Kulmbach
Konzert

Oswald Sattler, die "Stimme der Dolomiten", begeistert in Kulmbach

Volksmusik ist mehr als nur Heimat, Herz und Glaube. Das unterstrich Oswald Sattler am Samstagabend mit seinem Konzert "Heimatklänge aus Südtirol" in der Dr.-Stammberger-Halle eindrucksvoll.
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Oswald Sattler ist die Stimme der Berge, die Stimme der Dolomiten. Er gastierte am Samstag in Kulmbach. Foto: Werner Reißaus
Oswald Sattler ist die Stimme der Berge, die Stimme der Dolomiten. Er gastierte am Samstag in Kulmbach. Foto: Werner Reißaus
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Gerade der Begriff "Heimat" hat nach den Worten des Veranstalters und Moderators des Abends, Rainer Ludwig, wieder ganz viel Bedeutung gewonnen: "Heimat ist dort, wo wir unsere Wurzeln haben, Heimat - das ist Geborgenheit, Sicherheit und auch ein Stück Erinnerung an die Kindheit ."

Oswald Sattler kommt aus dem malerischen Städtchen Kastelruth am Fuße der Dolomiten in Südtirol. Seine wunderbare Stimme und seine Natürlichkeit erreichten am Samstagabend von der ersten Minute an die Herzen der Besucher. Oswald Sattler ist wie kein anderer Volksmusiker der Inbegriff der Stimme der Dolomiten, und so erzählten auch die meisten seiner wunderschönen Lieder von den Bergen, in denen er aufgewachsen ist. Es waren aber auch kleine Liebesgeschichten dabei, die für Oswald Sattler im Leben einfach dazu gehören.

Oswald Sattler wurde 1957 als fünftes von acht Kindern geboren. Ist er einmal nicht in Sachen Musik unterwegs, arbeitet der naturverbundene Südtiroler als Landwirt. Mit 17 Jahren gründete er gemeinsam mit Freunden die erfolgreiche Volksmusikgruppe "Kastelruther Spatzen", und 18 Jahre lang war er wichtiger Bestandteil der Formation und tourte mit ihr von einem Erfolg zum anderen, bis er sich eines Tages entschieden hat, dem Tourneeleben den Rücken zu kehren und seinem Leben eine völlig neue Richtung zu geben.

Nach drei Jahren schöpferischer Pause ist er seit 1996 wieder als Solo-Künstler auf der Bühne. Mittlerweile blickt er als Einzel-Interpret auf eigene Goldene Schallplatten, auf den Gewinn des "Grand Prix der Volkmusik" sowie auf zwei Goldene Stimmgabeln.

Es gibt im Leben auch Momente, an die man sich ganz stark erinnert, weil es Momente des Glücks waren, die für Oswald Sattler im Leben ganz wichtig sind. Mit dem Lied "Ein Tag mit dir" besingt er solche Glücksmomente. Aus seinem schier unendlichen Repertoire an wunderschönen Volksliedern waren vor der Pause noch "Wenn es Nacht wird in den Bergen", "Wenn ein Schiff vorüberfährt" - ein Lied aus seiner Jugendzeit - und das Liebeslied "Die Sehnsucht ruft nur deinen Namen" zu hören.

Auch nach der Pause folgten bekannte Lieder wie "Bin ein Kind von Südtirol", "Die weißen Sterne der Berge" und "Mein Tirol, ich vermisse dich" In seinen Liedern ließ Oswald Sattler den Konzertbesuchern immer die Sehnsucht nach den, nach "seinen" Bergen spüren.

Mit Pamela Rachel - sie lebt in Augsburg - hatte Veranstalter Rainer Ludwig noch einen Überraschungsgast dabei. Sie präsentierte sich als grandiose Virtuosin an der Violine und bereicherte das Konzert jeweils am Beginn des Liederblocks von Oswald Sattler mit bekannten Hymnen und Fanfaren, wie unter anderem der Filmmusik " Conquest of Paradise" sowie romantischen Liedern und dem berühmten Musikstück "Csárdás", ein beliebtes Virtuosenstück, das sich im Repertoire vieler Zigeunermusik-Kapellen befindet.

Gespräch mit Oswald Sattler

Herr Sattler, welche Verbindung haben Sie noch zu den "Kastelruther Spatzen"?

Oswald Sattler: Wir sind ja vom gleichen Dorf, und da trifft man sich schon ab und zu spontan, aber musikalisch haben sie ihre und ich meine Auftritte, da sind wir nie zusammen.

Sie sind aber nicht im Bösen auseinandergegangen, oder?

Nein, ich hatte meine Interessen, und ich muss auch sagen, dass sich der Mensch, wenn er älter wird, ein bisschen verändert. Wenn man ledig ist, ist man gerne unterwegs, aber wenn Kinder und die Frau zu Hause sind, da wollte ich auch einmal an einem Wochenende zu Hause sein, und das war damals durch den großen Erfolg mit den "Kastelruther Spatzen" nicht möglich - und deswegen haben wir uns getrennt.

Sie haben jetzt ein wenig Abstand zur Entscheidung. War sie eine richtige?

Ja, und sie ist mir auch nicht schwer gefallen. Wenn man eine Entscheidung trifft, dann hat das ja immer einen Grund, und für mich war diese Entscheidung irgendwie eine Erleichterung. Ich wollte einfach nicht jede Woche unterwegs sein. Das ist auch heute so, ich mache lieber ein bisschen weniger, bin aber trotzdem zu rund 60 Terminen im Jahr unterwegs. Vorwiegend in Deutschland - und dann auch so blockweise, wie in dieser Woche, wo ich gestern in Gunzenhausen war, heute in Kulmbach und morgen in Sonneberg bin.

Sie bekommen in Deutschland sehr viel Anerkennung und ernten bei Ihren Auftritten immer sehr viele Sympathien. Hier versteht man meine Sprache, und die Mentalität der Südtiroler ist ja ähnlich.

Ihre beiden Kinder sind die auch musikalisch unterwegs?

Nein, die gehen ihren Berufen nach, und ich denke, es reicht einer in einer Familie.

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