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Trebgast
Gastspiel

Opern-Zauber vor Gewitterkulisse in Trebgast

Das Opernstudio Oberfranken intonierte auf der Trebgaster Naturbühne Höhepunkte aus bekannten Werken von Rossini, Verdi und Puccini. Die Sänger und Pianist Klaus D. Jung hatten dabei gegen die Widrigkeiten des Wetters anzukämpfen - und gewannen auf der ganzen Linie.
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Klaus D. Jung - hier mit Michael Wolfrum - meisterte ein beachtliches Pensum. Er begleitete die Sänger nicht nur am Flügel, sondern hatte auch noch mit Wetterkapriolen zu kämpfen. Fotos: Sonja Adam
Klaus D. Jung - hier mit Michael Wolfrum - meisterte ein beachtliches Pensum. Er begleitete die Sänger nicht nur am Flügel, sondern hatte auch noch mit Wetterkapriolen zu kämpfen. Fotos: Sonja Adam
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Italienische Opern gehen zu Herzen. Sie sind dramatisch. Es gibt Verwicklungen. Und oft enden sie traurig. Immer haben die Hauptakteure mit den Widrigkeiten des Lebens zu kämpfen, fast immer geht es um "Amore, Amore". Bei Temperaturen um die 30 Grad begann das Opernstudio Oberfranken auf der Naturbühne Trebgast "La Passione dell'Opera" zu entfachen.

Schon beim ersten Auftritt war klar: Es wird ein spritziger Abend. Page Oskar alias Monika Sack (Sopran) sang die Ballade "Volta la terrea fronte alle stelle" aus der berühmten Oper "Der Maskenball". Hintergrund ist, dass Page Oscar die Wahrsagerin Ulrica vor der Verbannung retten wollte. Deshalb schilderte er dem König, dass all ihre Vorhersagen auch eintreffen.

Ein Opern-Highlight ist und bleibt "Der Barbier von Sevilla". Der gewitzte Figaro lässt keine Gelegenheit aus, um seine Beziehungen zur höheren Gesellschaft für seine persönlichen Zwecke auszunutzen.
Doch die Frauen sind ihm überlegen. Michael Wolfrum beeindruckte durch Tempo und Temperament - er gab den Figaro beschwingt und mit Pep.

Hörenswert auch das traurige Werk "Madame Butterfly" aus der Feder von Giacomo Puccini. Leutenant Pinkerton (Karl Schineis, Tenor) heiratet seine Madame Butterfly. Doch während er in dem Duett "Bimba dagli occhi pieni di malia" mit zuckersüßer und samtweicher Stimme seine Angebetete (Ramona Friedrich, Sopran) umgarnt, will es das Leben anders: Ihr Bräutigam muss wieder zurück nach Amerika. "Un bel die vedremo" singt Ramona Friedrich und verzaubert mit einer wunderschönen Sopranstimme, weich, aber klar.
Dann geht das Schiff mit dem Namen "Abraham Lincoln" wieder vor Anker: Im so genannten Blumenduett bringt Suzuki alias Susanne Oehm-Henninger (Mezzosopran) Madame Butterfly die frohe Botschaft. Voller Glück wartet Butterfly auf Pinkerton. Doch der will nur das gemeinsame Kind abholen, um es mit seiner amerikanischen Ehefrau in die Staaten zu holen.

Pinkerton singt dann seine berühmte Arie "Addio, fiorito asil" und bereut zutiefst alles, was er getan hat. Doch es ist zu spät: Butterfly bringt sich um.
Und während die Sänger die tragische Oper darboten, zog ein Gewitterregen auf, der zu einer geradezu surrealistischen Szenerie führte.

An die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit kam das Opernstudio bei der Aufführung von Giuseppe Verdis "Don Carlo". Das Duett zwischen Don Carlos (Karl Schineis) und Rodrigo (Michael Wolfrum gelang noch bestens. Doch dann verwehte der Wind die Noten von Pianist Klaus D. Jung, der sich ohnehin schon mitsamt seinem Instrument in den Zuschauerraum geflüchtet hatte. Das Wetter wurde so schlimm, dass ein Abbruch der Vorstellung fast unumgänglich schien. Denn immer wieder flogen die Noten davon. Dann fasste sich die Ehefrau des Startenors ein Herz, hielt beherzt die Noten des Pianisten fest - und rettete damit den Aabend.

Die Kanzone der Eboli und Tebaldo "Nel giardin del bello", die Romanze der Elisabetta "Non pianger, mia compagnea" und die Arie der Eboli "O don fatale" sowie die Arie des Rodrigo "Son io, mio Carlo" konnten ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen - ebenso wie der Gastauftritt von Wolfgang Philipp, der die bekannte Arie "Sie hat mich nie geliebt" sang.

Am Ende hatten die Sänger und Pianist Klaus D. Jung allen Grund, stolz auf ihre Leistung zu sein. Auch die Zuhörer waren überglücklich - und das Wetter hatte sich wieder beruhigt. Happy-End auf der ganzen Linie.

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