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Kasendorf
Kommunalwahl

Norbert Groß: "Kasendorf hat großes Potenzial"

Norbert Groß (CSU) ist der alleinige Kasendorfer Bürgermeisterkandidat. Im Interview spricht er über den Festplatz, das Gewerbegebiet, die Umgehung Döllnitz und einen Einkaufsmarkt.
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Norbert Groß will den Festplatz attraktivieren. "Er gehört zu den schönsten im Landkreis", sagt er. Foto: Alexander Hartmann
Norbert Groß will den Festplatz attraktivieren. "Er gehört zu den schönsten im Landkreis", sagt er. Foto: Alexander Hartmann
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Norbert Groß (CSU) will neuer Kasendorfer Bürgermeister werden. Dass er im März zum Nachfolger von Bernd Steinhäuser gewählt wird, steht so gut wie fest: Der 56-Jährige ist nämlich Alleinkandidat. Im Interview erläutert Groß, wie er die Gemeinde, die zu den wirtschaftsstärksten im Landkreis Kulmbach gehört, weiterentwickeln will. Herr Groß, die ÜWK (Freie Wähler) wollte bei der Kommunalwahl mit einem eigenen Bewerber antreten, hat jetzt aber doch keinen Bürgermeisterkandidaten nominiert. Hat Sie das überrascht? Norbert Groß: Überrascht war ich nicht, weil die ÜWK ja auch bei der letzten Wahl keinen Kandidaten aufgestellt hatte. In Kasendorf spielt im politischen Geschäft die Parteizugehörigkeit aber ohnehin keine große Rolle. Es gibt im Gemeinderat auch keine Fraktionen. Es geht uns um die Sache, darum, den Markt voranzubringen. Bei Ihrer Nominierung haben Sie den jetzigen Gemeinderat, dem sie ja auch angehören, teils hart kritisiert, ihm fehlende Offenheit vorgeworfen. Das hat auch im Umfeld der CSU für großes Unverständnis gesorgt. Sind Sie da nicht doch einen Schritt zu weit gegangen? Das war nicht als Angriff gedacht. Ich habe in meiner Rede darüber geklagt, dass viele meiner Anträge nicht weiterverfolgt worden sind, das aber wohl etwas zu hart rübergebracht. Ich bin selbstkritisch und habe meine Lehren daraus gezogen. Ich bin mir bewusst, dass ich einige meiner Anliegen im Gemeinderat wohl auch nicht ausführlich genug begründet habe. Sie sind 56. Von einem Generationswechsel im Bürgermeisteramt kann da nicht die Rede sein. Ein Generationswechsel im ursprünglichen Sinn ist es nicht. Ich fühle mich mit meinen 56 Jahren aber geistig fit wie ein 40-Jähriger, wohl auch deshalb, weil mich meine junge Familie fit hält. Ich bin bereit, frische, neue Ideen einzubringen. Ich will unsere wunderschöne Gemeinde, die großes Potenzial hat, in eine gute Zukunft führen. Kasendorf hat wirtschaftsstarke Unternehmen, aber keinen Platz für Neuansiedlungen. Seit vielen Jahren wird das Gewerbegebiet bei Krumme Fohre geplant. Wann wird das Realität? Ich hoffe, dass wir es bald ausweisen können. Es darf nicht sein, dass wir Gewerbetreibende abweisen müssen, weil wir keine geeigneten Flächen haben. Es soll übrigens ein echtes Gewerbegebiet werden, das Platz für Handwerksbetriebe bietet, kein Industriegebiet wie in Thurnau, wo sich große Firmen ansiedeln. Was sind die Projekte, die Sie als erstes angehen werden? Da gibt es viele. Wir müssen Projekte, die im Laufen sind, aber erst einmal zu einem guten Ende führen. So den Bau des Jugendtreffs oder den Umbau des "Schwarzen Rosses" zur Tagespflegeeinrichtung. Ich denke da aber auch an die Sanierung der alten Turnhalle. Was dringend auf den Weg gebracht werden muss, ist neben der Ausweisung des Gewerbegebietes der Bau der Umgehung von Döllnitz. Wir brauchen die Umfahrung auch, um das Gewerbegebiet anbinden zu können. Wir setzen darauf, dass der Freistaat die komplette neue Staatsstraßentrasse finanziert. Was sich die Kasendorfer wünschen, ist ein eigener Einkaufsmarkt. Da blicken viele neidisch nach Thurnau. Können Sie Hoffnungen machen? Ich habe meine Hoffnung noch nicht aufgegeben. Wir werden den Entscheidern nicht die Frage stellen, ob sie zu uns kommen, sondern müssen sie fragen, was wir tun können, damit sie sich für Kasendorf entscheiden. Die Ansiedlung würde sich, glaube ich, lohnen. Potenzielle Kunden wären ja nicht nur die Kasendorfer, sondern auch die vielen Beschäftigten in den großen Unternehmen vor Ort. Sie wollen mehr Leben in den Markt bringen, haben Sie gesagt. Was haben Sie vor? Kasendorf soll nicht länger ein Ort sein, durch den man nur durchfährt, sondern den man aufsucht. Wir müssen dafür sorgen, dass der Ortskern lebendig bleibt, und die Rahmenbedingungen schaffen. Ich denke da an einen Wasser-Erlebnispfad, den man entlang des Friesenbachs errichten könnte. Auch die Spielplatzsituation muss überdacht werden. Wir wollen in Entwicklungsfragen auch die Jugend mit einbinden. Mit den Ergebnissen der "Zukunftswerkstatt" werden wir uns zeitnah beschäftigen.

Unbedingt müssen wir für eine Attraktivierung des Festplatzes sorgen, der zu den schönsten im Landkreis zählt. Leider wird er kaum genutzt. Mir schwebt eine Umgestaltung vor, die zumindest teilweise eine wetterunabhängige Nutzung ermöglicht. Dann könnte man dort ein Open-Air-Kino oder Theateraufführungen veranstalten.

Norbert Groß privat

Alter: 56 Familienstand: verheiratet mit Ehefrau Carolin, vier Kinder (3, 5, 7 und 9 Jahre) Geburtsort: geboren in Kulmbach Beruf: Industriekaufmann, Handelsfachwirt, Brandschutzbeauftragter, ausgebildeter Thermograf. Seit 2015 selbstständiger Unternehmer mit der Firma NEG in Kasendorf (Brand- und Arbeitsschutz). Hobbys: Familienleben, Golfspielen, THW (Groß war über 20 Jahre Ortsbeauftragter in Kulmbach) Sternzeichen: Jungfrau Beschreiben Sie sich in drei Schlagworten: entscheidungsfreudig, pünktlich, zielstrebig Ihre größte Schwäche? Im Büro Ordnung halten, Leberkäs-Brötchen Ihr Lieblingsplatz? Görauer Anger, am Friesenbach entlang laufen, Feierabend auf der Terrasse mit der Familie

Ihr politisches Vorbild? "Franz-Josef Strauß und Karl-Theodor zu Guttenberg. Strauß war einer der letzten echten Politiker, der die Streitkultur gepflegt hat, dabei aber immer um die Sache gestritten hat. Guttenberg war in seiner Zeit als Bundespolitiker ein politisches Aushängeschild, ein Mann, der für jeden immer ein offenes Ohr hatte." Ihr Lieblingsmusiker: Peter Maffay Ihre Lieblingslektüre? "Regeln für einen Ritter" von Ethan Hawke Worüber können Sie lachen? Kinder Wovor haben Sie Angst? "Angst habe ich davor, dass der Familie was Schlimmes passieren könnte."

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