Grafengehaig
Ehrung

OGV Grafengehaig: Gemeinsam die Schöpfung bewahren

Der Bezirksverband für Gartenbau und Landespflege zeichnet den OGV Grafengehaig bei der Aktion "Dorfökologie - Gartenbauvereine vorbildlich aktiv" aus
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Beim Rundgang durch das gastgebende Oberleiterbach lernten die Abordnungen der Gartenbauvereine aus ganz Oberfrankens die vielen schönen Ecken und die Vorzüge des Landessilberdorfs kennen. Martina Drossel
Beim Rundgang durch das gastgebende Oberleiterbach lernten die Abordnungen der Gartenbauvereine aus ganz Oberfrankens die vielen schönen Ecken und die Vorzüge des Landessilberdorfs kennen. Martina Drossel
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Der Gartenbauverein Grafengehaig war schon bei seiner Gründung etwas Besonderes, wurde er doch im Jahr 2001 als 500. In Oberfranken gegründet. Seither sind die Mitglieder unermüdlich engagiert, um das Ortsbild ökologisch aufzuwerten. Dieses große Engagement für die Natur ist auch dem Bezirksverband für Gartenbau und Landespflege nicht verborgen geblieben. Vorsitzende Gudrun Brendel-Fischer zeichnete die Verantwortlichen des 880-Einwohner-Dorfs am Wochenende in einer Feierstunde in Oberleiterbach im Landkreis Bamberg mit dem Preis "Dorfökologie - Gartenbauvereine vorbildlich aktiv" aus.

Friedhelm Haun, Kreisbachberater des Landkreises Kulmbach und Projektleiter bei der Aktion Dorfökologie des Bezirksverbands, ging ins Detail. Er zeigte den rund 80 Gästen der Feierstunde in einer Bildauswahl die vielen schönen Ecken von Grafengehaig. "Im Kirchhof wurde eine Trockenmauer errichtet und vielfältig hinterpflanzt, ein Blütenangebot und Rückzugsgebiet für Tiere. Im Friedhof wurde eine Allee mit Zierkirschen angelegt. Hier wird ein Zeichen gesetzt, dass nicht Nadelbäume den Friedhof dominieren müssen."

Auch die Kinder würden an das Engagement für die Artenvielfalt herangeführt. "Als Beispiel nenne ich das Insektenhotel: Die Erwachsenen kümmerten sich um den Rahmen, die Kinder haben die Ausfachungen gefüllt. Darüber hinaus gewinnen die Kinder große bleibende Erfahrungen, wenn sie sich einmal ansehen, was für Lebewesen alle im Wasser vorkommen. Eine fachkundige Exkursion rief Begeisterung hervor." Nur einer von etlichen Lehrausflügen mit dem Nachwuchs.

Aus den Händen von Gudrun Brendel-Fischer, der Vorsitzenden des Bezirksverbands für Gartenbau und Landespflege, sowie ihrer Stellvertreterin Jeannette Simon-Tischer erhielten die Grafengehaiger Gartenfreunde eine Urkunde sowie ein Preisgeld von 300 Euro, von den Festgästen gab es reichlich Applaus.

Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Die Summe, so Brendel-Fischer, sei zwar nicht hoch, dennoch ein Mosaikstein, der der beispielhaften ehrenamtlichen Arbeit vor Ort zukomme. Schon weit vor dem Volksbegehren für mehr Insektenschutz hätten sich die Gartenbauvereine für die Belange der Natur eingesetzt. Dabei versuche man natürlich immer, ohne Chemie auszukommen. Mit Blick auf die Landwirtschaft sagte sie, dass das nicht immer ganz leicht sei.

Selbst Energie produzieren

Der Kulmbacher Kreisverbandsvorsitzende Günter Reif gehörte zu den ersten Gratulanten. Günther Denzler, Vorsitzender des gastgebenden Kreisverbands Bamberg, schloss sich den Gratulanten ebenso an wie Bambergs Landrat Johann Kalb.

Der Feierstunde ging eine einstündige Führung durchs Landessilberdorf Oberleiterbach voran. Das Team des örtlichen Gartenbauvereins zeigte, wie "Lätterboch" dank Energiegenossenschaft, Biogasanlage und Dorfheizung bis zu 900 000 Kilowattstunden Wärme im Jahr selbst produziert aus nachwachsenden Rohstoffen aus der Umgebung. Die Gäste erfuhren, dass Ivo Hennemann, der Pop-Star unter den Eremiten auf dem Staffelberg, in diesem Dorf geboren wurde und hier auch seine letzte Ruhestätte fand.

"Oberleiterbach blickt in die Zukunft, ohne die Vergangenheit zu vergessen", sagte Hümmer. Zum Ausdruck kommt das beim historischen Dorfrundgang mit QR-Code, einer Art lebendiges Geschichtsbuch, das via Smartphone oder über die Internetseite www.oberleiterbach.de Einblicke in frühere Zeiten gibt. "Das Gemeinschaftsgefühl ist genau das, was den Ort so lebens- und liebenswert macht", sagte Volker Dittrich, Bürgermeister von Zapfendorf, stolz. Der Wettbewerb Preisträger Gartenbauverein Oberleiterbach (Landkreis Bamberg), Gartenbauverein Trockau (Bayreuth), Gartenfreunde Stöppach (Coburg), Obst- und Gartenbauverein Eggolsheim (Forchheim), Gartenbauverein Zedtwitz (Hof), Obst- und Gartenbauverein Effelter (Kronach), Gartenbauverein Grafengehaig (Kulmbach), Gartenbauverein Thierstein (Wunsiedel)

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