Kulmbach
Ortstermin

Noch herrscht das totale Chaos im neuen Juz

Die Wählergemeinschaft Kulmbach hat das neue Jugendzentrum im Bahnhof besucht. Dort stehen 1000 Quadratmeter weniger zur Verfügung als in der Spinnerei.
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Das Herzstück des künftigen Jugendzentrums soll das offene Café werden. Es wird allerdings noch eine Weile dauern, bis alles ausgeräumt und an seinem richtigen Platz ist. Sonny Adam
Das Herzstück des künftigen Jugendzentrums soll das offene Café werden. Es wird allerdings noch eine Weile dauern, bis alles ausgeräumt und an seinem richtigen Platz ist. Sonny Adam
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Das Jugendzentrum "Alte Spinnerei" ist Geschichte. Das blau-weiße Schild ist abmontiert. Die Räumlichkeiten in der alten Spinnerei sind schon ausgeräumt. Geschirr, Gläser, Utensilien - ja sogar die 250 Kilo schwere Kühltheke sind schon in die neuen Räumlichkeiten im Bahnhof gebracht worden. Das technische Hilfswerk hat die Crew unterstützt, mit schwerem Gerät. Obwohl die neue Unterkunft für die Jugendlichen nur einen Steinwurf vom alten Juz entfernt ist, wird sich viele ändern. Das neue Juz ist fast 1000 Quadratmeter kleiner. Die Fläche erstreckt sich über zwei Stockwerke. Die Räume wirken klein.

Die Fenster sind schon blitzblank geputzt, doch von Heimeligkeit fehlt noch jegliche Spur. Stattdessen herrscht Abstellkammer-Chaos: Überall stehen Kartons umher - fein säuberlich beschriftet - , mittendrin ein Einkaufswagen voller Werkzeug. Die Billardplatte und der Kicker sind zugestellt. Nur die Chill-Ecke ist schon fertig eingerichtet. Ein Lichtblick. Die Jugendlichen sind beim Umzug und beim Einräumen fest mit eingeplant.

"Man fühlt sich hier ein bisschen wie ein Affe im Zoo. Die Bahnreisenden drücken ihre Nasen an den Scheiben platt. Man muss die Fenster verkleiden", sagte Kreisjugendpfleger Jürgen Ziegler beim Treffen mit Vertretern der WGK. Rainer Ludwig und Stefan Schaffranek hatten sich entschuldigt, viele andere waren zum ersten Mal in den neuen Räumen. "Bonsai" Stefan Lehner führte die Gäste herum. Er war 17 Jahre "Berufsjugendlicher", hat das Jugendzentrum "Alte Spinnerei" geleitet. Jetzt begleitet er noch den Umzug, dann hört er auf. In Zukunft muss ein neues Team für eine gute Atmosphäre im Juz sorgen.

"Jugendarbeit ist wichtig", sagte Bürgermeister Ralf Hartnack beim Ortstermin der WGK. "Wenn die Jugendlichen ihr neues Juz nicht selber mit entwickeln, dann wissen sie es auch nicht zu schätzen", betonte der Bürgermeister. Hartnack ist zuversichtlich, dass das neue Juz Anklang finden wird.

Im Erdgeschoss des Bahnhofes soll das offene Café seine Heimat finden. Gleich nebenan liegt ein Raum, in dem Konzerte und Diskoabende stattfinden können. Bis zu 80 Personen sollen hier beherbergt werden können. "Der offene Betrieb könnte vielleicht sogar mehr Zulauf finden. Denn das Café ist endlich ebenerdig, man kann schnell mal reinschauen", erklärt "Bonsai". Möglicherweise schauen auch mal Taxifahrer und Bahnreisende zwanglos ins Juz. "Aber wie sich das vereinbaren lässt, wird man sehen", so der Experte.

Das neue Jugendzentrum besteht aus lauter kleinen Räumen - auch im Obergeschoss sollen sich die Jugendlichen aufhalten können. Aus brandschutzrechtlichen Gründen können allerdings immer nur 25 Jugendlichen gleichzeitig im Obergeschoss sein.

Oben sollen auch das Tonstudio für "Radio Rauschfrei" unterkommen, die Büros für die Mitarbeiter des Juz sowie das TV-Zimmer, das Mädchenzimmer und ein Abstellraum sowie eine Küche. Auch einen Hausaufgaben- und Computerraum soll es - wie vorher auch - geben.

"Die Ferienbetreuung für Kinder und Jüngere werden wir ins MGF auslagern. Es ist wichtig, dass wir dieses Angebot aufrechterhalten", informierte Kreisjugendpfleger Jürgen Ziegler die WGK-Mitglieder beim Ortstermin.

Ein Anliegen brennt den Verantwortlichen noch auf den Nägeln: Sie bräuchten dringend einen Schiffscontainer, in dem Utensilien gelagert werden können, wenn sie nicht gebraucht werden.

Streetworker im Einsatz

Auch in Zukunft sollen vier Mitarbeiter für die Jugendlichen da sein: eine pädagogische Leitung, ein pädagogischer Mitarbeiter, eine hauswirtschaftliche Leiterin sowie ein FSJ-ler oder sonstiger Mitarbeiter. Bereichert werden soll die Arbeit außerdem durch Streetworker.

Den genauen Eröffnungstermin geben die Verantwortlichen für das Juz nicht bekannt, doch der Betrieb soll so bald wie möglich aufgenommen werden - noch in diesem Jahr. Der Zugang zum neuen Jugendzentrum erfolgt übrigens von der Vorderseite des Bahnhofes aus - nicht von der Seite, die Richtung Gleise geht. Diese Tür wird nur als Notausgang genutzt.

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