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Kulmbach
Kirche

Neuer Dekanatskantor eingeführt

Der neue Stadt- und Dekanatskantor Christian Reitenspieß wurde am Sonntag in sein Amt eingeführt.
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Der neue Kulmbacher Stadt- und Dekanatskantor Christian Reitenspieß an seinem künftigen Arbeitsplatz: dem Spieltisch der großen Rieger-Orgel in der Petri-Kirche. Foto: Stephan Herbert Fuchs
Der neue Kulmbacher Stadt- und Dekanatskantor Christian Reitenspieß an seinem künftigen Arbeitsplatz: dem Spieltisch der großen Rieger-Orgel in der Petri-Kirche. Foto: Stephan Herbert Fuchs
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Mit einem Festgottesdienst in der Petrikirche ist am Sonntag der neue Stadt- und Dekanatskantor Christian Reitenspieß in sein Amt eingeführt worden. Dabei gab der Kirchenmusiker gleich eine überaus eindrucksvolle Visitenkarte ab: als Auszugsstück spielte er das virtuose Finale aus der Orgelsymphonie Nr. 1 in d-Moll des französischen Komponisten Alexandre Guilmant, für das er am Ende des Gottesdienstes mit einem langen Applaus belohnt wurde. Zuvor leitete er bei zwei vorweihnachtlichen Kompositionen erstmals offiziell die Kantorei.

"Wir bekommen einen waschechten Franken", hatte sich bereits zu Beginn des Gottesdienstes Dekan Thomas Kretschmar gefreut. "Einer, der unsere Sprache spricht und sehr viel Erfahrung im Haupt- und Nebenamt mitbringt", wie es die Landessynodale und stellvertretende Kulmbacher Landrätin Christina Flauder später ausdrückte.

Tatsächlich wurde der neue Stadt- und Dekanatskantor im mittelfränkischen Diespeck, bei Neustadt an der Aisch geboren. Im nahen Markt Erlbach spielte er zum ersten Mal die Orgel. Schon vorher, im Alter von neun Jahren, begann er mit dem Klavierspiel, mit zehn Jahren folgte die Posaune, ehe er sich mit elf für die Orgel entschied. Noch etwas verbindet Reitenspieß mit Franken, in diesem Fall sogar mit Oberfranken: er hat in Bayreuth Kirchenmusik studiert und in Hof sein Berufspraktikum absolviert. Reitenspieß wurde am 31. Oktober nach 16 Jahren Tätigkeit an seiner vorherigen Stelle in Melsungen, südlich von Kassel, in Nordhessen verabschiedet. Zuvor war er sechs Jahre lang im südhessischen Gelnhausen tätig.

Der Einführungsgottesdienst wurde zunächst musikalisch vom Bezirksposaunenchor Kulmbach unter der Leitung von Hermann Weiß gestaltet. Nach der offiziellen Einführung durch Landeskirchenrat Manuel Ritter und Dekan Kretschmar geleitete die Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes Anja Gimpel-Henning den neuen Kantor zu seinem Arbeitsplatz, an den Spieltisch der Rieger-Orgel.

Das Adventslied "Die Nacht ist vorgedrungen" von Johannes Petzold war das erste offizielle Werk, das Reitenspieß intonierte. Danach folgten noch zwei A-cappella-Sätze, bei denen Reitenspieß die Kantorei auf der Orgelempore leitete: der aus dem Weihnachtsoratorium bekannte Choral "Wie soll ich die empfangen" von Johann Sebastian Bach und die Mottete "Machet die Tore weit" von Andreas Hammerschmidt nach Psalm 24.

Diesen Psalm stellte Landeskirchenrat Manuel Ritter auch in den Mittelpunkt seiner Predigt. Mit dem bekannten Adventslied "Macht hoch die Tür", der Nummer 1 des Evangelischen Gesangbuchs, hatte der Gottesdienst begonnen. Der Landeskirchenrat nannte die Mottete "Machet die Tore weit" eine Art "gecoverte Version" davon. Auch Musik könne die Tore öffnen und Kirchenmusik im speziellen könne dem Glauben die Bahn bereiten, sagte er.

Ein Glücksgriff für Kulmbach

In der katholischen Kirche werde es manchmal schon schwierig, Organisten zu finden, sagte Pastoralreferentin Bärbel Jansing von der Katholischen Kirchengemeinde Kulmbach am Ende des Festgottesdienste in einem Grußwort. Sie wünschte Christian Reitenspieß einen erfolgreichen Start, genauso wie es danach Christina Flauder im Namen des Stadt, des Landkreises und der Landessynode tat. "Sie werden uns Gottes Liebe in unsere Herzen spielen", sagte sie und bezeichnete die Verpflichtung von Reitenspieß als einen Glücksgriff für Kulmbach.

Zu den ersten Ideen und Projekten von Christian Reitenspieß gehört die Markuspassion von Johann Sebastian Bach, die er am Karfreitag mit der Kantorei in Kulmbach aufführen möchte. Die Proben dazu sollen bereits im Januar beginnen, interessierte Sängerinnen und Sänger sind schon jetzt eingeladen. Außerdem möchte Reitenspieß ein Kindermusicalprojekt starten. Dazu werden sing- und schauspielbegeisterte Kinder zwischen 8 und 13 Jahren gesucht. Kinder und Eltern sind zu einem Info-Nachmittag am 14. Januar um 17 Uhr ins Kantorat am Kirchplatz 4 eingeladen. Im gewohnten 14-tägigen Wechsel wird schließlich ab dem 15. Januar um 10 Uhr im Gemeindehaus Goethestraße auch wieder die Seniorenkantorei starten.

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