Neudrossenfeld
Wirtschaft

Neudrossenfelder sorgen dafür, dass das lästige Klopfen ein Ende hat

Die Neudrossenfelder Firma "Peggy Peg" stellt Zeltheringe her, die in den Boden geschraubt werden. Jetzt will das Ehepaar Reinhold seinen Betrieb erweitern.
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Achim und Brigitte Reinhold sind begeisterte Camper. Sie hatten die Idee, einen Kunststoffhering für Zelte zu entwickeln, der eingeschraubt statt eingeklopft wird. Gesagt, getan. :Sonny Adam
Achim und Brigitte Reinhold sind begeisterte Camper. Sie hatten die Idee, einen Kunststoffhering für Zelte zu entwickeln, der eingeschraubt statt eingeklopft wird. Gesagt, getan. :Sonny Adam
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Wenn Camper die Farben Orange und Blau sehen, dann wissen sie, dass sie Produkte der Marke "Peggy Peg" vor Augen haben. Doch was kaum jemand weiß: Diese Firma ist in Neudrossenfeld ansässig. Brigitte und Achim Reinhold hatten sich früher immer wieder über die herkömmlichen Zeltheringe geärgert, die man oft nur mit brachialer Gewalt in den Boden klopfen konnte. Meistens verbogen sie sich. Zudem lockerten sich im Zuge des Urlaubs die Konstruktionen.

Neue Halle geplant

Schließlich kam das Ehepaar auf die Idee, nicht mehr mit den handelsüblichen Heringen zu hantieren, sondern mit solchen, die man in den Boden drehen kann. "Das Einschlagen macht immer Probleme. Mal ist der Boden zu hart, mal zu weich", erklärt Achim Reinhold.

Die beiden gründeten ein Unternehmen, das inzwischen so erfolgreich ist , dass es expandieren und in Neudrossenfeld eine neue Halle bauen möchte. Mit mehr Lagerkapzität und mit mehr Platz für die Mitarbeiter, die die Sets abpacken. Denn die Zusammenstellung erfolgt in Handarbeit.

Die Produkte wurden von Anfang an in China produziert - vor allem aufgrund der hohen Herstellungskosten der Formen. Die Idee für die Schraubheringe stammt allerdings aus Neudrossenfeld.

Eigenes Logo entworfen

Seit 2007 gibt es die Firma "Peggy Peg" schon. "Der Name liegt auf der Hand: Denn Peg bedeutet einfach nur Hering. Peggy ist die Verkleinerung", so Achim Reinhold. Und damit die kleinen Teile sich auch hübsch vermarkten lassen, wählte der Firmenchef als Logo einen Hering mit Gesicht. Der Neudrossenfelder Karikaturist Klaus Häring hat das Logo entworfen.

"Durch den Einsatz von Kunststoff statt Stahl kann das Gewicht um einiges reduziert werden", so Reinhold. Die Heringe gibt es in verschiedenen Längen und Größen. Sie sind mit einem sich selbst verdichtenden Gewinde ausgestattet. Das bedeutet: Die Schraube wird eingedreht und der Boden schließt sich selbst wieder. Damit sitzt das Teil absolut fest.

In ganz Europa bekannt

"Die Schraubheringe bestehen aus glasfaserverstärktem und UV-beständigem Polyamid. Dieses Material hat einen geringen Feuchtigkeitsanteil, das trägt zur Elastizität bei", erklärt Reinhold. In besonders heißen Gegenden oder nach langer Lagerung sollten sie in warmem Wasser gebadet werden. Das mache sie wieder strapazierfähig und belastbar.

Außerdem gibt für die Schraubheringe eine Höhenverstellung. Wenn sie nicht bis zum Anschlag eingedreht werden können, macht das gar nichts: Sie sind trotzdem fest. "Das Praktische ist, dass jeder Camper heute einen Akkuschrauber dabeihat. Damit sind Zelte und Vorzelte schnell aufgebaut", so Reinhold. Vorzelte werden übrigens heute von bis zu 80 solcher Heringe gehalten.

Nicht nur in Deutschland kennt man die "Peggy Peg"-Produkte, sondern auch in den Niederlanden, in Österreich, in der Schweiz, Italien, Australien und Schweden schwören Camper auf das System.

Fünf bis sechs Mitarbeiter

In der Saison helfen fünf bis sechs Mitarbeiter beim Verpacken der Sets. Denn die Rohlinge werden in riesigen Kartons direkt aus China angeliefert. "Die Heringe werden in Lohnarbeit gefertigt, zu uns kommen sie im Container", erläutert der Firmenchef, der jetzt inständig hofft, dass auch das Landratsamt seinem Bauantrag zustimmt. Die Gemeinde Neudrossenfeld habe ihr Einvernehmen bereits erteilt. "Eine Umplanung für die Halle auf unserem Grundstück käme teuer und würde uns wertvolle Zeit kosten."

Doch bislang hat das Landratsamt noch keine Entscheidung getroffen. "Laut Abteilungsleiter Oliver Hempfling wurde noch keine Genehmigung für das Bauvorhaben der Firma ,Peggy Peg' in Neudrossenfeld erteilt, da zuvor noch offene Fragen zu klären sind", teilt Pressesprecher David Buchwald auf Nachfrage mit.

Problematische Anlieferung

Ein kleines Problem beim Neubau der Halle im Neudrossenfelder Industriegebiet könnte die Anlieferung der Container aus China sein. Denn sie kommen mit großen Lastern. Und diese wiederum müssen von der Kreisstraße aus rückwärts auf das Firmengelände stoßen. "Wir hoffen, dass das genehmigt wird. Es werden ja nur fünf bis zehn Container pro Jahr angeliefert. Das sollte kein Problem sein. Ein Einweiser, wie er gefordert ist, wäre vorhanden", sagt Reinhold und verweist auf die vorherige Absprache mit den Behörden.

Die neue Halle soll übrigens 800 Palettenplätze schaffen.

Die Firma "Peggy Peg" bietet übrigens nicht nur Schraubheringe an, sondern auch Ankerplatten und Markisenbefestigungen sowie Aufhängevorrichtungen.

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