Neudrossenfeld
Gemeinderat

Neudrossenfelder Gemeinderäte streiten um Baugenehmigung

Ein Bauwerber darf in Pechgraben nun doch ein Haus nach seinen Wünschen errichten, obwohl die von den Festsetzungen in der Gestaltungssatzung abweichen.
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Bei der Frage, wie weit man von den Festsetzungen eines Bebauungsplans abweichen, kann erhitzten sich in der jüngsten Sitzung des Neudrossenfeld die Gemüter. Symbolfoto: Archiv/Fotolia
Bei der Frage, wie weit man von den Festsetzungen eines Bebauungsplans abweichen, kann erhitzten sich in der jüngsten Sitzung des Neudrossenfeld die Gemüter. Symbolfoto: Archiv/Fotolia

Noch vor wenigen Wochen hatte der Gemeinderat Neudrossenfeld potenziellen Bauherren die Genehmigung für den Bau eines Einfamilienhauses samt Garage in Pechgraben versagt. Der Grund: Die Planungen wichen zu stark von den Festsetzungen des Bebauungsplans ab.

"Bauherr ist uns sehr entgegengekommen"

In der jüngsten Sitzung nun erteilte eine Mehrheit nach ausgiebigen Vorberatungen im Bauausschuss das gemeindliche Einvernehmen für eine modifizierten Planung. "Der Bauherr ist uns wirklich sehr entgegengekommen", sagt Björn Sommerer (FuG). "Die Dachneigung beträgt jetzt 33 statt 20 Prozent wie in den bisherigen Planungen", erläuterte Bürgermeister Harald Hübner (CSU). Außerdem sei nun der Kniestock niedriger als bisher vorgesehen.

"Es darf in diesem Gebiet zweigeschossig gebaut werden. Und so ein Haus ist hier verträglicher als eines mit Pultdachhaus", so Hübner - und das dürfte gebaut werden.

"Eigentlich ein Vollgeschoss"

Doch ausgerechnet aus den eigenen Reihen hagelte es Kritik für die wohlwollende Haltung des Bürgermeisters. "Der Kniestock ist eigentlich ein Vollgeschoss. Und das geplante Haus fügt sich eben nicht neben den historischen Gebäuden ein. Ich vermisse den Aufschrei von den Gemeinderäten, die sonst immer auf Gleichheit pochen", sagte Silvia Eichner (CSU).

"Die Genehmigung ist eine Ohrfeige für alle 42 Familien, die sich an den Bebauungsplan gehalten und die Gestaltungssatzung eingehalten haben", monierte Eichner. "Jeder macht, was er will, das zeugt doch von Planlosigkeit!", so die Gemeinderätin. Dabei betonte Eichner, dass sie durchaus einen Sinn für richtig moderne und zukunftsvisionäre Häuser habe. "Aber eben an Stellen, wo man das machen kann - der Misch-Masch ist das Problem", kritisierte sie.

Mit ihr stimmten noch zwei weitere CSU-Räte gegen die Planung. Die Gestaltsatzung stammt aus dem Jahr 2005. "Vielleicht sollten wir die Satzung von vornherein liberalisieren. Kein Mensch will mehr mit einem steilen Dach und einem niedrigen Kniestock bauen", sagte Heidemarie Nitsch (FuG).

Gemeinderat in Kürze

Breitbandausbau Die Gemeinde Neudrossenfeld hat einen Masterplan für den Breitbandausbau erstellt. Oberstes Ziel ist es, die gesamte Gemeinde mit der "Fiber-to-the-building-technology" auszustatten, also Glasfaser in jedes Haus zu legen. Die Ausarbeitung des Planes wird mit 50 000 Euro bezuschusst. "Aber wann der Plan umgesetzt wird und mit welchen Mitteln, ist völlig unklar", merkte Bürgermeister Harald Hübner (CSU) an. Aktuell laufe der zweite Bauabschnitt für die Anbindung ans schnelle Internet, sagte er. Verwaltungsleiter Rainer Schimpf ging auf Details ein. Nach ersten Kostenberechnungen würde der Ausbau pro Haus 4000 bis 6000 Euro kosten. Allerdings seien zwei Drittel der Kosten Gelder, die für den Tiefbau aufgewendet werden müssten. Genaue Ausführungen zum Masterplan möchte das Ingenieurbüro Reuther in der nächsten Sitzung geben. Auch die neue Frästechnik "Speed Trenching", bei der die Kabel in die Frostschutzschicht der Straße eingearbeitet werden, wird vorgestellt. Derzeit wird "Speed Trenching" in Staffelstein ausprobiert.

Die "Erfrischungsgelder" für die ehrenamtlichen Helfer bei der Bezirks- und Landtagswahl werden von bislang 20 auf 25 Euro angehoben. Einstimmig votierten die Neudrossenfelder Gemeinderäte dafür.

Gemeindeentwicklung Michaela Schirmer (SPD) regte ein Treffen des Gemeindeentwicklungsausschusses an. Möglicherweise könne die Bevölkerung zu einer Art "Brainstorming" geladen werden, schlug sie vor. Auch die Neubaugebiete und das Wohndorf 21 sollten thematisiert werden.

Schwerverkehr Untragbare Zustände herrschen seit einiger Zeit in Igelsreuth. Dort wenden Lastwagen sogar auf Feldern um. "Man könnte ein Schild in mehreren Sprachen anbringen" schlug Heidemarie Nitsch (FuG) als Lösungsversuch vor.



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