der Papst ein Deutscher oder ein Pole ist, das ist mir aber persönlich egal. Ich konnte mit der Euphorie ,endlich ein deutscher Papst' nie etwas anfangen.

Wie sehen Sie die persönliche Zukunft von Joseph Ratzinger?
Dass ein Papst zurücktritt und nicht bis ans Lebensende im Amt bleibt, ist etwas völlig Neues. Er wird sich zurückziehen - wahrscheinlich in ein Kloster - und nicht mehr in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten. Im März, noch vor Ostern, wird sein Nachfolger gewählt.

Stichwort Nachfolger: Welchen Wunsch verbinden Sie mit der Amtsführung in der Zeit nach Benedikt XVI.?
Ich wünsche mir sehr, dass mehr positive Möglichkeiten für wiederverheiratete Geschiedene geschaffen werden, dass die guten Ansätze in der deutschen Kirche in Sachen Ökumene fortgesetzt werden und dass eine menschenfreundliche Sexualmoral verkündigt wird. Das sind auch die drei großen Themen des Dialogprogramms in den beiden vergangenen Jahren.

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